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Geithain Holzgestalter René Lämmel bietet in Geithain nichts für nur einen Blick
Region Geithain Holzgestalter René Lämmel bietet in Geithain nichts für nur einen Blick
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14:00 01.04.2012
Im Galeriegespräch: Ramona Kratz mit René Lämmel. Quelle: Jens Paul Taubert
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Geithain

Der Ururenkel, Jahrgang 1972, gewinnt dem Material eine künstlerische Seite ab, eine struktur- und farbreiche, gern eine dreidimensionale. Der Titel der Ausstellung ist dabei so spröde wie die Untertitelung des Gezeigten: „Aufbrüche", „Überlagerungen", „o.T.". Lämmel, das wurde auch im Galeriegespräch mit Ramona Kratz deutlich, ist keiner, der es leicht macht: sich nicht, dem Stoff nicht, dem Rezipienten nicht. Lämmel setzt, obschon er beim Schaffensprozess einen Plan verfolgt, auf das Unterbewusste, das Bilder formt: „Lässt man den Emotionen freien Lauf, sieht man Dinge, die sonst verborgen bleiben."

Da ist die Sache mit Kyrill, dem Sturm, der 2007 über das Land fegte und Bäume in Größenordnungen brach, auch hinter Lämmels Oberlungwitzer Anwesen. Ein Bilderzyklus entstand („Zuerst war da nicht Traurigkeit, sondern Wut."), einige Tafeln sind in Geithain zu sehen. Fotografisch präzise, vom Schwarz-Weiß-Papier in das Holz gebeizt. Später, im Abstand zweier Jahre, ein abstrahiertes Geflecht aus Spänen, nicht gänzlich gelöst voneinander, sich neuerlich fügend. Teil dieser Metamorphose das Kunstwerk am Eingang („o.T."), eine in Bewegung geratene Fläche, ein aufreißender Vorhang, der den Blick freigibt auf etwas Gärendes, etwas Treibendes. „Ich möchte, dass man ein Bild umlaufen kann", sagte Lämmel, auf Dreidimensionalität angesprochen. Die Bewegung des Betrachters bündelt das einfallende Licht, lässt es fließen, sich reiben an Oberflächen, Ausformungen. Ein Reiz, dem nachzugeben in den Ausstellungsräumen nur bedingt möglich ist; es fehlt der Platz.

Lämmel, der seine Themen gedanklich mitunter Monate reifen lässt, ehe er zu Werkzeugen greift und der auch Materialien kombiniert - Holz mit Metall, mit Textil, mit Filz - macht Angebote, die es Wert sind, sich in sie zu vertiefen. Das braucht Zeit. Die jeder hat, denn die Schau ist mehrere Wochen in Geithain zu sehen.

Ekkehard Schulreich

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