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In Kohren-Sahlis wandern historische Dokumente in die digitale Welt

Hilfe für Chronisten In Kohren-Sahlis wandern historische Dokumente in die digitale Welt

Geschichtsaufarbeitung im ganz praktischen Sinn betreibt eine kleine Gruppe historisch Interessierter in Terpitz: Sie macht Dokumente der Ortsgeschichte elektronisch zugänglich und erleichtert so Recherchen. Im Mittelpunkt steht zurzeit die Geschichte des Dorfes Altmörbitz mit all ihren Facetten von Kirche und Schule über Landwirtschaft und Mühle bis Brauchtum und Straßenbau.

Eine Arbeitsgruppe überträgt historische Dokumente in die digitale Welt, hier (v. l.) Rita Heyduk, Udo Neuschäfer und Heidi Trölitsch bei der Erfassung.

Quelle: Jens Paul Taubert

Kohren-Sahlis/Terpitz. Geschichte zugänglich machen, nutzbar, nachvollziehbar – dieser Aufgabe hat sich seit Jahren eine kleine Gruppe verschrieben, die sich aller zwei Wochen im Terpitzer Vereinshaus der Kohrener Oldtimerfreunde trifft. „Entscheidend ist doch, dass man die gesammelten Werke als eine Sammlung hat, auf die man auch zurückgreifen kann“, beschreibt Udo Neuschäfer die Intention. Das heiße vor allem: Akten entziffern und in Datenbanken eingeben, so dass sie jederzeit abrufbar und jederzeit erweiterbar sind.

Im Mittelpunkt steht zurzeit die Geschichte des Dorfes Altmörbitz mit all ihren Facetten von Kirche und Schule über Landwirtschaft und Mühle bis Brauchtum und Straßenbau. Darüber hinaus wächst die Fülle an Dokumenten und Unterlagen, die – im Kohren-Sahliser Stadtarchiv verwahrt – aufgearbeitet sind und die die Entwicklung weiterer Ortschaften des Amtes und der Stadt selbst betreffen.

Der erste Bäcker, der in Altmörbitz urkundlich belegt ist, hieß Friedrich Wilhelm Weinrich. Der Eintrag stammt von 1867. Die Übersicht über das Handwerk im Dorf, an der Neuschäfer arbeitet, reicht von Bäcker und Böttcher über Polstergras-Verarbeitung (Urgroßvaters und Großvaters Matratzen!) bis zu Zimmermann und Wagner; erstgenannter Wagenbauer ist 1862 Melchior Bernhard.

„Der Vorteil einer Datenbank sind die Ergänzungen, die jederzeit problemlos möglich sind“, sagt Neuschäfer. Aktuell befasst er sich mit der Übertragung jener Chronik, die Pfarrer Kölling in den Zwanzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts schrieb und die im Pfarrarchiv ruht, von Papier auf Computer.

So wie Udo Neuschäfer ist das halbe Dutzend Mitstreiter der Arbeitsgruppe jeweils mit bestimmten Themengebieten betraut. Sie leisten unentbehrliche Zuarbeiten für den Altmörbitzer Verein Spurensuche und den Heimatgeschichtler Gert Schreiber. Was sie zusammenstellen, findet seinen Niederschlag nicht nur in Datenbanken, sondern auch in gedruckter Form, in Chronikheften, in Festschriften, in Beiträgen zur Orts- und Regionalgeschichte.

Dass die Gruppe, in der sich Frauen und Männer verschiedener Profession, aus verschiedenen Orten zusammengefunden haben, sich seit 2007 gerade in Terpitz trifft, hängt mit dem Gastgeber Oldtimerverein zusammen. Der initiierte damals ein Internet-Café, dessen Technik für die Chronisten-Arbeit genutzt werden kann. Und trotz der Fülle an Dokumenten, die schon durch die Hände der Gruppe gingen, ist an künftiger Arbeit kein Mangel.

Dass sich Udo Neuschäfer für Geschichte interessiert – seine Frau Petra arbeitet in der Gruppe ebenso mit – liegt in der Familie begründet. Neuschäfers sind bis ins 15. Jahrhundert zurück nachweisbar. Ursprünglich in Hessen und Niedersachsen zu Hause, kam Neuschäfer als Erstklässler einst mit seinen Eltern nach Altmörbitz, die hier ein altes Umgebindehaus erwarben und vor dem Verfall bewahrten. Der 64-Jährige, Elektriker von Hause aus, tauchte vor Längerem schon ein in die Geschichte seiner Ahnen. Was ihn an Historischem neben den plötzlich sichtbar werdenden Zusammenhängen fasziniert, ist die Chance, Unbekanntes, kaum Geahntes, Überraschendes zu entdecken.

Von Ekkehard Schulreich

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