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Geithain Holzernte bereitet im Colditzer Forst dem Waldumbau den Boden
Region Geithain Holzernte bereitet im Colditzer Forst dem Waldumbau den Boden
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13:19 29.01.2013
Förster Falkhard Dau mit dem Bewirtschafttungsplan für das Sachsenforst-Revier Waldmühle. Quelle: Jens Paul
Bad Lausick

Seit Jahresbeginn und noch bis Anfang März werden im Revier Waldmühle auf zwölf Hektar vor allem Fichten und Kiefern, vereinzelt aber auch Birken, geerntet. 2014 sollen die kahlen Flächen mit Mischwald aufgeforstet werden. 

Polder gibt es an der Nordsee, an Rhein und Oder. Polter (oder Polder) dagegen im Colditzer Forst: kein eingedeichtes Gelände nämlich, sondern Plätze, auf denen geschlagene Stämme zur Abfuhr bereit liegen. Ein halbes Dutzend solcher Flächen entstanden in den vergangen Wochen an Hauptwegen im Colditzer Forst, dort, wo auf Flächen von 0,8 bis 1,3 Hektar sämtliche Bäume gefällt werden. „Die Holzernte ist bei uns seit Jahresbeginn in vollem Gang. Der Frost kommt uns zupass, es geht zügig voran", sagt Falkhard Dau, der das Revier Waldmühle, Herzstück des Colditzer Forstes, betreut.

Von den 4900 Festmetern, die bis zum Frühjahr hier planmäßig eingeschlagen werden, sind bereits 2600 gefallen. Der erhebliche Rest soll je nach Wetterlage bis Ende Februar/Anfang März fallen. Dass dabei Kahlschläge entstehen, die Waldbesucher durchaus kritisch betrachten, sei beabsichtigt. „In den nächsten 20 Jahren wird unser Forst sein Aussehen maßgeblich verändern", erklärt Dau. Der Waldumbau weg von den Umwelteinflüssen immer schlechter widerstehenden Fichten-Monokulturen hin zu abwechslungsreichem Mischwald, in dem die Fichte nur noch vereinzelt ihren Platz haben wird, sei in vollem Gang. Vergangene Woche genehmigte der Staatsbetrieb Sachsenforst die sogenannte Forsteinrichtung, den Zehn-Jahres-Plan, der festlegt, „was wo und in welcher Intensität im Revier zu geschehen hat". Auf den Flächen, die jetzt abgeräumt werden, kommen im nächsten Jahr Stiel- und Traubeneichen in die Erde in Gesellschaft mit Winterlinden, Buchen, einigen Douglasien, Rüstern. „An den Rändern setze ich gern Farbtupfer mit Wildobst, Sanddorn, Hundsrose, Schlehe", sagt der Revierförster.

Die jetzt entstandenen Polterplätze würden ebenso mit Hecken eingefasst und für Holzrückungen in späteren Jahren erneut genutzt. „Wenn sie nicht belegt sind, entwickelt sich auf ihren eine Krautfläche, ebenfalls ein wertvoller Naturraum." Die Holzernte bringt in diesen Tagen und Wochen für Spaziergänger und Wanderer Einschränkungen mit sich. Vor allem der frequentierte B-Flügel, der von der Waldmühle aus das Revier gen Osten durchmisst, und der zum Weißen Stein und nach Thierbaum führende Stellweg werden zeitweise gesperrt. Dann nämlich, wenn die Harvester genannte Vollerntemaschine und parallel dazu Forstleute mit Motorsägen bei der Arbeit sind. „Die Absperrungen sind unbedingt zu respektieren", sagt Falkhard Dau. Trotz Fällung weiterzugehen oder beim Laden des Holzes unter dem Greifer des Lasters durchzukriechen, seien höchst gefährliche Unsitten. Nicht gefährlich, aber hinderlich – und bei Ahndung teuer – ist es, wenn Waldbesucher ihr Auto an Wegrändern oder auf Polterplätzen abstellen. Letzteres geschieht vorzugsweise auf dem Platz am Waldrand nahe des Ebersbacher Wasserwerkes, wo sich mancher Autofahrer mit seiner Karosse sogar zwischen die Holzstapel zwängt.

Holz wird nicht nur bei Tageslicht abgefahren, sondern auch in der Nacht. Die Spezialfahrzeuge brauchen ausreichend Platz, um an die Polter heranfahren und laden zu können. Nach Abschluss der Ernte beseitige man Schäden, die an den Wegen entstünden, grob, so Dau. Größere Reparaturen müssten ausgeschrieben werden. Darüber hinaus pflege man die Haupttrassen ohnehin zweimal im Jahr mit einem besonderen Gerät, um die Wege für den Forst, aber auch für Erholungssuchende in gutem Zustand zu halten. „Wir haben die Interessen der Waldbesucher auf jeden Fall im Blick. Wir freuen uns ja, wenn sie sich wohlfühlen bei uns."

Ekkehard Schulreich

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