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Geithain In Bad Lausick geht es rund: Trotz massiver Kritik baut Sachsen jetzt Kreisverkehr
Region Geithain In Bad Lausick geht es rund: Trotz massiver Kritik baut Sachsen jetzt Kreisverkehr
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16:05 10.05.2017
Die Aufnahmetechnik macht die Grünfläche an der Leipziger Straße (hinten) schon jetzt beinahe zum Kreisel. Sie soll aber weg und einem großen Kreisverkehr weichen. Quelle: Foto:
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Bad Lausick

Kein Weg vorbei führt an dem Kreisverkehr, den das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) in Bad Lausick bauen will. Zwar hatte sich das Vorhaben im Zuge der Richtung Norden führenden Staatsstraße um mehrere Jahre verzögert, ab Mitte nächster Woche aber sollen Tatsachen geschaffen werden. Von Ende Mai bis zum Frühjahr 2018 wird die Leipziger Straße voll gesperrt. Für den Verkehr von und nach Grimma beziehungsweise Otterwisch gilt eine weiträumige Umleitung. Veränderungen gibt es auch beim Busverkehr.

„Wir werden zunächst mit der Herstellung einer provisorischen Buswendeschleife im Bereich der Staatsstraße S 48 zwischen der Ortslage Bad Lausick und dem Ortsteil Wüstungsstein beginnen“, erklärt Lasuv-Sprecherin Isabel Siebert. Die Schleife entsteht nahe des einstigen Bahnhofs Heinersdorf und ermöglicht Linienbussen, die die Leipziger Straße nicht passieren können, das Wenden. Der Kreisel, der im Einmündungsbereich Leipziger Straße/Käthe-Kollwitz-Straße errichtet wird, hat einen Durchmesser von 34 Meter. Außerdem wird die Staatsstraße auf 350 Metern ausgebaut.

Umrundet wird der Kreisel von einem 2,50 Meter breiten Gehweg. Vor dem eigentlichen Straßen- und Wegebau, der rund eine Dreiviertel Million Euro kosten soll, erneuern die Kommunalen Wasserwerke Grimma-Geithain Trinkwasserleitungen und Abwassersammler. Die Stadt Bad Lausick ist mit Gehweg und Straßenbeleuchtung im Boot. Sie hofft laut Bürgermeister Michael Hultsch (parteilos) auf eine Förderung, um ihren auf 160 000 Euro veranschlagten Kostenanteil auf 15 000 bis 20 000 Euro Eigenmittel reduzieren zu können.

„Man kann dafür und dagegen sprechen. Die Entscheidung liegt nicht in unserer Befugnis. Das Thema ist durch“, sagt Hultsch, angesprochen auf die massive Kritik, die vor einem halben Jahrzehnt dem Projekt aus dem Stadtrat, aber auch von Seiten der Anwohner entgegenschlug. Ein Kreisel an dieser Stelle sei unnötig, überdimensioniert, sorge für mehr Lärm und Abgase und sei städtebaulich eine Zumutung, so die Kritiker damals. Als zwingenderes Vorhaben war die Entschärfung der engen Neunzig-Grad-Kurve am Untermarkt angemahnt worden. Das ließe sich durch eine Umgehungsstraße erreichen, die durch das Gewerbegebiet Angerwiesen führen könnte. Das Geld für den Kreisel sei dafür besser angelegt, hatte Stadtrat Gerhard Köpping (Freie Wähler) 2013 argumentiert und sich den prompten Widerspruch der Landesbehörde eingeholt: Die Umgehung komme „definitiv in den nächsten zehn Jahren nicht“.

Das sieht Hultsch ebenso: Die Landespolitik habe den in den neunziger Jahren aufgeworfenen Bau einer Ortsumgehung nicht weiter verfolgt. Das sei zwar schade, aber Realität. Dass der Kreisverkehr zu großen Beeinträchtigungen führen könnte, sehe er nicht. „Er muss groß genug sein, um den LKW-Verkehr aufnehmen zu können. Wir werden seine Mitte ordentlich gestalten“, sagt er: „Das wird nicht so ein Hügel wie am Ortseingang.“

Das Lasuv bittet Verkehrsteilnehmer und Anwohner im Umfeld „um Verständnis für die mit der Baudurchführung über einen längeren Zeitraum eintretenden Umleitungen und Erschwernisse“. so Siebert. Und ist überzeugt: „Das Vorhaben wird deutlich zur Verbesserung der Verkehrssicherheit beitragen.“

Von Ekkehard Schulreich

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