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Jede Menge Besucher: Prießnitzer Bauernrathaus steht im Blickpunkt

Frohburg Jede Menge Besucher: Prießnitzer Bauernrathaus steht im Blickpunkt

Der neue Verein Bauernrathaus Prießnitz öffnete das markante Bauwerk – und viele wollten erfahren, wie es mit dem bekannten Fachwerkhaus weitergeht. Erst am Donnerstag hatte der Frohburger Stadtrat zugestimmt, dass der Verein die denkmalgeschützte Immobilie übernehmen kann. Sie soll Schritt für Schritt saniert und ein zentraler Punkt des Dorflebens werden.

Vereinschefin Jessica Böttcher-Evers (li.) führt Besucher durch das Bauernrathaus.

Quelle: Andreas Döring

Frohburg/Prießnitz. Das Prießnitzer Bauernrathaus ist zurückgekehrt: Zwar hat sich das markante Fachwerkhaus in den mehr als drei Jahrhunderten seit seiner Errichtung keinen Millimeter von der Stelle bewegt, doch still war es in den vergangenen Jahren geworden in dem und um das Kleinod bäuerlicher Lebensart und Architektur. Der neu gegründete Verein Bauernrathaus Prießnitz, der die Immobilie von der Stadt Frohburg in Erbbaupacht übernimmt, hat es sich zum Ziel gesetzt, das geschichts- und geschichtenträchtige Haus für die Dorfgemeinschaft zu sichern und wieder zu öffnen. Der Tag des offenen Denkmals war wie gemacht, um den Verein erstmals in der Öffentlichkeit zu präsentieren und vor allem das Herzstück seiner gemeinnützigen Arbeit, das zwischen 1693 und 1712 errichtete Gebäude selbst.

Das Prießnitzer Bauernrathaus wurde zwischen 1693 und 1712 errichtet

Das Prießnitzer Bauernrathaus wurde zwischen 1693 und 1712 errichtet.

Quelle: Andreas Döring

Tische und Stühle waren aufgestellt und dem Schatten spendenden Dach der Bäume, Besucher saßen entspannt beieinander, tauschten Erinnerungen aus, sahen sich um in der Bohlenstube im Erdgeschoss, in der die bisher acht Mitstreiter des Vereins eine kleine Ausstellung zur Historie des Bauwerks zusammengetragen hatten. Unterstützt wurden sie dabei vom Heimatverein Prießnitz/Trebishain, aber auch von vielen Privatleuten, die alte Ansichten und Dokumente zur Verfügung stellten. Ein Bild von Franz Weinert – Teil einer von den Nachfahren an den Heimatverein übergebenen Sammlung – zeigt die älteste bekannte Ansicht des Bauernrathauses mit dem wichtigen Detail früherer Zeiten, den Fensterläden. Ein Linolschnitt, signiert mit Freiberg (Annelies Freiberg?) ist zu sehen und ein romantisches Nachtbild des Hauses mit erleuchteten Fenstern, eine Schenkung, die der in Kohren-Sahlis ansässige Ulrich Ziegler an diesem Tag übergab.

„Das ist es, was wir wollen: Dass das Licht hier wieder brennt“, sagte Jessica Böttcher-Evers. Die Vorsitzende des vorerst von vier ortsansässigen Familien getragenen Vereins führte immer wieder Besucher durch das Haus, erzählte ihnen von der Bedeutung des Gebäudes für die selbstbewussten Prießnitzer Bauern. Das Bauernrathaus avancierte zu einem Gegenpol zum lehensherrlichen Rittergut und Schloss derer von Einsiedel, das nur wenige Schritte entfernt liegt. Die Bildung des ersten Gemeinderates 1693 gab den Anstoß, das Gebäude zu errichten, und es wurde bis vor kurzem noch vielfältig genutzt. Inzwischen aber konzentriert die Stadt Frohburg ihre finanzielle Kraft auf die Sanierung von Rittergut und Schloss; für das Bauernrathaus fehlen deshalb Nutzung und Geld. Nachdem die Kommune entschied, das Gebäude zu verkaufen, konstituierte sich der Verein.

Das Haus bleibt also im Dorf, eine Fügung, die Frohburger Verwaltung und Stadtrat einhellig billigen. Für den Verein bedeutet das eine Menge Arbeit in den nächsten Jahren, denn auch baulich muss manches getan werden. „Ich bin Archäologin. Für mich ist das eigentlich viel zu jung“, sagte Jessica Böttcher-Evers lachend. Die Präsentation zum Denkmaltag bestärke in diesem Engagement. Man spüre von vielen Seiten Sympathie und Unterstützung. Das tue gut, denn: „Wir wohnen hier. Wir wollen auch etwas für unseren Ort tun.“

Von Ekkehard Schulreich

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