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Jagdgenossenschaft Flößberg lädt zum Jubiläumsfest

Frohburg Jagdgenossenschaft Flößberg lädt zum Jubiläumsfest

Es ist durchaus keine knochentrockene Materie, mit der sich eine Jagdgenossenschaft zu befassen hat. Das wollen die Flößberger zeigen. Sie laden aus Anlass ihres 25-jährigen Bestehens zu einem Fest für das ganze Dorf ein – nicht zuletzt auch, um zu zeigen, welchen Wert Hege und Jagd für die ländliche Region haben.

Die Jagdgenossenschaft besteht seit 25 Jahren – Flößberg feiert am Sonnabend.

Quelle: Jens Paul Taubert

Frohburg/Flössberg. Seit einem Vierteljahrhundert gibt es die Jagdgenossenschaft Flößberg. Das Jubiläum ist Anlass für ein Fest am Sonnabend, das der Jagdvorstand mit Hilfe der Freiwilligen Feuerwehr und anderer Unterstützer für das ganze Dorf ausrichtet. Die Jagd gehört zu Flößberg, dessen Gemarkung an die 600 Hektar Felder, Wiesen und Waldstücke umfasst, die als bejagdbar eingestuft sind. 1992, als die Landeigentümer sich zu dieser Genossenschaft zusammen fanden, war die Fläche noch ein ganzes Stück größer.

Inzwischen aber wächst mancherorts, so im Bereich des Unteren Schildholzes und in Nachbarschaft der Waldsiedlung, junger, kräftiger Wald heran, aufgeforstet durch den Staatsbetrieb Sachsenforst. „Das ist eine gute Sache. Wenn der Wald gemehrt wird, kommt das unseren nachfolgenden Generationen zugute“, sagt Bernd Dietrich, seit 2012 Jagdvorsteher und kürzlich erst für fünf weitere Jahre gewählt. Vor ihm führten Klaus Büttner und Friedhelm Linke das Gremium, das zwei Dutzend Mitglieder zählt.

Über Jahrhunderte war Flößberg ein Bauerndorf. Heute gibt es mit Thomas Eydner nur noch einen, der von der Landwirtschaft leben kann, und zwei, drei Landwirte im Nebenerwerb. Eydner ist nicht nur stellvertretender Vorsitzender der Jagdgenossenschaft; er ist auch der Jagdpächter. Gemeinsam mit seinen Jägern kümmert er sich um die Hege des Wilds, aber auch um den Abschuss. „Die Begrenzung der Wildschäden ist ein wichtiges Thema, zumal in unserer Flur viel Mais angebaut wird“, sagt Dietrich. Der Mais ziehe Wildschweine an. Ein in den vergangenen Jahren immer größeres Problem sei die Ausbreitung des Waschbärs geworden: „Der vergreift sich an den Vögeln und dem Kleingetier.“ An die 70 dieser hier nicht heimischen Tiere habe man im zurückliegenden Jagdjahr erlegt. Um den Bestand weiter einzudämmen, habe sich die Jagdgenossenschaft entschlossen, zwei Fallen zu kaufen, die bei Bedarf reihum im Dorf ausgeborgt werden können. Problematisch sei zudem die Ausbreitung von Fuchs und Dachs, Feinden des Niederwilds.

Ihre Verbundenheit mit dem Dorf demonstriert die Jagdgenossenschaft, Mitglied des Bauernverbandes, mit der Ausrichtung ihrer Feste. Zwar schliefen die um die Jahrtausendwende praktizierten Jagd- und Erntefeste irgendwann ein, doch wurde das 20-jährige Bestehen größer gefeiert – so wie es jetzt mit dem 25-jährigen geschieht. Darüber hinaus unterstütze man andere, die im Dorf etwas auf die Beine stellten, und profitiere von deren Hilfe, sagt Dietrich: „Dass sich kürzlich der Verein Dorfgemeinschaft Flößberg gegründet hat, ist sehr schön.“ Die Jagdgenossenschaft selbst lege Wert darauf, immer wieder auch das Interesse Jüngerer zu wecken, um die seit 1992 erfolgreiche Arbeit fortsetzen zu können. Im Falle von Thomas Eydner etwa sei das gelungen; der sei in die Fußstapfen von Siegfried Hönig getreten, der über viele Jahre Jäger in Flößberg gewesen sei.

Eine Gruppe von Jagdhornbläsern eröffnet am Sonnabend, 14.30 Uhr, auf der Festwiese hinter dem Gerätehaus einen bunten Nachmittag für Jung und Alt. Hier wird jagdliches Brauchtum gepflegt, führen Jäger den Einsatz ihrer Hunde vor. Augenmaß und Geschick sind gefragt beim Baumstamm-Sägen. Die Mädchen und Jungen der Flößberger Kindertagesstätte „Zwergenland“ gestalten ein Programm. Ein Clown und ein Seifenblasen-Artist sind zu Gast. Es gibt eine Tombola ohne Nieten, statt dessen mit Preisen, die Unternehmen aus dem Dorf und der Region zur Verfügung stellen.

Auf dem Festplatz wird ein Ofen aufgebaut, in dem Brot gebacken wird. Die Jäger köcheln eine Wildsuppe, die Feuerwehr kümmert sich um das Gros der Gastronomie. Mit einem Tanzabend im Zelt, Überraschungen inklusive, klingt die Veranstaltung ab 19 Uhr aus.

Von Ekkehard Schulreich

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