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Junge Musiker aus ganz Deutschland arbeiten mit Sächsischer Bläserphilharmonie

Junge Musiker aus ganz Deutschland arbeiten mit Sächsischer Bläserphilharmonie

Ehe am Sonnabend Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung" erklingen, liegt vor den jungen Musikern aus ganz Deutschland noch allerhand Arbeit: Erstmals probt das TAPE-Projektorchester der Deutschen Bläserjugend in der neuen Bläserakademie in Bad Lausick.

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Thomas Clamor, Chefdirigent der Sächsischen Bläserphilharmonie, und Profis des Orchesters im Proben-Zusammenspiel mit den jungen Musikern.

Quelle: Jens Paul Taubert

Bad Lausick. Auf der Bühne im Kurpark gestalten sie übermorgen ihr Abschlusskonzert unter Leitung von Thomas Clamor, Chefdirigent der Sächsischen Bläserphilharmonie.

„Wann hat man als Jung-Musiker schon die Chance, mit so einem Dirigenten zusammenzuarbeiten?" Matthias Freudenbergers Frage birgt die Antwort in sich: in Bad Lausick, an der Deutschen Bläserakademie. Die Sächsische Bläserphilharmonie und ihr Chefdirigent stehen 20 jungen Musikerinnen und Musikern in dieser Woche für intensives Arbeiten zur Verfügung. Für Freudenberger, der aus Kehl am Rhein kommt, Ingenieurwissenschaften studiert und in einem Uni-Orchester spielt, ein großer Gewinn. Nicht anders sieht das Sarah Graf aus Stuttgart, die vor dem Abschluss der Realschule steht und für die klar ist: „Ich möchte Musik studieren." Sie schätze es, mit Leuten aus der gesamten Bundesrepublik zusammen zu musizieren und sich vor allem sinfonische Bläsermusik zu erarbeiten; ein Repertoire, dass für die junge Frau in ihrem Musikverein und im Kreisorchester eher selten auf dem Notenblatt steht.

Lernende sind indes nicht nur die 20 jungen Frauen und Männer, die seit Beginn der Woche in Bad Lausick üben. Von ganz neuen Perspektiven, von einem Aufbrechen des Orchestermusiker-Alltags spricht Lars Freytag, Hornist in der Sächsischen Bläserphilharmonie und einer der Dozenten. Manches in Ruhe überdenken, sich des Selbstverständlichen neu vergewissern, sei ein Reiz, sagt er, frei von Koketterie: „Ich lerne da ganz schön viel." Fachliches Können und Musizierfreude weiterzugeben, sei wichtig und schön, bestätigt Posaunist Stefan Wagner. Den Musikern des Projektorchesters bescheinigt er sehr gute Leistungen. Vor allem kammermusikalisch sei diese Woche ein Gewinn, denn da „kann man die richtig guten Leute noch einmal besonders fördern". Nicht nur die „Bilder einer Ausstellung" von Modest Mussorgski werden mit Blick auf das Konzert am Sonnabend erarbeitet, auch Kompositionen von Mozart, Strauß und Wagner.

Überzeugt ist Daniel Hingst aus Greifswald, dass er aus Bad Lausick eine Menge Anregungen und Ideen mitnimmt. Er schätze die individuelle Betreuung durch die Dozenten und das Gebäude, das sich hervorragend für diese Arbeit eigne. Bereichernd sei die Woche vor allem auch, „weil ich das Klassische im Grunde bisher nicht gespielt habe", sagt der Jura-Student. Seine Vorlieben lägen bei Bigband-Klängen, Jazz und Funk.

Die Probenwoche des Tape-Projektorchesters ist eine doppelte Premiere: Es ist der erste Workshop dieser Art im neu gebauten Akademiegebäude. Vor allem aber sei das Ensemble ein Novum, sagt Projektleiterin Anja Laurisch: „Deutschlandweit gab es so was bisher nicht." TAPE sei ein Modellvorhaben der Deutschen Bläserjugend und wolle instrumentale Projektensembles weiterentwickeln. Dreh- und Angelpunkt sei dabei der intensive Austausch der jungen Leute untereinander, gekoppelt mit professioneller fachlicher Anleitung. Dazu biete Bad Lausick beste Bedingungen, so Laurisch. An den hier gewonnenen Erfahrungen partizipierten auch die Heimatorchester. Im März nächsten Jahres trifft sich das Projektensemble erneut - möglicherweise wieder am selben Ort.

Das Konzert am Sonnabend unter dem „Schmetterling" beginnt 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Ekkehard Schulreich

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