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Historische Schau und Biwak locken ins Rittergut Prießnitz

Im nächsten Jahr soll’s richtig knallen Historische Schau und Biwak locken ins Rittergut Prießnitz

Einen Rundgang durch Schloss und Rittergut veranstalteten am Wochenende der Historische Verein Oederan und der Heimatverein Prießnitz/Trebishain. Im Schlosshof hatten die Oederaner ein Biwak aufgebaut. Sie präsentierten und informierten über die Jägerei und altes Handwerk im Mittelalter.

Die Mitglieder des Historischen Vereins Oederan lagerten im Schlosshof und präsentierten alte Gewerke und Traditionen.

Quelle: Gislinde Redepenning

Frohburg/Prießnitz. Einen Rundgang durch Schloss und Rittergut Prießnitz veranstalteten am Wochenende der Historische Verein Oederan und der Heimatverein Prießnitz/Trebishain. Im Schlosshof hatten die Oederaner ein Biwak aufgebaut. Sie präsentierten und informierten über die Jägerei und altes Handwerk im Mittelalter.

Zwischen Musketen, Mörsern und Kanonen, Lanzen und Saufedern – kurzen Spießen, die zum Töten angeschossener Wildschweine dienten – posiert Adrain Kühne als Lohnjäger. „Diese wurden früher von den hohen Herren eingesetzt, um Großjagden vorzubereiten und einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten“ , erklärt er. Die Arbeit der Kurfürstlichen Jäger bestand aber auch darin, nach der Jagd das erlegte Wild zu verwirken, zu konservieren und zum Verkauf vorzubereiten.

Weniger martialisch geht es im Zelt der Damen zu, die sich alten Handwerken wie Spinnerei und Weberei widmen. „Wenn früher gekämpft wurde, musste in den Lagern alles, was kaputt gegangen war, selbst repariert werden. Deshalb ist die Darstellung der historischen Gewerke eine unserer Aufgaben“, erzählt Kuhne. Dazu gehört auch eine Seilerei und ein Steinmetz. „Heute stellt er filigrane Figuren her, Blumen oder Eichhörnchen, damals mussten die Kanonenkugeln noch selbst geschlagen werden“, schmunzelt er. Vereinschef Dieter Heinrich gibt einen Einblick in das Papierschöpfen.

Rainer Markscheffel vom Heimatverein Prießnitz/Trebishain führt interessierte Besucher durch die Räume des Ritterguts. „Wir richten solch ein Fest zum ersten Mal aus, es soll Tradition werden“, sagt er. „Unser Weihnachtsmarkt ist von Jahr zu Jahr gewachsen, hat sich zu einer Institution entwickelt. Diesen Weg soll auch unser Hoffest mit dem Lager der Oederaner und den Ausstellungen im Rittergut gehen.“ Schließlich habe man ein wunderschönes Ambiente und Gelände, in dessen Sanierung viel Geld und Arbeit geflossen seien.

Die Lohnjäger wünschen sich im nächsten Jahr einen Termin nach dem 15. September. Dann müsse nicht mehr auf brütende Störche Rücksicht genommen werden, und man könne die Schusswaffen richtig knallen und Prießnitz munter werden lassen.

Die Ausstellung über ländliches Brauchtum im ehemaligen Stallgebäude zeigt landwirtschaftliche Geräte und Maschinen, die belegen, wie schwer es früher die Menschen hatten. Im Dachgeschoss ist ein Schauraum entstanden, in dem Möbel und Exponate authentisch in Zimmern – ob Stube, Knechtezimmer oder Küche – arrangiert werden.

„Wir haben noch ein großes Sammelsurium in unserem überregionalen Museumsdepot, in das wir auch Möbel von anderen Kommunen einlagern können“, sagt Markscheffel. „Die schon abgeschlossenen Sanierungsarbeiten machen uns als Heimatverein sehr glücklich. Die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW) ist beispielhaft, wir haben ihm viel zu verdanken“, betont er. Dauerausstellungen wie die mit Bildern des Heimatmalers Franz Weinert und wechselnde Schauen, derzeit ist die Dokumentation der Renovierung in Fotos zu sehen, vervollständigen das Angebot im Rittergut.

Von Gislinde Redepenning

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