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Geithain Jugendhaus R9 bleibt zu: Geithain setzt auf bestehenden Schulklub
Region Geithain Jugendhaus R9 bleibt zu: Geithain setzt auf bestehenden Schulklub
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05:02 24.04.2018
Blick auf Geithain: Das Kinder- und Jugendhaus wird zunächst nicht wieder öffnen, die Stadt will sich auf den Schulklub konzentrieren.   Quelle: Jens Paul Taubert
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Geithain

 Zumindest kurzfristig ist mit der Wiedereröffnung des Geithainer Kinder- und Jugendhauses R9 im Rosental nicht zu rechnen. Bürgermeister Frank Rudolph (UWG) möchte statt dessen die offene Kinder- und Jugendarbeit im Umfeld der Paul-Guenther-Schule konzentrieren und die Angebote des bereits bestehenden Schulklubs erweitern. Dazu sei er mit der Arbeiterwohlfahrt Leipziger Land im Gespräch, die sowohl den Klub betreue als auch den Schulsozialarbeiter stelle.

„Trotz Bemühungen gemeinsam mit dem Jugendklub des Landkreises ist es uns nicht gelungen, einen neuen Betreiber für das R9 zu finden. Wir halten deshalb die Orientierung auf die Paul-Guenther-Schule für eine gute Lösung“, erklärte Bürgermeister Rudolph. Eine Lösung, die auch für Awo-Geschäftsführerin Heike Buchheim denkbar ist: „Eine Ausweitung des Schulklubs können wir uns sehr gut vorstellen. Wir sind dazu mit der Stadt im Gespräch.“

Keine grundsätzlichen Einwände hat Jugendamtsleiterin Ines Lüpfert. „Offene Kinder- und Jugendarbeit in Geithain anzubieten, halten wir auch künftig für erforderlich“, sagt sie. Sie im Bereich der Schule anzusiedeln, sei keine schlechte und im Landkreis etwa in Rötha und Markkleeberg mit Erfolg praktizierte Idee. Dafür müssten aber die bestehenden Angebote erweitert werden über die übliche Schulzeit hinaus; auch an den Wochenenden sollte es dann Angebote geben. Zudem wäre es gut, würde ein größerer Raum im R9 weiter für Veranstaltungen vorgehalten werden.

Widerspruch zu dieser Entwicklung kommt von der Seite der Geithainer Linkspartei. Stadtrat Thomas Lang fragte auf der jüngsten Sitzung erneut nach dem aktuellen Stand und erinnerte an den Ratsbeschluss, den seine Fraktion mit der WVWV im Oktober vergangenen Jahres eingebracht hatte und der bei zwei Enthaltungen die klare Zustimmung des Parlamentes fand. Zumindest ein Teil des Hauses sollte wieder für Heranwachsende nutzbar gemacht und schnellst möglich ein neuer Betreiber gefunden werden, heißt es darin. Dieser Beschluss könne vom Bürgermeister nicht einfach vom Tisch gewischt werden. Das liege ihm fern, sagte Rudolph: „Es wurde gefordert, dass wir ausschreiben und uns um einen neuen Betreiber bemühen. Das haben wir getan – allerdings ohne greifbares Ergebnis.“

Eine Nutzung erfahren könnte das Gebäude dennoch. Da das Jugendamt des Landkreises wegen der Schließung der Arbeitsagentur im Neubaugebiet ihr stundenweise genutztes Domizil verliert und das Gesundheitsamt die Räume in der Colditzer Straße aufgeben wird, sind beide Behörden auf der Suche nach neuen Räumen. „Geithain ist für uns ein wichtiger Standort, denn Grimma und Borna sind recht weit entfernt“, bestätigt Lüpfert. Deshalb wolle man sich nicht aus der Stadt zurückziehen.

Bisher bietet der Allgemeine Sozialdienst ein-, zweimal pro Woche Beratungen an, zum Beispiel Hilfen zur Erziehung. Zudem ist das Gesundheitsamt mit der Suchtberatung vor Ort. Beide Offerten könnten künftig im R9 beheimatet sein. Vertreter des Gesundheitsamtes nahmen das Haus deshalb am Donnerstag in Augenschein. „Die Räume wären grundsätzlich geeignet, es gibt aber noch keine Entscheidung“, sagt Behördensprecherin Brigitte Laux. Stadt und Landkreis müssten sich jetzt abstimmen zu den Nutzungskonditionen.

Von Ekkehard Schulreich

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