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Katholische Gemeinden Bad Lausick/Geithain und Borna setzen auf neue Strukturen

Kirche Katholische Gemeinden Bad Lausick/Geithain und Borna setzen auf neue Strukturen

Fünf katholische Gemeinden zwischen Leipzig und Chemnitz finden sich neu. Sie haben sich zur Vertrauensgemeinschaft zusammengeschlossen. Jetzt steht eine personelle Veränderung an: Pfarrer Andreas Eckert, der bisher Bad Lausick/Geithain betreute, wechselt nach Großenhain. Künftig betreut der Bornaer Pfarrer Dietrich Oettler die St.-Benno-Gemeinde mit.

Pfarrer Der katholische Pfarrer von Borna, Dietrich Oettler (M.), ist ab Oktober auch für die Gemeinde St. Benno Bad Lausick/Geithain zuständig.

Quelle: Jens Paul Taubert

Borna/Bad Lausick. Verantwortungsgemeinschaft ist ein Begriff, der Menschen meint. Für Dietrich Oettler, Pfarrer der katholischen Pfarrei St. Joseph Borna und ab 1. Oktober auch von St. Benno Bad Lausick/Geithain, ist er zugleich eine strukturelle Kategorie: Unter ihm haben sich fünf katholische Pfarreien zwischen den Großstädten Leipzig und Chemnitz zusammengefunden. Neben Borna und Bad Lausick/Geithain sind Mittweida und Limbach-Oberfrohna samt der dazugehörigen Filialen wie etwa Deutzen, Kitzscher, Neukieritzsch und Kohren-Sahlis dabei. Geistliches und topografisches Zentrum ist die Pfarrei Wechselburg mit der Basilika. Insgesamt sind in dem Be­reich 4500 katholische Christen zu Hause.

Pfarrer Dietrich Oettler

Pfarrer Dietrich Oettler

Quelle: Philipp Ramm

Diese neue Struktur sei nicht am Schreibtisch entstanden, sondern das Ergebnis mehrjähriger Gespräche, Sondierungen und Begegnungen, sagt der 41-Jährige: „Wir haben ge­spürt: Da stimmt die Chemie. Das ist sehr wichtig.“ Erkundungsprozess heiße diese Suche, 2013 angestoßen von Heiner Koch, Bischof des Bistums Dresden-Meißen, und von ihm intensiv begleitet. Koch und sein Stab seien in der gesamten Region unterwegs gewesen, hätten sich auch in Borna informiert. Wo seht Ihr Eure Stärken, wo Eure Schwächen? Wo kann das Bistum welche Hilfe leisten? – Um diese und andere Fragen sei es gegangen, immer mit Blick auf den Kern: „Wie können wir unsere Mitmenschen mit Jesus Christus in Berührung bringen?“ Dafür gelte es, Strukturen zu schaffen, die der alternden und schwindenden Gesellschaft gerade auf dem Land und in kleinen Städten Rechnung tragen.

In diesem Prozess, der ein fortlaufender sei, wolle man „Betroffene zu Verbündeten machen, eine größere Verantwortung nicht nur zutrauen, sondern auch zumuten“, sagt Dietrich Oettler. Er meint damit die Bereitschaft, stärker Verantwortung zu übernehmen, was das Leben wie den Glaube so spannend wie mitunter etwas mühselig mache, vor allem aber ein Zeichen von Mündigkeit sei. Rückten im vergangenen Jahr die Pfarreien Mittweida und Limbach-Oberfrohna enger zusammen und werden seither – bei Beibehaltung zweier Pfarrgemeinderäte – von einem Pfarrer betreut, wird dieses Modell ab Oktober auch in der Region greifen.

Pfarrer  Andreas Eckert

Pfarrer Andreas Eckert

Quelle: Jens Paul Taubert

Pfarrer Andreas Eckert verlässt nämlich die Gemeinde St. Benno Bad Lausick/Geithain in Richtung Großenhain. Verabschiedet wird er am 25. September in der Geithainer Nikolaikirche (Beginn 14 Uhr). „Ich durfte gemeinsam mit der Gemeinde an Kirche weiter bauen und dazu beitragen, dass die Verkündigung weiter ausstrahlt und weiter leben kann. Dafür sage ich danke“, meint Eckert im Rückblick auf seine fünf Jahre in dieser Region.

Dietrich Oettler betreut künftig auch St. Benno und damit dann in Summe 1850 Gläubige. Am 2. Oktober feiert er hier seine ersten beiden Gottesdienste: 8.30 Uhr in der Geithainer Pfarrkirche St. Benno sowie 10.30 Uhr in der Kapelle auf dem Bad Lausicker Friedhof.

Die Zahl der Sonntags-Gottesdienste werde von sechs auf fünf reduziert. Die Gottesdienste in den evangelischen Kirchen Flößberg, Prießnitz und Kitzscher werde es nicht mehr geben, so Oettler: „Das können wir nicht mehr wahrnehmen.“ Eine Herausforderung werde die Gräbersegnung im Umfeld des Allerseelentags, 2. November, werden, denn binnen zweier Wochen gelte es, 39 Friedhöfe aufzusuchen. „Darauf legen die Menschen großen Wert, und ich tue es gern. Es zeigt, dass wir an das Leben nach dem Tod glauben. Das gibt Hoffnung.“

Dietrich Oettler, in Bischofswerda aufgewachsen, einer Stadt, die von Größe und Zusammensetzung her mit Borna vergleichbar ist, kam 2012 an die Wyhra. Er hatte in Erfurt und Frankfurt/Main Katholische Theologie studiert, über die Ökumene promoviert und unter anderem in Meißen, Dresden und Erfurt gearbeitet.

Von Ekkehard Schulreich

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