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Junge Arbeitslose bringen Geithains Pulverturm in Schuss

Projekt Junge Arbeitslose bringen Geithains Pulverturm in Schuss

Die Hoffnung auf einen nachträglichen Schulabschluss, auf ein selbst bestimmtes Berufsleben führen in historisches Gemäuer: Der Bildungsträger FAW hat gemeinsam mit dem Jobcenter ein Projekt für junge Erwachsene entwickelt. Es verbindet soziale und berufliche Qualifikation mit dem Wachküssen des Geithainer Pulverturms.

Der Pulverturm ist ein Wahrzeichen von Geithain. Allerdings ist er derzeit selten zugänglich und vielen gar nicht bekannt. Das soll sich jetzt ändern.

Quelle: Jens Paul Taubert

Geithain. Der Weg zu einem Schulabschluss, zu einer Berufsausbildung, möglicherweise sogar direkt auf den Arbeitsmarkt soll über den Pulverturm führen: Anfang August startete in Geithain eine Qualifizierung, die langzeitarbeitslose junge Leute fit machen will für einen Neustart in ein selbstbestimmtes Leben. Die Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) hat ein Projekt entwickelt, in dessen Zentrum dieses Geithainer Wahrzeichen, Teil der alten Stadtbefestigung, steht. Finanziert wird es durch das Kommunale Jobcenter des Landkreises Leipzig.

„Es ist wichtig, dass die Teilnehmer einen Sinn in ihrer Tätigkeit sehen, dass sie das Gefühl haben, ich tue etwas für meine Stadt, und das wird anerkannt“, sagt Ines Westphal, die die Geithainer Bildungsstätte leitet. Am Pulverturm sei das gegeben. In Abstimmung mit der Stadt und dem Landkreis seien Erhaltungsmaßnahmen und Instandsetzungen geplant. Der außen angelegte markante Treppenaufgang erhalte neuen Putz, das Geländer neue Farbe. Das Umfeld des Turmes wird freundlicher gestaltet.

Erdgeschoss soll kreative Angebote für Kinder bieten

Im Inneren sind Auffrischungen geplant, vor allem aber neue Nutzungen: Das Erdgeschoss soll kreativen Angeboten für Kinder zur Verfügung stehen, in den beiden Stockwerken darüber sind eine Dauerschau zur Geschichte der Geithainer Ulanen und wechselnde Ausstellungen vorgesehen. „Die Bereitschaft, sich einzubringen, ist da, sogar eine gewisse Begeisterung. Das hat uns durchaus überrascht“, resümiert Westphal nach den ersten Tagen. Positiv sei auch die Resonanz der Geithainer: „Die sind froh, dass sich am Pulverturm etwas tut.“

Zehn junge Frauen und Männer im Alter bis 30 Jahre, zu Hause in Geithain, Frohburg, Borna, Kitzscher, hat das Jobcenter bisher in das Projekt vermittelt. Fünf weitere sollen in den nächsten Tagen und Wochen folgen. Es sind „Langzeitarbeitslose mit multiplen Vermittlungshemmnissen“, heißt es im Fachdeutsch: ohne Schul- oder Berufsabschluss, gesundheitlich eingeschränkt, in komplizierten Lebensverhältnissen, ohne Chance auf dem Arbeitsmarkt. Es gehe deshalb ein Jahr lang nicht nur um das Fachliche, sondern auch um Tagesstrukturen, um insgesamt geordnetere Verhältnisse, sagt Westphal. Ausbildung und Anleitung würden deshalb sozialpädagogisch begleitet. Es gebe Betriebspraktika.

Ziel sei es, Chancen zu eröffnen für eine reguläre Ausbildung, für den Schritt in einen Job. „Dass wir einen Teilnehmer direkt auf den ersten Arbeitsmarkt vermitteln können, gelingt allerdings eher selten.“ Auf jeden Fall aber wolle man erreichen, dass sie nicht länger auf staatliche Unterstützung angewiesen blieben.

Die FAW, seit mehreren Jahrzehnten in zwölf Bundesländern erfahren mit Qualifizierungen, die auf die vielfältigen Anforderungen des Arbeitsmarktes vorbereiten, beschreite mit diesem Projekt dennoch ein Stück Neuland, denn es ist intensiver, komplexer als andere. Das Jobcenter fördert es mit 200 000 Euro.

Stadt Geithain unterstützt das Projekt

„Endlich nimmt es mal jemand in die Hand und führt am Pulverturm Verschönerungsarbeiten durch. Das kommt uns sehr entgegen“, sagt der Geithainer Bürgermeister Frank Rudolph (UWG). Die Stadt unterstütze das Projekt deshalb gern. Weitere Partner sieht die FAW im Geithainer Heimatverein, im Museum, will bei den wechselnden Ausstellungen mit den Schulen zusammenarbeiten. Zum Tag des offenen Denkmals im September erwäge man, den Turm für Interessenten zu öffnen, sagt Ines Westphal. Eine erste Ausstellung sei möglicherweise in der Vorweihnachtszeit denkbar. Künftig soll der Pulverturm zu bestimmten Zeiten offen sein. Die Betreuung sichern die Teilnehmer des Projektes ab. Der Eintritt ist frei.

Von Ekkehard Schulreich

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