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Geithain Hohe Legionellenwerte: Streit um Baumängel an Kohrener Kita spitzt sich zu
Region Geithain Hohe Legionellenwerte: Streit um Baumängel an Kohrener Kita spitzt sich zu
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06:00 18.02.2016
Einweihung der neuen Einrichtung: Da war nicht absehbar, dass es Probleme mit dem Warmwasser geben würde. Quelle: Jens Paul Taubert
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Kohren-Sahlis

Schleunigst umbauen muss die Stadt Kohren-Sahlis die Warmwasser-Erzeugung in der Kindertagesstätte „Turmspatzen“. Das fordert das Gesundheitsamt des Landkreises. Seit April vergangenen Jahres habe die Behörde bei Kontrollen mehrfach hohe Legionellen-Konzentrationen festgestellt, erklärte Bürgermeister Siegmund Mohaupt (CDU) im Stadtrat. Das Problem gehe aus Sicht der Stadt auf Mängel bei Projektierung und Bau der Einrichtung vor einen knappen Jahrzehnt zurück. Die Kommune befindet sich deshalb mit dem damals tätigen Planungsbüro im Rechtsstreit. Das Ende dieses Verfahrens abzuwarten, komme aber nicht in Frage, um den Betrieb der von den Johannitern getragenen Kindereinrichtung nicht zu gefährden.

Der Neubau werde mit Erdwärme beheizt. Für das warme Wasser gebe es einen Boiler, doch der genüge offenbar nicht angesichts des verzweigten Leitungsnetzes und bringe nicht die erforderlichen Temperaturen, so der Bürgermeister. Zwar habe die Stadt im September versucht, durch eine Zusatzheizung das Problem zu beheben, doch das habe nichts gebracht. Da sei es ein glücklicher Umstand gewesen, dass der Energieversorger EnviaM über ein Förderprogramm die Heizungsanlage nicht nur der Grundschule, sondern auch der „Turmspatzen“ begutachtet habe. Fazit: „Mit relativ geringen Mitteln lässt sich etwas machen.“ Mit einer dezentralen Lösung, das heiße mehreren kleineren Boilern dort, wo das Wasser entnommen werde. Geschätzte Kosten 20 000 Euro. Die genaue Strategie soll ein Fachplaner liefern, den der Stadtrat am Dienstag für 4700 Euro beauftragte. Ein Vorgehen, das Kohren-Sahlis mit dem Landkreis abgestimmt hat, denn immerhin befindet sich die Kommune in der Konsolidierung, hat weder für Planung noch für Warmwasserbereiter freie Spitzen.

Die Stadt solle prüfen, ob Planer und Erbauer der Einrichtung für die Mängel in Regress genommen werden könnten, forderte Daniel Ludewig (CDU): „Dem sollten wir unbedingt nachgehen.“ Mohaupt bestätigte diesen Kurs. Die juristische Auseinandersetzungen um zahlreiche Mängel, belegt durch mehrere Gutachten, beträfen auch die Elektroinstallationen im Gebäude. Die seien teilweise unterdimensioniert und entsprächen nicht den Vorschriften – was nicht wirklich verwundere, denn es habe seinerzeit keine wirkliche Fachplanung vorgelegen.

„Das Verfahren geht dem Ende zu, so dass die Stadt die Mängel bald wird beseitigen können.“ Doch hinsichtlich des Wassers dränge die Zeit. Der jetzt beauftragte Planer werde schnellstmöglich eine Ausschreibung der nötigen Leistungen vorbereiten, damit sich der Stadtrat auf seiner März-Sitzung, vielleicht aber auch schon vorher im Ausschuss oder auf einer gesonderten Beratung damit befassen könne. „Das Gesundheitsamt erwartet, dass wir schnell handeln – und das ist auch in unserem Interesse.“

Die neu gebaute Einrichtung mit 119 Plätzen war im Sommer 2008 in Betrieb gegangen. 1,26 Millionen Euro investierte die Stadt, unterstützt durch eine Förderung von Land und Landkreis.

Von Ekkehard Schulreich

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