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Geithain Historischer Bauernhof in Benndorf wird Sozialstation
Region Geithain Historischer Bauernhof in Benndorf wird Sozialstation
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00:29 08.01.2016
Neuer Sitz des ambulanten Pflegedienstes „Schwester Annegret“ soll Benndorf werden. Quelle: privat
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Frohburg/Benndorf

Ein Jahrhunderte alter Bauernhof gegenüber der Benndorfer Kirche erfährt eine neue Nutzung: Das Ensemble, dessen Torhaus unter Denkmalschutz steht, wird umgebaut zu einer Sozialstation. Verbunden ist die mit fünf altersgerechten Wohnungen und einer Tagespflege. Ein Projekt, das der Eigentümer des historischen Dreiseithofes, der Benndorfer Bauunternehmer Jens Scheffler und seine Frau Cornelia, sowie Kathrin Friedemann, die in Greifenhain den ambulanten Pflegedienst „Schwester Annegret“ betreibt, gemeinsam entwickelten. „Als wir das alte Bauerngut erwarben, um es zu sanieren, wollten wir im historischen Ambiente etwas Modernes, Altengerechtes bauen“, sagt Cornelia Scheffler. Über Erfahrungen mit Denkmalen verfügen Schefflers: Die wieder hergerichtete Mühle in Benndorf, in der sie leben, ist ein Beispiel dafür. Der Kontakt nach Greifenhain habe sich da als ein Glücksfall erwiesen. Inzwischen wurde am Neubau des Wohnhauses Richtfest gefeiert. Im März soll die Einrichtung eröffnet werden.

„Es gibt eine große Nachfrage an barrierefreiem Wohnraum für Ältere, gerade auch auf dem Land“, sagt Kathrin Friedemann, mehr als drei Jahrzehnte im Beruf einer klassischen Gemeindeschwester. Im Sommer 2014 machte sie sich mit vier Fachschwestern selbstständig; inzwischen wuchs ihr Unternehmen auf 15 Mitarbeiterinnen, darunter zwei Auszubildende. Der Aktionsradius weitete sich von Greifenhain und Frohburg aus bis Borna, Deutzen, Geithain. Ein neuer Sitz des Dienstes muss er; er heißt künftig Benndorf. Sozialstation, eine Tagespflege mit zehn Plätzen und viel speziell ausgestattete Wohnungen unter dem selben Dach: Daraus ergeben sich in ihren Augen zahlreiche Synergien. „Unsere Patienen wünschen sich sehr, in ihrem angestammten Umfeld zu bleiben. Die wollen eher nicht in die Stadt“, sagt Friedemann. Der im Bau befindliche Komplex aus zwei Gebäuden, die der Pflegedienst mietet, trage dem Rechnung. Und dank einer Tagesbetreuung verblieben Pflegebedürftige weiter in ihrem häuslichen Bereich, und pflegende Angehörige erführen eine Entlastung.

Stammen die Baulichkeiten des Hofes mit dem markanten Porphyrbogen für die Erntewagen aus der Wende zum 19. Jahrhundert, reichen archäologische Funde deutlich weiter zurück. Bei Grabungen stießen die Fachleute auf Pfostengruben, blaugraue Scherben, Reste eines Ofens - Spuren, die auf eine Besiedlung des Fleckens schon seit dem 10. Jahrhundert hinweisen. Während das einstige Wohnhaus seit dem Sommer vergangenen Jahres durch einen Neubau ersetzt wird, lässt Jens Scheffler das Torhaus restaurieren. Hier soll unter anderem ein Raum entstehen für das Archiv des Benndorfer Ortschronisten Herbert Thomas – er selbst zieht mit seiner Frau in eine der neuen Wohnungen. Möglicherweise wird dort später noch eine kleine Pilgerwohnung eingerichtet – was passend wäre, führt der Lutherweg, der zunehmend frequentiert wird, unmittelbar an Hof und Kirche vorbei.

„Der neue Hof soll so etwas werden wir ein kleines Begegnungszentrum für das Dorf“, sagt Cornelia Scheffler und weiß sich darin eins mit Kathrin Friedemann. Veranstaltungen seien möglich, ein Kräutergarten ist ebenso geplant wie die Wiederherrichtung des Obstgartens.

Von Ekkehard Schulreich

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