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Jugendzentrum braucht mehr Geld von der Stadt

Jugendzentrum braucht mehr Geld von der Stadt

Das Bad Lausicker Kinder- und Familienzentrum steuert die Einrichtung mit dem neuen Jahr in ein unstetes Fahrwasser. Grund ist die Förderstrategie, die der Landkreis vereinheitlicht hat.

Bad Lausick. Die Stadt Bad Lausick soll künftig 10 000 Euro zusätzlich tragen.

„Es ist ja nicht so, dass wir nicht mit der neuen Richtlinie leben könnten“, sagt Anett Konzack, die das Kinder- und Jugendzentrum der Arbeiterwohlfahrt Mulde/Collm in Bad Lausick leitet. Dass die Förderung, die sich im Leipziger Land und im Muldental grundsätzlich unterschied, zusammengeführt werden muss, bezweifelt sie nicht. In Bad Lausick stehe allerdings eine Menge auf dem Spiel: „Das darf dadurch nicht gefährdet werden.“ Der Landkreis Leipzig reduziert seine Förderung für hauptamtliche Mitarbeiter auf rund 50 Prozent; im Muldentalkreis lag diese Quote bei 65 Prozent. Für die andere Hälfte werden die Kommunen herangezogen. Der Kreis verstärkt stattdessen die Schulsozialarbeit aus und konzentriert sich auf überregionale Projekte.

Einrichtungen wie die Bad Lausicker waren im Muldental anders eingestuft als bloße Jugendhäuser; eine bessere Finanzausstattung ermöglichte ein breit gefächerteres Programm. Angebote für junge Familien etwa, zahlreiche Projekte, die weit über den Betrieb eines Hauses mit Freizeitmöglichkeiten hinausgehen. Ein Bad Lausicker Schwerpunkt: die enge inhaltliche Verzahnung mit der benachbarten Mittelschule. „Schon Jahre bevor Schulsozialarbeit öffentlich thematisiert wurde, haben wir mit der Schule einen Kooperationsvertrag abgeschlossen“, sagt Awo-Bereichsleiter Daniel Schippan. Schon ab 8 Uhr ist das Bad Lausicker Kinder- und Jugendzentrum an Schultagen geöffnet. Mittelschüler überbrücken die Zeit bis zum Schulbus, machen unter fachlicher Hilfe ihre Hausaufgaben, nehmen Nachhilfe, gestalten vor allem aber ihre Freizeit. Darüber hinaus ist es dem Team um Anett Konzack gelungen, das Haus zunehmend für Jüngere, ganz Junge und Eltern attraktiv zu machen, Stichworte Tanzgruppe, Familienbrunch, Geburtstagsfeiern. Begehrt sind die Ferienfahrten, die bislang parallel zu den Ferienprogramm vor Ort und in der Region angeboten wurden. Für eine Woche Kroatien zahlten die Teilnehmer im Herbst gerade mal 120 Euro pro Nase; das Jugendamt gewährte Zuschüsse, die ab dem nächsten Jahr in dieser Höhe nicht mehr gezahlt werden.

„Die Arbeit der Awo in diesem Haus ist anerkannt und strahlt aus“, sagt der Bad Lausicker Bürgermeister Josef Eisenmann. Veränderte Förderregularien dürften nicht zu einem Abbruch der fundierten pädagogischen Arbeit führen. „Im Zuge der Haushalt-Debatte machen wir uns Gedanken, wie das zusätzlich nötige Geld bereitgestellt werden kann“, meint er. Man müsse da einen Weg finden. „Kommunen werden künftig auch nach ihrer sozialen Infrastruktur bewertet“, sagt Daniel Schippan. Jugendarbeit leiste einen nicht zu unterschätzenden Beitrag dazu, dass junge Menschen in der Region blieben, weil sie Bindungen spürten und eine Perspektive sähen.

Schippan nimmt auch die Landespolitik in die Pflicht: Die sogenannte Jugendpauschale sinke aus demografischen Gründen. Aber gerade in dieser Situation wüchsen die Herausforderungen – die auch Geld kosteten. Könnte das Geld, das die Stadt Bad Lausick über den schon seit Jahren gezahlten Zuschuss hinaus gibt, nicht aufgetrieben werden, werde das zur Reduzierung von Personalstunden führen. „Die vielen Projekte, die es heute gibt, und die langen Öffnungszeiten wären dann nicht mehr zu halten“, sagt er. Um anzufügen: er sei optimistisch, dass man gemeinsam eine Lösung finde. Davon geht auch Anett Konzack auf. Die Planungen etwa für das Winterferienprogramm haben bereits begonnen.

Ekkehard Schulreich

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