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Geithain Initiative gegen Fachkräftemangel
Region Geithain Initiative gegen Fachkräftemangel
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14:40 28.12.2009
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Borna

Die LVZ sprach mit der 30-jährigen Mitarbeiterin der Wirtschaftsförderung Leipziger Land GmbH über erste Erfolge, den veränderten Lehrstellenmarkt und zentrale Berufsorientierungsmessen.

Frage: Die Initiative gründete sich mit dem Ziel, den erhöhten Fachkräftebedarf in der Region langfristig zu sichern. Was haben Sie bisher erreicht?

  Doreen Haym: Es ist uns gelungen, Unternehmen und Schulen besser zu vernetzen. Es gab noch vor zwei Jahren ein großes Kommunikationsdefizit. Wir hatten zwar wahnsinnig viele Aktionen, aber keiner wusste so richtig, was es alles gibt. Daher war es auch für Lehrer oder Unternehmer schwierig sich zu orientieren. Heute wissen wir genau, was die Akteure machen, was sie können und wo es noch Lücken gibt. Zudem haben wir eine Internetplattform unter www.fki-leipzig.de, wo Schüler, Eltern, Lehrer, Unternehmer, Kommunen, Hochschulen, Ministerien und viele weitere Akteure sich treffen können und die unterschiedlichsten Informationen bekommen.Frage: Die Zahl der Schulabgänger hat sich seit der Wende nahezu halbiert, der Lehrstellenmarkt grundlegend geändert. Wie groß ist die Not der Unternehmen im Landkreis?Doreen Haym: Der Schuh drückt. Gebraucht werden zum Beispiel Krankenschwestern, Altenpfleger und Erzieher. Das haben Umfragen bei Kommunen und im Gesundheitsbereich ergeben. Altenpfleger zum Beispiel auch für Jungs ist ein durchaus ansprechender zukünftiger Beruf. Es gehen viele Erzieherinnen in den nächsten Jahren in den Ruhestand, da ist ganz viel Bedarf. Auch technische Fachkräfte und Logistikmitarbeiter sind gefragt. Hier jedoch fehlen uns die Zahlen. Die meisten Unternehmen besitzen kein so genanntes Personalentwicklungskonzept und können Ihren Bedarf an Fach- und Führungskräften nicht konkret mitteilen.Frage: Den Nachfrage steht eine nach wie vor hohe Arbeitslosigkeit, vor allem in der Bornaer Region, gegenüber.Doreen Haym: Das Problem ist, dass die Qualifikation oftmals nicht stimmt. Es wird bereits seit einiger Zeit versucht, hier gegenzusteuern, zum Beispiel Arbeitslose für Pflegeberufe zu qualifizieren. Die Agentur für Arbeit mit ihrem Arbeitgeberservice leistet hier sehr gute Arbeit.Frage: Welche Möglichkeiten gibt es für Unternehmen, die geeigneten Lehrlinge zu finden?Doreen Haym: Wir setzen uns dafür ein, dass es eine, höchstens zwei zentrale Berufsorientierungsmessen im Landkreis gibt, wo alle Schüler die Möglichkeit haben hinzufahren. Wie die große Messe in Borna im März. Derzeit ist es aber noch so, dass es an vielen Mittelschulen zusätzlich kleine Messen gibt. Für die Firmen ist es schwierig zu entscheiden, wo sie sich präsentieren sollen. Daran arbeiten wir. Generell gilt es zu zeigen, welche vielfältigen Berufe in welch spannenden Firmen mit internationaler Ausstrahlung es im Landkreis gibt. Und dass es eben nicht nur die Friseurin und der Kfz-Mechatroniker sein müssen.

Claudia Carell-Domröse

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