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Geithain Hilferuf ans Rathaus: Hopfgarten fehlt ein modernes Feuerwehrhaus
Region Geithain Hilferuf ans Rathaus: Hopfgarten fehlt ein modernes Feuerwehrhaus
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00:33 29.10.2015
Im kleinen Hopfgartener  Feuerwehrhaus haben nicht alle Kameraden Platz, die Innenausstattung des Feuerwehrhauses ist äußerst spartanisch und das Einsatzfahrzeug der Wehr muss unter freiem Himmel parken. Quelle: Privat
Frohburg/Hopfgarten

Fischer übergab dem Frohburger Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW) auf der jüngsten Sitzung des Stadtrates einen Brief, der ein Hilferuf ist. "Wir sind 18 aktive Kameraden, und es liegen vier Aufnahmeanträge beim Wehrleiter vor. Das zeigt, dass es an Bereitschaft nicht mangelt. Das große Problem ist, dass wir in unserem Feuerwehrhaus kaum noch Dienste absolvieren können, da nur Platz für 16 Kameraden ist", beschreibt Fischer in diesem Brief die seit Jahren und Jahrzehnten anhaltende Misere. Nicht nur die Kameraden hätten keinen Platz im ehemaligen Milchhaus; das Einsatzfahrzeug ebenso wenig. Das parke unter freiem Himmel. Die Zustände im Haus selbst sind mit spartanisch wohlwollend beschrieben: zwei Bierzelt-Garnituren, ein paar Haken für die Einsatzkleidung, keine Heizung, keine Toilette, keine Dusche - "schlimmer als in einer Baubude".

Schon zuzeiten Eulatals habe die Kommune einen Neubau nicht auf die Reihe gebracht, obwohl es bis 70 Prozent Fördermittel gegeben hätte, sagt Fischer. Beim Feuerwehr-Fest im September seien zwei Frohburger Stadträte und Feuerwehrleute aus Flößberg zu Gast gewesen: "Die waren schockiert über die Zustände. Es gehört schon Enthusiasmus, dazu um unter den aktuellen Bedingungen ehrenamtlich Dienst zu tun.

Er zolle seinen Kameraden deshalb großen Respekt für ihren Willen, durchzuhalten. Unmittelbar nach dem Fest setzten sich die Kameraden hin und umrissen ihre Vorstellungen für ein Depot - angelehnt an einen Neubau, der im Bad Lausicker Ortsteil Steinbach vor zwei Jahren in Betrieb ging und für den die Steinbacher ihrerseits mehr als zwei Jahrzehnte gekämpft hatten. Der große Versammlungsraum in einem solchen Depot könnte auch für die Dorfgemeinschaft genutzt werden, denn weder in Hopfgarten noch in Elbisbach gebe es noch einen öffentlichen Ort für Veranstaltungen.

Die 1921 gegründete Hopfgartener Wehr sei "ein fester Bestandteil des Ortes", so Fischer. Sie sei in erster Linie da für Hilfen in Notfällen, präge aber auch das gesellschaftliche Leben in den beiden Ortsteilen. Auf sie zu verzichten, komme deshalb nicht in Frage.

"Der Brandschutz-Bedarfsplan wird zeigen, was wir uns leisten können", sagte Bürgermeister Wolfgang Hiensch. Es sei Aufgabe des Stadtrates, Prioritäten zu setzen. "Wir werden nicht das Geld haben, dauerhaft alle Feuerwehren zu erhalten", sagte er und machte keinen Hehl daraus, dass er die Bildung von Stützpunkt-Wehren im Stadtgebiet für zukunftsweisender hält. Das sei mitnichten eine Frage mangelnden Engagements vor Ort; es sei vielmehr ein demografisches und finanzielles Problem.

Aus Hienschs Sicht vorn an bei Investitionen in die Wehren stehen Instandsetzungen in Frohburg selbst und in Frankenhain.

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