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Geithain Johannes Berger in Ossa hat einen ferngesteuerten Rasenmäher
Region Geithain Johannes Berger in Ossa hat einen ferngesteuerten Rasenmäher
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07:00 15.09.2016
Johannes Berger aus Ossa mit seinem fernsteuerbaren Eingenbau-Rasenmäher – in der Hand die Steuereinheit. Quelle: Jens Paul Taubert
Narsdorf/Ossa

Maschinenbau-Ingenieur wollte Johannes Berger werden, doch der Vater, ein Hufbeschlag-Schmied, hatte andere Pläne mit ihm: Er musste in die Landwirtschaft, konnte erst mit 30 zumindest auf Schlosser für Landmaschinen umsatteln. Verloren gegangen ist der Techniker und Tüftler in dem 76-Jährigen aus Ossa allerdings keineswegs: Das belegt sein ferngesteuerter Rasenmäher Marke Eigenbau, der sich erheblich von den handelsüblichen Mährobotern unterscheidet und der doch in diesem Sommer meist zuverlässig seinen Dienst tat – und Berger das rückenunfreundliche Schieben im abschüssigen Garten ersparte: „Das habe ich einfach nicht mehr geschafft.“

Einen Herbst und Winter lang überlegte, schraubte, probierte der zupackende Mann in seiner Werkstatt, fügte zusammen, was üblicherweise nie Berührung miteinander hat: den erst fünf, sechs Jahre alten Rasenmäher, eine Autobatterie, zwei Scheibenwischer-Motoren, ein bisschen Elektronik, eine Jahrzehnte alte Pressstoffscheibe, die einst in der Hauswasserpumpe arbeitete, Kabel natürlich, Schalter. (Keine jener Kupfer-Enden, die übrig blieben, als Berger vor Jahrzehnten auf die Baustelle des Palastes der Republik nach Berlin geschickt worden war und die er in der heimischen Garage einer verlässlichen, erleuchtenden Nutzung zuführte – ganz nach der Devise, dass aus den volkseigenen Betrieben noch mehr herauszuholen wäre.)

Steuern kann Berger sein Vehikel ganz bequem mit Hilfe eines kleinen Pults, das Modellbauer nutzen, um Hubschrauber aufsteigen oder Rennwagen Gummi geben zu lassen. „Als ich den Mäher ausprobierte, gab es natürlich auch Rückschläge. Die Lenkung schlug zu weit ein. Der Keilriemen, der das Vorderrad antreibt, rutschte“, sagt er. Er besserte nach, ersetzte den Riemen durch einen Kettenantrieb. Mit Erfolg: Der Rasen hinter dem Haus ist tadellos gemäht, Bergers Rücken aber einigermaßen ohne Schmerzen.

„Das präzise Lenken muss ich noch lernen. Das ist eine Welt für sich“, sagt Johannes Berger mit Blick auf das filigrane Steuerpult, das sich von der übrigen robusten Technik deutlich unterscheidet. Bergers Mäher, der – anders als handelsübliche Roboter – keine begrenzenden Drähte im Garten benötigt, wäre ein Parade-Exponat für die einst übliche „Messe der Meister von morgen“, die MMM, schnitte aber ebenso positiv ab bei der bis 16. Oktober im Stadtmuseum Jena zu sehenden Ausstellung „Man muss sich nur zu helfen wissen. Selbstgemacht in der DDR“.

Der Mäher befindet sich auch in Ossa in guter Gesellschaft – in der von „Heidiland 2006“, eine dank Rasenmäher-Aggregat motorisierten Schubkarre. „In der Schweiz habe ich sowas gesehen“, sagt Berger – und baute es prompt nach. Seither rollt das Feuerholz ohne Anstrengung von der Remise zum Haus, leistete die Motorschubkarre auch beim Pflastern des Hofes in Ossa wirklich unschätzbare Dienste.

Von Ekkehard Schulreich

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