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"Ich male immer noch gern"

"Ich male immer noch gern"

Intensive Farben prägen Manfred Fahrnländers Bilder, seit der Maler in Glasten heimisch geworden ist. Der Garten unmittelbar am Haus ist ihm Augenweide in ursprünglichem Sinn.

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Der Maler Manfred Fahrnländer aus Glasten steht neben seinem jüngsten Werk, einer Spiegelung.

Quelle: Jens Paul Taubert

Glasten. Immer aufs Neue genießt er den Blütenrausch, überträgt diese Strahlkraft in seine Aquarelle. Und doch greift es zu kurz, das Schaffen des uneitlen, stillen Mannes, der im August 80 wird, auf Florales zu beschränken.

 

 

"Ich male immer noch. Ich male immer noch gern." Manfred Fahrnländer steht in seiner Klause, der einstigen Glastener Dorfbäckerei, um sich auf dem Zeichentisch und auf Gestellen großformatige, farbensatte Aquarelle: ein Meer aus Blumen. Mittendrin, für den flüchtigen Blick kaum unterscheidbar, die altrosa Blüten einer Kamelie in großem Topf - denn das Atelier nutzt Fahrnländers Frau Elisabeth, um die nicht frostresistenten Pflanzen über den Winter zu bringen. Fahrnländer malt den Frühling herbei, den neuerlichen Aufbruch, die verschwenderische Lust der Farben. Genug kann er nicht bekommen. Dass sein achtes Lebensjahrzehnt dabei ist, sich zu runden, er registriert es mit einem Schulterzucken, mit leiser Überraschung. Ab Mitte Mai wird er im kleinen Museum des Glastener Heimatvereins - zum wiederholten Mal - Bilder zeigen. Eine Jubiläumsschau wird das nicht. Keine Bilanz. Die er, eine gültige, keine endgültige, gern zöge, doch sieht er sich in Glasten, fern des weltläufigen Kunstbetriebs, aus der Zeit gefallen. "Ich finde Erfüllung. Aber um wahrgenommen zu werden, um was zu verkaufen, muss man rausgehen", sagt er. Der Typ ist er nicht, hat ausgestellt in den vergangenen Jahren in kleinen Galerien in Leipzig, Grimma, Bad Lausick -

 

 

In den Regalen des Ateliers ruht in großen Mappen, was bleibt von Jahrzehnten Arbeit an Farbe, an Form, an Wirklichkeitsverwandlung. Zeichnen, malen, allzu lange musste Manfred Fahrnländer das dem Brotberuf unterordnen. An der Hochschule für angewandte Kunst in Leipzig studierte er in den fünfziger Jahren, belegte parallel die Abendakademie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst. Als Gebrauchsgrafiker arbeitete er im Messebau, für den Werbe-Monopolisten Dewag, für Carl Zeiss Jena. Als die DDR Anfang der achtziger Jahre ein Eisenwalzwerk in Algerien aufbaute, war Fahrnländer dabei. Er sorgte für die Beschriftung der Anlagen - und zeichnete mit Kreide und Stift Straßenszenen, aquarellierte: "Früh, vor der Arbeit, habe ich die Sonnenaufgänge gemalt. Das sind meine besten Bilder - bis heute." Vor Nordafrika war Kuba, wo er als Messebauer weilte, ihm ein Fenster zur Welt. Im Kleinen, doch deshalb nicht weniger prägend, war es die Insel Hiddensee, über Jahre ein privates Urlaubsquartier für die Familie, unerschöpflicher Malgrund für ihn. Zwischenspiel im Westen. Rückkehr. Zeit endlich für die Kunst.

 

 

Legt Fahrnländer eines der gedeckten Hiddensee-Pastelle neben die aquarellierte Schwertlilie, die hier in Glasten entstand, wird deutlich, wie sehr er Farbe bekennt. Seine Frau ist ihm mit ihrem Urteil eine wichtige Partnerin. Dass eines seiner Landschaftsbilder kriminelle Begehrlichkeiten eines Kunstfreundes weckte, lässt ihn heute schmunzeln: Der Mann hatte das Bild, von dem Fahrnländer sich nicht zu trennen bereit war, kurzerhand in einer Galerie ab- und überm heimischen Sofa aufgehängt. Der Fall klärte sich schnell; längst hat das Bild in Fahrnländers Stube seinen Platz. 80 zu werden, für Manfred Fahrnländer ist das kein plausibler Grund, innezuhalten. Seine Welt neu zu sehen, neu zu erfinden, ist er nicht müde. Da bleibt er sich treu.

 

 

Die Ausstellungssaison im Glastener Museum beginnt am 4. Mai, 14 Uhr. Dann sind Bilder Manfred Fahrnländers zu sehen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.04.2014
Ekkehard Schulreich

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