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Geithain In Gnade gemeinsam gealtert: Gnandsteiner Paar feiert Gnadenhochzeit
Region Geithain In Gnade gemeinsam gealtert: Gnandsteiner Paar feiert Gnadenhochzeit
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00:18 25.06.2017
Gertrud und Herbert Steinbach feiern am Donnerstag ein besonderes Ehejubiläum. Quelle: privat
Leipzig/Gnandstein

Die Gnadenhochzeit ist nach der silbernen, der goldenen, der diamantenen und der eisernen Hochzeit das fünfte Ehe-Jubiläum, das Gertrud (92) und Herbert Steinbach (93) am Donnerstag im Kreise ihrer großen Familie mit den noch lebenden neun Kindern und deren Ehe-und Lebenspartnern, mit 21 Enkeln und 27 Urenkeln, mit Nichten, Neffen und anderen Angehörigen feiern können. Über Jahrzehnte hatten beide ihren Lebensmittelpunkt in der Geithainer Region; heute leben sie in Leipzig, fühlen sich aber noch immer mit der Heimat eng verbunden.

Das Paar fand sich nach dem Krieg beim Tanz im Gnandsteiner Dorfkrug. Herbert Steinbach stammt aus einer altansässigen Gnandsteiner Arbeiterfamilie, hatte den Krieg überlebt und war aus amerikanischer Gefangenschaft nach Hause zurückgekehrt. Gertrud, geborene Gresch, flüchtete von Pillau über die Ostsee zu ihrer Familie, die Tilsit verlassen hatte und sich in Gnandstein wiederfand. Mit der Eheschließung 1947 in der Dorfkirche zu Gnandstein begann für beide ein neues Leben in einer glücklichen Familie. Da war der erste Sohn Hans Joachim schon geboren und zwei Monate alt. Weitere vier Kinder wurden bis 1951 im Jahresrhythmus geboren. Im Braunkohlenwerk Thräna, wo Herbert seine Schlosserlehre gemacht hatte, fand er wiederum Arbeit in der Werkstatt. Später besuchte er die Abendschule und erwarb den Meisterbrief.

Gertrud hatte nicht nur die Kinder zu versorgen. Sie arbeitete in der Burggaststätte als Serviererin, später als Verkaufsstellenleiterin, wirkte mit im Elternbeirat der Schule. Nebenbei gab es eine kleine Hauswirtschaft, Kartoffel- und Rübenacker, ein Schlachtschwein, Kaninchen, Gänse, Enten und Hühner zu versorgen. In Gnandstein war Herbert Steinbach stellvertretender ehrenamtlicher Bürgermeister, Vorsitzender des Ortsausschusses der Nationalen Front, half beim Wasserleitungsbau, bei Hochwasser und Sturmkatastrophen und im Sportverein. „Und er war als kluger Ratgeber immer zur Stelle, wenn seine Kinder ihn brauchten“, sagt Sohn Hans Joachim.

Bis 1968 wohnte die 13-köpfige Familie in einer Haushälfte im Forsthaus; nachdem die Kinder flügge waren, ging es nach Frohburg. Seinem Betrieb hielt Herbert lange Jahre die Treue und feierte mit 64 noch sein 50jähriges Betriebsjubiläum. Mit der Wende wurden Gertrud und er Rentner, genießen seitdem ihren Ruhestand. Tochter Heidrun, schon in Leipzig zu Hause, holte die Eltern in die Großstadt. Trotz mancher schweren Erkrankung rappelten sie sich immer wieder auf. „Sie machen Küche und Haushalt selbst, bei der großen Wäsche und Hausputz helfen die Kinder und Enkel.“

Von Ekkehard Schulreich

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