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Geithain Im Kohrener Bahnhof entstehen Wohnungen und Geschäftsräume
Region Geithain Im Kohrener Bahnhof entstehen Wohnungen und Geschäftsräume
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00:20 29.09.2017
Entkleidet vom Putz und demnächst gedämmt: der Kohren-Sahliser Bahnhof von der Bahnsteigseite her. Die historische Uhr, die hier die Fassade schmückte, soll zurückkehren wie der Schriftzug mit dem Stationsnamen.
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Kohren-Sahlis

Ein halbes Jahrhundert nach der Einstellung des Zugverkehrs nach Kohren-Sahlis erlebt der Bahnhof der Töpferstadt eine Renaissance: nicht als Abfertigungsort, sondern als Haus, das Gewerbe und Wohnen unter einem Dach vereint. Diana Stock und Ronny Loth haben sich der Herausforderung gestellt, das geschichtsträchtige, aber nicht unter Denkmalschutz stehende Gebäude zu sanieren, einer neuen Nutzung zuzuführen und für das Stadtbild zu erhalten. Ziel ist es, die seit August laufenden Arbeiten bis zum Sommer nächsten Jahres abzuschließen.

Das Bahnhofsgebäude vor Beginn der Sanierung. Quelle: Jens Paul Taubert

Am Kohren-Sahliser Bahnhof in einen Zug zu steigen, war der gebürtigen Kohrenerin Diana Stock (43) aufgrund ihres Alters nicht vergönnt: Die letzten Züge wurden 1967 hier abgefertigt. Für Ronny Loth, ebenso alt, den in Ebersbach aufgewachsenen Unternehmer, war der Bahnhof lange Zeit noch weniger ein Begriff. Als das kurz nach der vorletzten Jahrhundertwende errichtete Haus zum Verkauf stand, entschieden sie sich, zuzugreifen. „Wir haben uns ein bisschen in den Bahnhof verguckt. Alles, was irgendwie geht, wird wieder hergestellt“, sagt Loth, Wahl-Kohrener und Präsident des TSV 1847. Er meint damit vor allem die historische Bahnhofsuhr, die sich zurzeit in der Restaurierung befindet und die – neu funktionstüchtig – an die einstige Bahnsteigseite zurückkehren soll. Wenn die Fassaden wie vorgeschrieben gedämmt sind, wird der historische Schriftzug mit dem Ortsnamen wieder aufgemalt. Im Inneren werden Türen bewahrt; die neu angefertigten Fenster entsprechen den historischen Vorlagen.

„Wir hätten nicht gedacht, dass sich das Haus, das viele Nutzungen erfuhr und zuletzt lange leer stand, in einem so soliden Zustand befindet“, sagt Loth. Unterschätzt habe man aber auch den baurechtlichen Aufwand, der allerhand Zeit gekostet habe. „Wir arbeiten, so weit es geht, mit Firmen aus der Region. Das ist uns wichtig – und bisher klappt das sehr gut.“ Rund 400 000 Euro investiert das Paar in die Immobilie.

In das Erdgeschoss zieht Diana Stocks Friseursalon ein, der sich bisher schräg gegenüber in etwas beengten Verhältnissen befindet. Ein zusätzlicher Arbeitsplatz soll entstehen. Die angeschlossene Kosmetik von Silvia Richter zieht ebenso mit um. Im Obergeschoss und unter dem Dach sind drei Wohnungen geplant. Das Grundstück umfasst auf der Westseite nicht nur eine schmale Grünfläche, sondern auch einen Teil des gepflasterten Platzes. Die Durchfahrt wird künftig etwas schmaler, da hier mehrere Stellplätze errichtet werden.

„Dass der Bahnhof für viele Kohrener wichtig ist, merken wir an den vielen positiven Reaktionen. Sie und die Handwerker würden oft daraufhin angesprochen. Das bestärke in der Entscheidung, hier zu investieren. Die Gebäudehülle soll bis zum Jahresende fertiggestellt sein; dann schließt sich der Innenausbau an.

Von Ekkehard Schulreich

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