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Im Holzwerk fallen wieder Späne

Im Holzwerk fallen wieder Späne

Das Feuer traf ein Kernstück der Produktion. Doch produziert wird in den Holzwerken Ladenburger am nördlichen Geithainer Stadtrand auch nach dem verheerenden Großbrand Mitte Juni ohne nennenswerte Stockung.

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In dieser Produktionshalle der Geithainer Holzwerke brach im Juni das Feuer aus.

Quelle: Frank Schmidt

Geithain. Ein Teil der Produktion wurde sofort ausgelagert, Maschinen in andere Hallen aufgestellt. Seit Dienstag läuft wieder eine Spezialpresse, mit der Schichtstoffe verleimt werden. "Die brauchen wir dringend für eines unserer Innovationsprodukte", sagt Geschäftsführer Markus Hauber. Für Akustikdecken nämlich, die anderenorts nicht hergestellt werden können, für die die Nachfrage aber erheblich ist. Drei Wochen nach dem Brand beginnt zudem das große Aufräumen - unter den Augen von Gutachtern der Versicherung.

Eine der Absauganlagen war in Brand geraten. Trotz des sofortigen Einsatzes der Feuerwehr wurden eine große Produktionshalle, in der sich viele Maschinen befanden, eine Verladehalle und ein Sanitär- und Sozialgebäude samt Lager komplett vernichtet. Ein Schaden, der in der Summe vergleichbar ist wie der eines Großfeuers im Betrieb 2013, also runde 20 Millionen Euro. "Wir bauen an selber Stelle wieder auf. Der Produktionsfluss muss einfach so sein", sagt Hauber. Das große Aufräumen beginnt jetzt mit der Beseitigung der Bleche, die die Dächer der eingestürzten Bauten bedeckten. "Erst wenn die weg sind, können wir den Schadensort genauer einsehen", so der Geschäftsführer, der für die Beräumung mehrere Wochen veranschlagt. Bei der exakten Schadensermittlung setze man auch eine Drohne ein. Am Bildschirm würden die Gebäude rekonstruiert, der vernichtete Maschinenpark bewertet. Klares Ziel sei ein Wiederaufbau im kommenden Jahr.

"Wir sind wesentlich sicherer mit dem Krisenmanagement und deshalb schneller mit dem Wiederaufbau", schätzt Markus Hauber ein: "Für unsere Kunden geht es in den meisten Bereichen so weiter, als wenn nichts gewesen wäre." Sechs Mitarbeiter aus Geithain seien seit der Brandnacht nach Stammsitz des Unternehmens in Baden-Württemberg im Einsatz, um dort Geithainer Aufträge abzuarbeiten. Ein Mitbewerber aus Geringswalde öffnete sein CNC-Bearbeitungszentrum für Ladenburger: "Wir können dort mit unseren Leuten eine Schicht fahren. Darüber sind wir sehr glücklich." Ansonsten wurden vor allem auf dem Firmengelände selbst Interims gefunden, um die Produktion fortzusetzen.

Um ihren Arbeitsplatz bangen, das müsse keiner der 230 Frauen und Männer in Geithain, stellt Hauber klar. Man habe sich zum Standort bekannt, und ehe die Produktion wieder im gewohnten Umfang laufe, brauche man eher mehr Hände als weniger. Bis November, sagt er , "ist ein Großteil unserer Kapazität wieder da". Dank auch des Einsatzes der Belegschaft. Jene fünf Mitarbeiter, die in der Brandnacht verletzt worden seien, hätten spätestens am folgenden Tag das Krankenhaus verlassen. Doch die seelische Anspannung wirke nach: "Es gibt einige von uns, die das nervlich nicht so leicht verkraften." Tragisch sei, sagt Hauber, dass das Unternehmen jene Auflagen an den Brandschutz, die aus dem Feuer 2013 resultierten, im Grunde schon umgesetzt waren, etwa was den Bau zusätzlicher Sprinkleranlagen betreffe. "Eingebaut waren die schon, bloß noch nicht scharf." Schon eine Woche später hätte man diese Löscheinrichtung in Betrieb genommen: "Damit hätten wir das Ausmaß des Feuers auf jeden Fall eingeschränkt."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.07.2015
Ekkehard Schulreich

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