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ICE-Brücke war für das Betonwerk Bad Lausick ein Meisterstück

ICE-Brücke war für das Betonwerk Bad Lausick ein Meisterstück

2011 war für das Betonwerk Bad Lausick das umsatzstärkste der Unternehmensgeschichte: Geschäftsführer Joachim Czichos hat zurzeit keinen Grund zur Annahme, dass 2012 nicht ähnlich positiv verlaufen könnte.

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Am Standort Thierbach werden Sonderanfertigungen hergestellt, etwa diese Treppe.

Quelle: Jens Paul Taubert

Bad Lausick. Die Auftragsbücher des 140 Mitarbeiter zählenden Unternehmens sind gut gefüllt. Und der bisher milde Winter spielt der Bauwirtschaft in die Hände.

15 Meter lang, 60 Tonnen schwer und millimetergenau in Beton gefertigt: Die beiden Teile, die das Betonwerk Bad Lausick GmbH vor wenigen Wochen von seinem Thierbacher Werk aus an die Deutsche Bahn AG lieferte, fielen durchaus aus dem Produktionsrahmen. Nicht nur für die Betonwerker, sondern auch für den Verkehrskonzern, denn der hatte für diese anspruchsvolle ICE-Brücke im Saarland erst in Sachsen ein Unternehmen gefunden, dass sich dieser Herausforderung stellen wollte. „Darauf können wir richtig stolz sein. Das ist vielleicht auch ein bisschen Zukunft, die wir da produziert haben", sagt Geschäftsführer Joachim Czichos. Da die Bahn in den nächsten Jahren wohl deutschlandweit zig dieser Brücken ersetzen müsse, eröffnet sich für die Bad Lausicker möglicherweise ein neues attraktives Geschäftsfeld.

Mit Verkehr haben auch die beiden anderen Projekte zu tun, die im vergangenen Jahr und im neuen dem Betrieb eine Menge Arbeit bescheren. Für die Brücken, die im Zuge der Autobahn 72 zwischen Geithain, Frohburg und Borna entstehen, liefert Bad Lausick Transportbeton. Pro Bauwerk können das bis zu 9000 Kubikmeter sein. „Wir werden uns natürlich auch für den Abschnitt Borna/Rötha bewerben", blickt Czichos voraus. Gemeinsam mit anderen Firmen ist das Betonwerk in die Erweiterung des Leipziger BWM-Werkes eingebunden. Bis Mitte des Jahres sind Fertigteile zu liefern und Beton für die Fundamente. In Spitzenzeiten transportiert die Mischerflotte an die 1000 Kubikmeter auf die Baustelle. Nicht zu vergessen das Wasserstraßennetz im Neuseenland: Hier lieferten die Bad Lausicker den Baustoff für die Schleuse, mit deren Hilfe Wasserwanderer künftig zwischen Markkleeberger und Störmthaler See wechseln können. Zum Ergebnis trug auch der selbst entwickelte und patentierte H-3-Plus-Stein bei, ein verrutschfestes Pflaster, das ohne Borde auskommt. Europaweit sollen dafür Lizenzen vergeben werden. Interesse wird unter anderem aus Spanien signalisiert. Und an der Weiterentwicklung des Steins wird in Bad Lausick geforscht.

„Unsere Startbedingungen sind 2012 so gut wie im vergangenen Jahr", sagt Joachim Czichos. Und das will etwas heißen, nennt der 2011 doch das erfolgreichste seit der GmbH-Gründung 1990 - was den Umsatz betrifft. Das Ergebnis kam an die neunziger Jahre nicht ganz heran: „Weil die Ressourcen, Energie vor allem, sich exorbitant verteuert haben." Für seine LKW-Flotte habe er im vergangenen Jahr 300 000 Euro für Treibstoff mehr ausgeben müssen als nur ein Jahr zuvor. Daran verdienten nicht nur die Ölkonzerne, sondern auch der Staat. Für den Geschäftsführer nicht akzeptabel: „Langfristig machen die hohen Energiepreise die Wirtschaft kaputt."

Die Krisenjahre 2009 und 2010 drückten auch auf das Betonwerk durch. Öffentliche Aufträge dank des Konjunkturpaketes hätten Ärgeres verhindern können. Seither wüchsen Industrie- und Wohnungsbau wieder, so der Geschäftsführer. Die Stammbelegschaft habe man in Spitzenzeiten durch Leiharbeiter ergänzt - und das Gros der selbst ausgebildeten Lehrlinge übernommen. Seit dem Herbst sind sechs neue Betonbauer und Betonmechaniker hier in der Ausbildung: „Geeignete Bewerber zu finden, für uns war das bisher kein Problem."

Ekkehard Schulreich

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