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Jugendtreff hat in Frohburg wieder eine Adresse: Umbau kurz vor Abschluss

Begegnungsstätte Jugendtreff hat in Frohburg wieder eine Adresse: Umbau kurz vor Abschluss

Mitte Oktober bezieht der offene Treff der Kinder- und Jugendbegegnungsstätte Frohburg ein neues Haus. Es liegt hinter dem angestammten Gebäudekomplex am Wolfslückenweg und diente in der Vergangenheit als Sommercafé. Seit dem Frühjahr ließ die Kindervereinigung Leipzig die kleine Immobilie ausbauen und erweitern.

Golbudin und Omid (v.l.) sind am Ball: Im ehemaligen Freizeitzentrum sind Migranten untergebracht.

Quelle: Jens Paul Taubert

Frohburg. Mitte Oktober bezieht der offene Treff der Kinder- und Jugendbegegnungsstätte Frohburg ein neues Haus. Es liegt hinter dem angestammten Gebäudekomplex am Wolfslückenweg und diente in der Vergangenheit als Sommercafé. Seit dem Frühjahr ließ die Kindervereinigung Leipzig die kleine Immobilie ausbauen und erweitern. Damit erhält der Treff (wieder) ein eigenes Dach, seit der Verein einen großen Teil der Frohburger Freizeiteinrichtung zur Unterbringung junger Flüchtlinge nutzt.

„Durch die Umstrukturierung ist die Zahl der Treff-Besucher etwas zurückgegangen. Viele in der Stadt wissen ja gar nicht, was bei uns läuft. Sie denken, dass hier nur noch Flüchtlinge untergebracht sind“, sagt Kathrin Kühn, die, zurück aus ihrer Elternzeit, den Treff erneut leitet und den Umbau begleitet hat. Freizeittreff und Wohnprojekt hätten ganz bewusst viele Berührungspunkte; dennoch sei es gut, nun eine räumliche Trennung vollziehen zu können, sagt sie. Am 14. Oktober soll der Bau in Betrieb gehen. Er verfügt über einen großen und einen kleineren Gruppenraum, über eine Küche, eine Terrasse und grenzt unmittelbar an Volleyball- und Fußballfeld. „Wenn wir hier sind, wird es für die Jugendlichen wieder richtig attraktiv.“ Kühn hofft dann auf kreative Unterstützung, wenn es gilt, das Außengelände herzurichten und dafür aus Europaletten rustikales Mobiliar zu bauen.

Aktuell ist der offene Treff noch im zweiflügligen Hauptgebäude untergebracht. Billard- und Kreativraum stehen wie gewohnt zur Verfügung, ebenso der Saal, in dem die Tanzgruppen trainieren. Geöffnet ist er montags, dienstags und donnerstags von 13.30 bis 18 Uhr, freitags von 13.30 bis 20.30 Uhr.

Viel umgebaut hat die Kindervereinigung auch im Hauptgebäude. Auf der Westseite leben bis zu zehn Flüchtlinge im Alter zwischen 13 und 17 Jahren in Zweibettzimmern. Auf der Ostseite ist Platz für weitere fünf, die bereits 17 Jahre alt sind und auf ein selbstständigeres Leben vorbereitet werden sollen, sagt Anett Konzack, die das Wohnprojekt leitet: „Wenn sie 18 sind, müssen sie ausziehen. Das geht ja nicht von heute auf morgen.“ Zudem können in diesem Gebäudeteil fünf junge Flüchtlinge betreut werden, die bis zur Klärung aller Angelegenheiten kurzfristig unterzubringen sind.

Zurzeit lebten 17 Heranwachsende aus Afghanistan, Syrien, Iran, Somalia und Eritrea hier, sagt Konzack: „20 ist unsere Grenze. Mehr werden es nicht.“ Die Jüngeren besuchten die Frohburger Oberschule und die Geithainer Paul-Guenther-Schule, die Älteren das Berufsschulzentrum Böhlen. „Sie sind motiviert, sehen ihren Aufenthalt in Deutschland als eine Chance, sehen hier ihre Zukunft.“ Allerdings sei bei den afghanischen Flüchtlingen die Sorge groß, nicht bleiben zu dürfen. Das Zusammenleben funktioniere nicht ganz ohne Konflikte, aber gut. Die mitunter traumatischen Flucht-Erlebnisse ließen sich nicht ausblenden, ebenso wenig unterschiedliche kulturelle Erfahrungen: „Sie sind auf der Beziehungsebene sehr offen, sind sehr familiär. Das kennt man von deutschen Kids weniger.“

Was Anett Konzack freut, ist die gute Einbindung der jungen Leute in ihr neues Lebensumfeld. „Viele spielen bei Einheit Frohburg Fußball, einige gehen nach Borna Boxen. Ein Hobby zu pflegen, ist wichtig, da bleiben sie nicht nur unter sich.“ In Frohburg spüre sie eine große Offenheit, sagt die Leiterin: „Dass am Anfang Ängste da waren und Vorbehalte, ist verständlich. Doch inzwischen hat sich viel getan.“ Es gebe Unterstützung aus der Bürgerschaft, seitens der Stadtverwaltung sowieso: „Das sind für uns wichtige Ressourcen.“

Von Ekkehard Schulreich

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