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Integration als Normalität: Geithainer Schule setzt sich ein für junge Flüchtlinge

Schule ohne Rassismus Integration als Normalität: Geithainer Schule setzt sich ein für junge Flüchtlinge

Im März 2016 stand Thomas Saalbach erstmals vor seiner Klasse, in der junge Flüchtlinge zusammengefasst sind. Als „Schule ohne Rassismus“ verpflichteten sich die Schüler der Paul-Guenther-Schule, sich in besonderem Maße für deren Integration einzusetzen – eine Zwischenbilanz mit Ministerin Petra Köpping (SPD).

Integrationsministerin Petra Köpping (re.) in der Geithainer Paul-Guenther-Oberschule.

Quelle: Jens Paul Taubert

Geithain. „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“: Für die Geithainer Paul-Guenther-Schule, die dieses Markenzeichen seit einem Jahr trägt, ist das mehr als eine bloße Formel. „Die Einbindung der ausländischen Mitschüler in das schulische, private und gesellschaftliche Leben gestaltet sich natürlich unterschiedlich. Doch wenn einer dem anderen Wertschätzung entgegen bringt, kann Integration gelingen, und wir werden sie als eine Normalität des Lebens empfinden“, sagte Martin Penndorf, der als Schulsozialarbeiter einen besonders engen Kontakt zu den Heranwachsenden aus Afghanistan, Pakistan, Syrien, Irak, Iran und Somalia hält.

Ein Jahr nach der Eröffnung einer DaZ-Klasse (Deutsch als Zweitsprache) wurden am Donnerstag eine Zwischenbilanz gezogen und die Selbstverpflichtung erneuert. Neben Schülern verschiedener Klassenstufen nahmen Schüler- und Elternvertreter, Stadträte und Paten sowie Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) teil. Nach Penndorfs Einführung begaben sich die ausländischen Schüler in Klassen, um dort über ihre ersten Monate in Geithain zu sprechen, über ihr Zerrissensein zwischen neuer und alter Heimat und über ihre Zukunftserwartungen.

Dankbar dafür, fern der Gewalt in Deutschland leben und lernen zu können, zeigte sich Sayed. Der Fünfzehnjährige aus Afghanistan trug einen berührenden Brief vor, sein Daz-Klassenlehrer Thomas Saalfeld stand ihm zur Seite. „Seit ich geboren bin, ist Krieg. In Afghanistan ist jeden Tag Krieg“, sagte Sayed. Umso größer sei die Furcht der Flüchtlinge, dorthin abgeschoben zu werden. Ihr Wunsch sei, sich zu integrieren, und sie nutzten Hilfen gern.

Die finden sie nicht nur bei ihren Mitschülern und den Lehrern, sondern auch bei ehrenamtlichen Paten und bei Vereinen, die sich um sie kümmerten. Penndorf nannte etwa die Initiative für ein weltoffenes Geithain, aber auch das Deutsche Rote Kreuz und den Tanndorfer Ruderklub. Bisher durchliefen 41 Heranwachsende die Geithainer DaZ-Klasse; aktuell lernen drei Mädchen und 14 Jungen in ihr – nicht nur Deutsch, sondern auch Englisch und WTH (Wirtschaft, Technik, Haushalt). Vier Schüler konnten in den regulären Unterrichtsbetrieb voll, sechs in Teilen integriert werden. Während die Mädchen mit ihren Familien in Wohnungen leben, sind die unbegleiteten Jungen in Heimen in Frohburg und Tanndorf untergebracht.

„Ich möchte herzlich gratulieren zu dem, was erreicht worden ist“, sagte Petra Köpping. Auch wenn die eine oder andere verbale Konfrontation nicht ausgeblieben sei; alles in allem hätten alle ihren Beitrag geleistet, dass der Anspruch „Schule ohne Rassismus“ erfüllt werde.

Von Ekkehard Schulreich

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