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Kampf an den Brettern: Frohburger Schachclub 1926 richtet Sommerturnier aus

Vereinssport Kampf an den Brettern: Frohburger Schachclub 1926 richtet Sommerturnier aus

Die Erste hat in der Bezirksliga bestanden, die Zweite ist in die Bezirksklasse abgestiegen. Jetzt intensivieren sie die Nachwuchsarbeit, damit die Jugend nicht Schach matt gesetzt wird. Während des Sommerturniers am 7. August werden die Freunde des Frohburger Schachclubs 1926 an mehreren Brettern gleichzeitig kämpfen.

Der Frohburger Schachclub heute: Unter den Mitgliedern der Vorsitzende Siegfried Thon (vorn, 2. v. r.).

Quelle: Verein

Frohburg. Erich Mönch war in der Schachwelt der Zwanzigerjahre eine Größe und deshalb ein Begriff. Bei nationalen und internationalen Turnieren trat der Frohburger an. Kein Wunder, dass sich die heutigen Frohburger Schachfreunde auf diesen Mann beziehen. Das Jahr 1926 – in dem Meister Böhme erstmals im Schach-Bulletin Erwähnung fand – trägt der Schachclub in seinem Namen.

Reichen die Anfänge der Schachbegeisterung an der Wyhra mindestens bis in dieses Jahr zurück – organisiert gespielt wird hier erst seit der Nachkriegszeit. An seine lange Geschichte erinnert der Verein mit seinem Sommerturnier am 7. August im Freibad. Der Austragungsort ist nicht nur aus alter Verbundenheit gewählt: Das Bad feiert in diesem Jahr selbst Jubiläum. Es wurde 1936, vor 80 Jahren, eröffnet.

Für Siegfried Thon ist das Schachbrett seit Kindheit an das, was für Schauspieler jene Bretter sind, die die Welt bedeuten. „Mein Vater war Sektionsleiter. Er hat mir das Spiel beigebracht, als ich acht, neun Jahre alt war“, erinnert sich der 70-Jährige, der den Verein heute leitet. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte das königliche Spiel in Frohburg einen unerwarteten Aufschwung. Die alte Schlossbrauerei – hier befindet sich seit wenigen Jahren die Stadtbibliothek – war das erste Vereinslokal. Spieler kamen aus der ganzen Umgebung dorthin, zu Fuß meist und nicht nur in Erwartung spannender Partien, sondern auch auf etwas zu beißen. Das weiß Thon aus Erzählungen: „Manchmal waren bis zu 30 Leute da.“ Später wurde im Hotel Zur Post am Markt, im – längst abgerissenen – Café Otto oder im Sportlerheim gespielt und sogar in der Mittelmühle Kohren-Sahlis. Heute ist das Vereinsdomizil das Frohburger Schützenhaus.

Im Zuge der sich formierenden Sportbewegung wurde 1948 die Sektion Schach gegründet; erster Vorsitzender war Johannes Kraus. In den Siebzigerjahren bestand eine Spielgemeinschaft mit Kohren-Sahlis. Nach der Wende lösten sich die Schachfreunde aus der Betriebssportgemeinschaft Einheit. Sie gingen rechtlich eigene Wege, gründeten den Schachclub 1926. Siegfried Thon spielte nicht nur selbst; in der heutigen Kinder- und Jugendbegegnungsstätte am Wolfslückenweg leitete er fast drei Jahrzehnte zwei Arbeitsgemeinschaften von Kindern und Jugendlichen. Die nahmen unter anderem an Wettkämpfen gegen Neukieritzsch, „einer Hochburg im Jugendschach“, teil. „Damals war ungleich mehr los als heutzutage“, räumt er ein.

Aktuell zählt der Verein 22 Mitglieder, darunter zwei Jugendliche. Sie kommen aus Frohburg und dem Umland. Die erste Mannschaft ist in der Bezirksliga aktiv, die zweite gerade in die zweite Bezirksklasse abgestiegen. Ein drittes Team kämpfte um den Springer-Pokal, allerdings: „Drei Mannschaften kriegen wir in der neuen Saison nicht wieder zusammen. Es war ein Versuch, doch auf Dauer schaffen wir das personell nicht.“ Curt Runkwitz als ältestes und noch aktives Vereinsmitglied ist inzwischen 95 Jahre alt – und damit sogar älter als die Tradition, die der Verein pflegt.

Beachtlich ist dennoch das Turnierprogramm, das der Verein absolviert. An jedem Donnerstag trifft man sich im Schützenhaus. Es gibt sechs Blitz- und sechs Schnellturniere im Jahr, Freundschaftskämpfe gegen Neukirchen im Erzgebirge, die Mannschaftskämpfe. An jedem dritten geht es beispielsweise um die Stadtmeisterschaft, an jedem letzten sind jene über 60 an den Brettern, auch Spieler aus befreundeten Vereinen. Nicht zu vergessen: Einmal im Jahr werden nicht Figuren gerückt, sondern Karten ausgespielt – bei einem offenen Skatturnier. Aktuell ist der Verein dabei, unter der Leitung von Dirk Krause erneut eine spielstarke Mannschaft aus Kindern und Jugendlichen aufzubauen.

„Unsere Veranstaltungen werden sehr gut angenommen“, sagt Thon. Das wird zweifellos auch beim traditionellen Turnier im Freibad so sein. Der Vereinschef empfiehlt all jenen, die am 7. August ab 10 Uhr dabei sein möchten, sich anzumelden. Nähere Informationen zu diesem Sieben-Runden-Schnellturnier finden sich auf der Homepage des Vereins unter www.fsc1926.de.

Von Ekkehard Schulreich

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