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Hopfgartener wollen ihre Wehr weiter erhalten

Hopfgartener wollen ihre Wehr weiter erhalten

Die Zukunft der Ortsfeuerwehr Hopfgarten/Elbisbach steht auf der Kippe. Im Vorjahr hat nur ein Mitglied der aktiven Truppe die gesetzlich vorgeschriebene Zahl von 40 Ausbildungsstunden erreicht.

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Oliver Kräcker zeigt das Feuerwehrauto in der alten Brauerei. Es braucht eine neue Unterstellmöglichkeit.

Quelle: Jens Paul Taubert

Frohburg. Die Feuerwehrleute in Hofgarten und Elbisbach wollen ihre eigenständige Wehr aber erhalten. Das Problem steht auch in anderen Ortsteilen - nur etwas mehr als die Hälfte der 254 aktiven Feuerwehrleute in Frohburg hat diese Norm 2012 erreicht.

 

 

"Ich werde in den nächsten drei Monaten alle fragen, wie es weiter geht", kündigte Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW) im Stadtrat an, auch Vorschläge der Stadträte zur Zukunft der Feuerwehr Hopfgarten/Elbisbach seien willkommen. Zuschauer der Ratssitzung aus den betroffenen Orten hatten unter Umständen Entscheidungen erwartet, doch Hiensch legte dem Stadtrat lediglich schriftlich alle Informationen vor, listete die Fakten akribisch auf. Gegenwärtig verfügen von den 254 in Frohburg als aktive Mitglieder der Feuerwehr geführten Einsatzkräfte nur 130 über einen den Anforderungen entsprechenden Ausbildungsnachweis, das entspricht rund 51 Prozent. 124 Mitglieder haben die geforderten 40 Ausbildungsstunden 2012 nicht geleistet und seien deshalb nur als eingeschränkt einsatzfähig zu betrachten.

 

 

Aus Sicht des Stadtoberhauptes ist das ein Problem der Demografie und fehlender Arbeitsplätze. Über kurz oder lang werde ein ähnliches Problem in allen Ortsteilen stehen - wenn Bevölkerungsrückgang und Überalterung nicht positiv beeinflusst werden können, erwartet der Bürgermeister. "Wir haben zwölf Feuerwehren, die uns viel Geld kosten, und davon sind mindestens zehn in der Woche nicht einsatzfähig", erklärte Hiensch und betonte, das nicht als Vorwurf zu meinen. Der Knackpunkt aus seiner Sicht: Wie will die Feuerwehr Hopfgarten/Elbisbach erreichen, dass sie ihre Einsatzfähigkeit herstellt?

 

 

Ein Patentrezept dafür hat Wehrleiter Carsten Fischer nicht. Zu seiner Wehr gehören 19 aktive Kameraden. Alle seien berufstätig, einige auf Montage, jeder habe auch ansonsten viel zu tun. Dienst ist an jedem ersten und dritten Donnerstag im Monat, wer bei allen 24 Terminen im Jahr dabei ist, kommt auf 48 Stunden. Nur ein Kamerad sei 2012 über die geforderten 40 Stunden gekommen, bestätigte der Wehrleiter, die anderen hätten zwischen 30 und 40 Stunden erreicht. Fischer: "Das ist immer noch eine freiwillige Feuerwehr."

 

 

Eine Angliederung an eine andere Wehr lehnen die Hopfgartener und Elbisbacher Feuerwehrleute ab. "Wir wollen, dass unsere Wehr erhalten bleibt", betonte Carsten Fischer. Aufs Tapet kam die Zukunft der Wehr Hofgarten/Elbisbach jetzt, weil eine neue Unterstellmöglichkeit für ihr Auto her muss. Nur noch bis 30. April kann der LF 8 in der alten Brauerei in Hopfgarten stehen. "Wir wünschen uns, dass eine gute Lösung gefunden wird für das Auto", erklärte der Wehrleiter. Zunächst soll es in einen abschließbaren Vierseithof umziehen, eine endgültige Lösung mit Dach muss noch her.

 

 

Die alte Brauerei haben Gerd und Ramona Kräcker im Dezember erworben und brauchen nun Baufreiheit. Das Mittelgebäude, wo das Löschfahrzeug steht, will die Familie gewerblich nutzen. Dort haben die Feuerwehrleute einen Fitnessraum, der erhalten bleiben soll. Nicht nur Gerd und Ramona Kräcker sind selber Mitglieder der Wehr, sondern auch ihr erwachsener Sohn Oliver. In den beiden Seitenflügeln befindet sich je eine Wohnung. Aus der im linken Flügel sollen durch Umbau zwei moderne Wohnungen entstehen. Gerd Kräcker hat im Ort eine Kfz-Werkstatt. Seine Frau betreibt mit einem Geschäftspartner in der ehemaligen Polstermöbel-Halle in Geithain-West einen Großhandel für Krankenpflegeartikel.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.04.2013

INGE ENGELHARDT

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