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Geithain Intimitäten im Team
Region Geithain Intimitäten im Team
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15:11 19.05.2015
Bühnen- und Kostümbildnerin Marlis Knoblauch (links) stellt in der Geithainer Stadtbibliothek aus, hier plaudert sie mit ihrem ehemaligen Kollegen am Schauspiel Leipzig, Axel Pfefferkorn. Quelle: Jens Paul Taubert

Doch auch ein Kochbuch hat die stets auf vielen Hochzeiten tanzende Künstlerin illustriert, und das gab der Schau den Titel: "Orange und Ente intim".

Missverstanden habe fast jeder das Motto der Schau, erzählte Bibliothekarin Ramona Kratz zur Ausstellungseröffnung am Sonntag. "Orange und Ente im Team" sei der häufigste Hörfehler gewesen. Doch die Illustrationen von Knoblauch, die sie für das Büchlein "Kochen mit Kunst" zu den einfachen und leckeren Rezepten eines Freundes gemacht hat, spielen schon damit, dass Liebe eben durch den Magen geht. Originalzeichnungen sind ausgestellt.

Etwas mehr zusammenrücken mussten Künstlerin und Bibliothekarin bei ihrem Eröffnungsgespräch, weil neben ihnen das Kleid der Elektra aus Sartres Stück "Die Fliegen" drapiert war. Knoblauch hat es für die Aufführung am Theater Marburg kreiert. Die Stendalerin stattet am liebsten Märchen, Operetten, Musicals aus, "wo viel Fantasie gefragt ist". In Kostümen von ihr haben Schauspieler schon in Saarbrücken, Dessau, Detmold, Annaberg-Buchholz, Magdeburg, Schwerin und vielen anderen Städten gespielt.

In Geringswalde aufgewachsen, hatte die begabte Zeichnerin einen entsprechenden Zirkel in Rochlitz besucht. Den Theaterbetrieb kennen- und lieben lernte sie als Volontärin an der Oper Chemnitz (damals noch Karl-Marx-Stadt), bevor sie fünf Jahre an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee studierte. Am Schauspiel Leipzig hat sie bis zur Wende mit Ausstattungsleiter Axel Pfefferkorn zusammengearbeitet, und der war zur Eröffnung am Sonntag persönlich anwesend. Ende Oktober ist seine Ausstellung "Lebenslänglich Theater" auf Burg Gnandstein erfolgreich zu Ende gegangen.

"Sie ist gut, sehr kreativ und fantasievoll, eine Bereicherung für das Theater", so der Rüdigsdorfer über seine ehemalige Kollegin. "Wir waren ein tolles Team, gerade in dieser super-spannenden Wendezeit", denkt sie gern an die Zusammenarbeit zurück.

Als Statisten in der Rolle eines Bären im Stück "Hermannsschlacht" am Schauspiel Leipzig hat Marlis Knoblauch Ende der 80er Jahre Karsten Pietsch kennengelernt. "Sie kann das Bitterste lustig zeigen", betonte der, hatte dabei beispielsweise die Hexen im Koblenzer Faust oder die Schlange in der "Zauberflöte" auf der Bühne von Annaberg-Buchholz im Sinn.

Pietsch, vielen als "Schulmeister im Schloss Frohburg" bekannt, flanierte bei der Vernissage ansonsten als Koch durch die Zuschauerreihen. Er ließ nicht nur Gedichte rund ums Kochen vom Stapel - wie "Rezept für Dichter" von Hildegard Maria Rauchfuss - sondern auch eine Flügel schlagende Spielzeug-Ente aufs Publikum los.

Marlis Knoblauch macht alles mit Lust und lässt sich von neuen Funken schnell entflammen. Derzeit malt sie Stühle an, einer ist in der Schau zu bewundern. An ihrem ständigen Umräumen seien schon Beziehungen zerbrochen, so die Mutter eines erwachsenen Sohnes. Wer sie beauftrage, seine Wohnung einzuräumen, der habe ihre Liebe für immer. Als Rutengängerin sucht sie in einem Zuhause nach einem "von negativen Strahlen freien Schlafplatz, damit man sich regenerieren kann."

Marlis Knoblauch ist freischaffend tätig, derzeit gestaltet sie gerade die rund 300 Kostüme zur Gala "Feier-Abend", die am 11. Januar zur 800-Jahr-Feier Bielefelds Premiere haben wird. "Die Etats disziplinieren enorm", erzählte sie. Früher seien Materialien für den gewünschten Effekt in der Aufführung weit mehr bearbeitet worden. Seit der Wende gelte es, die Auswahl aus einer riesigen Materialvielfalt zu treffen.

Die Ausstellung in Geithain lädt bis Anfang Februar ein.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.11.2013
Inge Engelhardt

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