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Jungbrunnen für Eschefelds Altar

Jungbrunnen für Eschefelds Altar

Sie müssen ganz vorsichtig zu Werke gehen am Altar der Eschefelder Dorfkirche, die beiden Restauratoren Oliver Tietze und My Schoder. Denn das gute Stück stammt aus der Zeit um 1510 und ist einer der wenigen, die bis heute in ihrer ursprünglichen Gestalt erhalten blieben.

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Akribisch werden die Altarfiguren von Restauratorin My Schoder gereinigt

Quelle: Jens Paul Taubert

Eschefeld. Doch der Zahn der Zeit nagte an ihm, auch der Staub der Jahrhunderte hinterließ Spuren. Doch bald soll er wieder in ursprünglicher Schönheit erstrahlen.

„Ein weiteres Mosaiksteinchen für eine ansehnliche Kirche wäre dann geschafft“, ist beim Eschefelder Kirchenvorstandsmitglied Petra Bergmann die Vorfreude groß. Auch wenn das noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Denn immerhin sind etwa 600 Arbeitsstunden nötig, bis der gesamte Altar gereinigt, konserviert und die beschädigten Teile wieder an Ort und Stelle sind. Mit Pinseln, entsprechenden Tüchern und Reinigungstechnik sind derzeit zwei Restauratoren aus Leipzig und Dresden am Werk, um den Wandelaltar in den ursprünglichen Zustand zu versetzen. „Das Besondere an dem Altar ist, dass er nie übermalt wurde, fast unverändert blieb“, ist auch Tietze fasziniert, was hier vor über einem halben Jahrtausend geschaffen wurde. Die Altarschnitzereien stammen vom Altenburger Meister Franz Prüfer. Die Bilder sind Kopien nach Holzschnitten von Lukas Cranach aus dessen Passion von 1509. Noch heute wird der Eschefelder Altar – dessen Sockel die Figuren der zwölf Apostel mit Jesus Christus in der Mitte zeigt - in der Passsionszeit geschlossen. Der Altarschrein zeigt Maria als Himmelskönigin mit dem Jesuskind, umgeben von zwei Heiligen. Im Zuge der Arbeiten soll auch das Gesprenge – das ist der Aufbau über spätgotischen Altären – wieder an seinen angestammten Platz zurückkehren. Das war vor etwa 15 Jahren abgebaut worden, weil es sehr brüchig und vom Holzwurm zerfressen war. Es lagert seither in einer Kammer der Kirche. „Wir werden auch das jetzt gründlich konservieren, verstärken, Farbe wieder befestigen und ein Stützgerüst bauen“, informiert Tietze. Die einstige Hoffnung der Kirchgemeinde, dass man sich schon in der Vorweihnachtszeit am wieder schmucken Altar würde erfreuen können, erfüllte sich angesichts des Umfangs der Arbeiten allerdings nicht. Doch einig sind sich alle damit Befassten: Bis zur Jahresmitte 2013 ist alles fertig. Vor wenigen Tagen gab es dabei für die Kirchgemeinde eine sehr freudige Botschaft: Sie erhielt Bescheid, dass die Denkmalpflege des Landratsamtes und die Ostdeutsche Sparkassenstiftung jeweils 20 000 Euro der Kosten übernehmen. „Darüber sind wir natürlich überglücklich. Denn die Gesamtsumme von 60 000 Euro hätten wir nie allein zusammenbekommen“, freut sich auch Kirchenvorstandsmitglied Hans-Günther Rothe mit. Allen sei ein Stein vom Herzen gefallen. Das übriggebliebene Drittel der Kosten will die Kirchgemeinde durch Spenden zusammen bringen. Solche sind deshalb auch weiter willkommen. Zumal die Altarrestaurierung noch nicht der letzte Akt zur Sanierung der Eschefelder Kirche ist, deren romanischer Saal und das Kirchenschiff übrigens aus dem 13. Jahrhundert stammen. Der Chor und die Sakristei entstanden um 1500, die barocke Ausstattung und Ausmalung um 1700. „Die Antriebe der Glocken müssen auch dringend erneuert werden, ebenso die Elektrik. Und auch die Kanzel wartet noch auch einen Jungbrunnen“, zählt Bergmann auf. Auch wenn es bis zur festlichen Eröffnung also noch ein Weilchen hin ist, konnten Besucher zum ersten Eschefelder Weihnachtsmarkt am Sonnabend sich schon mal vom Stand der Dinge ein Bild machen, zeigten ihnen die Restauratoren, was sie woran sie arbeiten und was sie noch vorhaben. Und auch der nächste Höhepunkt ist nicht mehr fern. Am 15. Dezember ist um 17 Uhr in die Kirche zu einer Adventsmusik mit den Frohburger Michaelis-Singers eingeladen.

Thomas Lang

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