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Geithain Hopfgarten beleben? Frohburger Beschluss sorgt im Dorf für Skepsis
Region Geithain Hopfgarten beleben? Frohburger Beschluss sorgt im Dorf für Skepsis
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12:56 15.09.2017
Auf Initiative von Eltern und unterstützt durch den Dorfverein wurde die Hopfgartener Mitte im Frühjahr aufgemöbelt. Neue Spielgeräte und Bänke wurden aufgestellt. Quelle: Thomas Kube
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Frohburg/Hopfgarten

Ein Gebietskonzept „Vitaler Ortskern Hopfgarten“ beschloss der Frohburger Stadtrat am Donnerstagabend ohne weitere Diskussion. Das Papier betrifft das Areal zwischen dem ehemaligen Kindergarten und der einstigen Schlossbrauerei, bezieht Friedhof und Kirche ebenso ein wie jene Grün- und Spielfläche, die engagierte Einwohner und der Dorfverein in den vergangenen Monaten als einen Ort für Sport, Spiel und Begegnung hergerichtet hatten. Der Stadtrat beauftragte den – zurzeit im Urlaub befindlichen – Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW), mit der Kirche die Eigentumsfragen um den alten Kindergarten, ein Kirchschullehen, zu klären. Außerdem soll er in der November-Sitzung umreißen, welche Vorhaben des Ortskern-Konzeptes in den Jahren 2018 und 2019 aus kommunaler Sicht umgesetzt werden könnten.

„Ich finde den Vorstoß sehr gut. Hopfgarten ist ein gebeutelter Ortsteil“, sagte Erika Lory (BuW). Hiensch verwendete in der Beschlussvorlage den Begriff Nachholebedarf: „Die Dorfgemeinschaft in Hopfgarten selbst ist in vielfältiger Weise wohl schon ,vital’. Dies zeigt sich in der Gründung des Dorfvereins und in verschiedenen Aktivitäten.“ Aufbauend auf diesem Engagement, sollte die Stadt jetzt „gemeinsame Ziele abstecken, die dann schrittweise umgesetzt werden“.

Genannt werden zahlreiche denkbare Vorhaben. Sie reichen von der Sanierung des Schlossteichs samt der Ufermauern bis zur Umnutzung des alten Milchhauses, dem Domizil der Freiwilligen Feuerwehr bis zu deren von Frohburg veranlassten Auflösung. Erwogen werden Maßnahmen an Kirche und Friedhof, die Erneuerung der Bushaltestelle, die äußere Sanierung der Brauerei, die dank privater Investitionen wieder als solche genutzt wird. Darüber hinaus sollte die Stadt nicht den Ausbau der Kreisstraße vergessen, forderte Eberhard Schneidenbach (Linke): Der Landkreis müsse hier endlich Nägel mit Köpfen machen.

Enttäuscht von Beschluss und ausgebliebener Debatte zeigte sich Christian Fischer. Der Vorsitzende des Dorfvereins stößt sich wie viele Hopfgartener an der Problematik alter Kindergarten/Kirchschule. „Wenn der Kindergarten verkauft wird samt der Fläche davor, dann haben wir nichts mehr. Dann stehen die Sportfrauen auf der Straße, der Jugendklub, unser Verein“, sagte er. Frohburg sollte die Eigentums-Auseinandersetzung führen, um dem Dorf eine gesicherte langfristige Nutzung zu ermöglichen. Das sei die entscheidende Forderung. Darüber hinaus biete das Ortskern-Konzept nicht wirklich viel, denn es betreffe in erster Linie nicht öffentliche Grundstücke. Das Unverständnis über die Abwicklung der Feuerwehr wirke noch immer nach, so Fischer: „Was wollen wir hier noch vitalisieren?“

Von Ekkehard Schulreich

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