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Jenny Schirmer hält in Breitenborn Straußenpaar: Züchterin hofft auf Nachwuchs

Tierhaltung Jenny Schirmer hält in Breitenborn Straußenpaar: Züchterin hofft auf Nachwuchs

Straußendame Frieda und Straußenhahn Franz-Josef rennen eilig herbei, wenn Jenny Schirmer an den Zaun tritt. Die 41-Jährige ist dabei, bei am Rand von Breitenborn bei Rochlitz eine Straußenzucht aufzubauen. Die Tierhalterin hat aber auch eine kreative Ader.

Jenny Schirmer hält ein Straußenpaar auf ihrer Farm in Breitenborn.

Quelle: Thomas Kube

Rochlitz/Breitenborn. Würde man bei Schirmers von einer Straußen-Wirtschaft sprechen, wäre das korrekt. Aber der Begriff für eine unkomplizierte gastronomische Einrichtung würde trotzdem falsche Hoffnungen wecken: Wein wird nicht ausgeschenkt in dem kleinen Hof am Rand von Breitenborn. Allenfalls ein Ei könnte Jenny Schirmer dem Gast braten. Ein Ei, das es in sich hat. Es würde 20 Portionen ergeben – denn die 41-Jährige ist dabei, eine Straußenzucht aufzubauen. Vor fünf Jahren zog das erste Straußenpaar ein in das große Gehege ein. Jetzt hofft Jenny Schirmer, dass sich erstmals ein Brut-Erfolg einstellt.

Beruflich hat Jenny Schirmer nicht mit Federn zu tun – sondern mit Haaren: Sie ist Friseurmeisterin, betreibt in Frohburg einen eigenen Salon. Mit ihrem Mann Ralf, einem Ur-Breitenborner, kaufte sie vor Jahren den einstigen Dorfkonsum und baute ihn zum Wohnhaus um.

Die Liebe zu den Straußen entstand spontan während eines Familienurlaubs im Spreewald: „Dort haben wir eine Farm gesehen. Da hab ich gespürt: Ja, das ist es!“ Der Eingebung folgten die Mühen der Ebene, zu allererst der Besuch eines Lehrgangs, um das Einmaleins der Straußenhaltung zu verinnerlichen. Dann wurde gebaut.

Ein verwilderter, über Jahre schon ungenutzter Vierseithof gegenüber des umgewandelten Konsums stand samt 1,2 Hektar Land zum Verkauf. „Im ersten Jahr haben wir nur entrümpelt. Da hatte jeder seinen Müll reingeworfen, und alles war zugewuchert.“ Doch es gelang in gemeinsamer Anstrengung, Facon hineinzubringen. 2000 Quadratmeter wurden mit zweifachem Zaun gesichert, ein Schutzhaus für die großen Laufvögel gebaut.

Im Jahr 2013 zogen Frieda und Franz-Josef (ein Schelm, wer da bayrische Politik assoziiert!) ein. Im März des Folgejahres legte die Henne ihr erstes Ei. 1,1 Kilogramm wog das. Inzwischen steigerte sie sich auf 26 Eier im vergangenen Jahr mit einer Masse von bis zu 1,9 Kilogramm. Franz-Josef, im Gehege durch einen Unglücksfall zu Tode gekommen, wurde durch Johann ersetzt. 2016 der von Schirmers ersehnte erste Versuch, ein Ei auszubrüten. „Das Ei war befruchtet, aber kurz vor dem Schlupf starb der Jungvogel“, sagt Jenny Schirmer. Umso hoffnungsvoller sind sie und ihr Mann, der sie in technischen Fragen unterstützt, dass es in diesem Jahr endlich gelingt.

Perspektivisch geht es Jenny Schirmer um die Produktion von Straußenfleisch. Deshalb hat sie ein Nebengewerbe angemeldet. Ehe sich gefiederter Nachwuchs einstellt, vermarktet und nutzt sie die Eier. Aus den Schalen gestaltet sie Lampen. Ihre Schwester Heike Krüger kreiert Ohrringe und Ketten aus Schalenbruchstücken.

Straußen-Eier mit Osterbemalung findet man hier aber nicht. Die Federn werden zu Staubwedeln gebunden: „Die kann man nutzen, die sind antistatisch, nehmen den Staub auf.“ Mit Kreativem aus Straußeneiern war Schirmer kürzlich erneut bei einem Tag der offenen Tür in den Geithainer DRK-Werkstätten präsent – und sorgte für Erstaunen.

Forderte Franz-Josefs Ableben damals die spontane Verarbeitung des Fleisches heraus und sorgte bei aller Traurigkeit des Anlasses für eine Party mit Freunden und Nachbarn, wurde daraus inzwischen ein offizielles Hoffest, das am 30. September zum zweiten Mal ausgerichtet wird. Straußen-Bratwurst und -Schinken sind zwar noch nicht aus eigener Produktion, aber künftig soll das so werden. Tochter Emily, die im Sommer auslernt, bereichert dann das Fest: mit Steinmetz-Arbeiten. Denn in der Breitenborner Linie der Schirmers hat dieser Beruf Tradition. In gewisser Weise darf sich auch Jenny Schirmer dazu zählen, denn ihre filigran mit Werkzeugen gestalteten Eier sind ja nichts anderes als Kunstwerke – aus einem kalkhaltigen Material.

Von Ekkehard Schulreich

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