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Jugendtreff R9 in Geithain: Tischtuch zwischen Stadt und Verein zerschnitten

Stillschweigen vereinbart Jugendtreff R9 in Geithain: Tischtuch zwischen Stadt und Verein zerschnitten

Es bleibt dabei: Stillschweigen. Schweigen darüber, warum die Stadt Geithain und die Kindervereinigung künftig getrennte Wege gehen. Und auch das bleibt: der Jugendtreff R9, geschlossen. Vorübergehend jedenfalls. Die Heranwachsenden wollen Antworten und bekommen keine. Die Partei Die Linke griff am Dienstag diesen Protest auf.

Axel Troost (5.v.l.), Linke-Bundestagsabgeordneter, machte am Dienstag einen Abstecher nach Geithain. Erklärtes Ziel: mit den Jugendlichen reden, Unterstützung anbieten.
 

Quelle: Andreas Döring

Geithain.  Das Kinder- und Jugendhaus R9 in Geithain ist seit Montag geschlossen – und nun? Eine Gruppe Jugendlicher wandte sich mit einem offenen Brief an Bürgermeister Frank Rudolph (UWG) und an die Fraktionen des Stadtrates, um gegen diese Schließung zu protestieren und sie zu hinterfragen. Der Brief war gleichermaßen an die Kindervereinigung Leipzig, die das Haus im Auftrag der Stadt betreibt, an die Leipziger Volkszeitung, an den Linke-Bundestagsabgeordneten Axel Troost und an Bornas Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) adressiert. In dem Schreiben äußern die jungen Leute ihre Enttäuschung über die Schließung des Treffs. Seit Doreen Müller zu Jahresbeginn die Leitung übernommen habe, hätten sich Angebote und Zuspruch deutlich erhöht. Man sei auf gutem Weg gewesen, der Schließ-Entschluss „über unsere Köpfe hinweg“ sei ebenso wenig akzeptabel wie der beiderseitige „Verweis auf vereinbartes Stillschweigen“.

Die Linke nahm den Brief zum Anlass, für Dienstagabend eine Veranstaltung vor dem R9 anzuberaumen. Angemeldet hatte die, als Mahnwache deklariert, Daniel Knorr, Wahlkreismitarbeiter Troosts. Zwei Dutzend Jugendlicher, mehrere Einwohner, Vertreter der Geithainer Linke und des Flexiblen Jugendmanagements, der Linke-Landtagsabgeordneter Enrico Stange und Axel Troost kamen. Die Kindervereinigung blieb ebenso fern wie die Rathaus-Spitze. Auch im Jugendamt des Landkreises hatte man abgewunken. „Wir waren davon ausgegangen, dass wir heute hier mit dem Bürgermeister sprechen können“, sagte Troost: „Das geht nicht: Dicht machen und über nichts reden, auch nicht über eine Perspektive.“ Die Linke, die im Hof des Jugendhauses ein paar Tische und Bänke aufstellte, verstehe die Runde als ein Gesprächsangebot. Sie wolle, so Knorr, mindestens bei der Suche nach einer Interimslösung behilflich sein, damit das Haus nicht bis zum Abschluss einer Neuvergabe geschlossen bleibe.

Dass man sich um eine Neuausschreibung und einen anderen Partner zur Betreibung des R9 bemühen werde, bestätigte Bürgermeister Frank Rudolph der LVZ. Dabei setze man auf die Unterstützung des Landkreises und werde die auch erfahren. Das Jugendamt untermauerte in einer Mail an Daniel Knorr, dass „sobald wie möglich eine Neuausschreibung für die Offene Jugendarbeit vorbereitet“ werde. Man hoffe, dass schnellst möglich ein Träger gefunden werde und das Haus wieder öffne, so Amtsleiterin Ines Lüpfert.

Was die Gründe der Schließung und die Aufhebung des Betreibervertrages betrifft, bleibt der Bürgermeister dabei: „Beide Vertragspartner haben Stillschweigen vereinbart, daran werde auch ich mich halten.“ Dass er dem Protest am Dienstagabend fern blieb, begründete er mit der parallel stattfindenden Sitzung des Verwaltungsausschusses.

„Die Kindervereinigung Leipzig bedauert die kurzfristige Schließung des R9 in Geithain sehr. Als seit vielen Jahren im Landkreis Leipzig engagierter Verein werden wir uns auch weiterhin im Dialog mit der Kommunalverwaltung für die Interessen der Kinder und Jugendlichen einsetzen“, sagte Projektkoordinatorin Peggy Kriegenherdt am Mittwoch der LVZ. Dem Verein sei es wichtig, „dass für die jungen Menschen in Geithain Angebote und Möglichkeiten für eine sinnbringende Freizeitgestaltung, zur außerschulischen Bildung und Begegnung dauerhaft erhalten bleiben“. Zu den Gründen für die Schließung des Hauses äußerte sie sich trotz Nachfragen nicht.

Von Ekkehard Schulreich

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