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In Thierbaum spielt nicht nur Musik

In Thierbaum spielt nicht nur Musik

Zehn Jahre alt wird der Heimat- und Kulturverein Thierbaum. Die Musik spielt im Dorf schon ein paar Jahre länger, angestoßen durch Joachim Friedel und seither dank des Vereins zu einer ureigenen Thierbaumer Angelegenheit gemacht.

Thierbaum. Elf Veranstaltungen in Scheune, Gewölbe und Kirche sieht der Plan in diesem Jahr vor. Neu ist eine Märchenlesung für die ganze Familie.

„Alles, was wir organisieren, bestreiten wir ohne Fördermittel“, sagt Dirk Bernstein, der Chef des Thierbaumer Kultur- und Heimatvereins. Jahr für Jahr stemmen die Mitstreiter ein attraktives, vor allem musikalisches Programm und schaffen es, dass sich die Sache gerade so trägt. „Das verdanken wir unserem treuen Publikum, das aus der gesamten Region und auch von weiter her kommt“, sagt Bernstein. An die 10 000 Menschen habe man in Thierbaum begrüßen können, seit es auf dem Friedel-Hof die „Musik am Anger“ gebe. Daran änderte auch das krisengeprägte Jahr 2009 nichts Grundsätzliches: „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen.“ Elf Veranstaltungen soll es in diesem Jahr geben. Der Verein beschloss die Termine auf seiner kürzlichen Zusammenkunft. Längst nicht mehr wegzudenken sind etwa die Oper des Opernstudios Oberfranken – am 31. Juli wird Mozarts „Cosi fan tutte“ aufgeführt – und das Konzert des Westsächsischen Symphonieorchesters (4. September). Die MSS-Bigband aus Frankfurtlässt es am 12. Juni swingen und gestaltet tags darauf einen Frühschoppen. Vor allem an Familien mit Kindern richtet sich die musikalische Märchenlesung am 10. Juli: Mitglieder der Staatsoperette Dresden bringen Andersens „Kleine Meerjungfrau“ zu Gehör. Etwas für Ohr und Auge bietet der 25. September, wenn Klangwerke und Malerei des Expressionismus zusammengeführt werden. „Wir sind dankbar für die Treue unserer Besucher und wollen sie und andere immer wieder neugierig machen“, sagt Dirk Bernstein mit Blick auf die thematische Breite des Thierbaumer Kulturjahres, zu dem – der Vollständigkeit halber sei es erwähnt – auch das Jubiläum „60 Jahre Feuerwehr“ zählt, bei dem sich der Verein ebenfalls einbringt. Das liegt auf der Hand, denn in einem 130-Seelen-Dorf geht vieles nur in Personalunion. 22 Mitglieder zählt der Kultur- und Heimatverein. Weil einige weit entfernt wohnen, können sie bei der Organisation der großen Konzerte nicht mit zupacken. Dann greifen gern und regelmäßig viele andere aus dem Dorf mit zu, um Tische und Bänke zu tragen, Würste zu grillen, die Künstler zu betreuen. Seit vergangenem Jahr sind die Vereinsleute deutlich erkennbar an ihren orangenen Shirts. Noch liegt dick der Schnee in diesem Winkel am Colditzer Forst. Doch wenn der Frühling komme, heiße es für die Mitglieder, die Ärmel aufzukrempeln, so Bernstein: „Wir starten immer mit einem Frühjahrsputz in Hof und Garten in die Saison.“

Ekkehard Schulreich

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