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Katzen werden kastriert, geimpft – und sollen nach Bad Lausick zurückkehren

Verein Tierhilfe kümmert sich Katzen werden kastriert, geimpft – und sollen nach Bad Lausick zurückkehren

Margit Veit sieht wieder Land: Der Bad Lausickerin, die mehrere Katzen, die ihren Garten bevölkerten, nicht hungern und verkommen lassen wollte und die deshalb selbst in immer größere Nöte kam, erfährt seit der Veröffentlichung ihrer Geschichte in der LVZ von vielen Seiten Zuspruch und vor allem handfeste Unterstützung.

Margit Veit kümmert sich um Katzen in der Gartenanlage Heinrich-Heine Straße in Bad Lausick. Nun bekommt sie endlich Unterstützung.

Quelle: Jens Paul Taubert

Bad Lausick. Margit Veit sieht wieder Land: Der Bad Lausickerin, die mehrere Katzen, die ihren Garten bevölkerten, nicht hungern und verkommen lassen wollte und die deshalb selbst in immer größere Nöte kam, erfährt seit der Veröffentlichung ihrer Geschichte in der LVZ von vielen Seiten Zuspruch und vor allem handfeste Unterstützung. Der kleine private Verein Tierhilfe Leipzig-Land aus Colditz vor allem ist es, der der 72-Jährigen jetzt zur Seite steht. Eine erste junge Katze wurde bereits Ende vergangener Woche eingefangen; sie ist inzwischen sterilisiert. Ein zweites, hochschwangeres Tier soll jetzt ebenso unter die Fittiche von ehrenamtlichen Fachleuten genommen werden.

Darüber ist Margit Veit sehr dankbar: „Die Colditzer helfen mir sehr. Und auch aus anderen Orten wurde mir Hilfe angeboten: aus Bad Lausick selbst, aus Böhlen, Rötha, Leipzig. Aber ich will nicht auf fünf Hochzeiten tanzen.“ Deshalb sieht sie den Colditzer Verein als maßgeblichen Partner – nachdem sie sich vom Ordnungsamt der Stadt Bad Lausick vor Jahren schon, als das Problem noch kleiner war, im Stich gelassen fühlte und auch im Oelzschauer Tierheim nicht die erhoffte Unterstützung fand (die LVZ berichtete).

„Das erste Ziel ist, die Katzen zu kastrieren beziehungsweise zu sterilisieren, dass es nicht noch mehr werden“, sagt Veit. Und stimmt darin mit Uta Plath von der Tierhilfe überein: „Wir wollen möglichst noch die zwei Kater einfangen, von denen einer verletzt ist.“ Danach suche man das Gespräch mit dem Vorstand des Kleingartenvereins Heinrich-Heine-Straße. Das Beste wäre, die Tiere könnten in der Anlage bleiben: „Sie sind dann kastriert, geimpft, entfloht. Die machen keinen Ärger mehr. Ich hoffe, dass wir einen Konsens finden.“ Margit Veit würde die Tiere versorgen und im Verhinderungsfall Hilfe aus der Nachbarschaft und vom Verein bekommen. Ein Weg, den die Rentnerin für gangbar hält. Sie hatte sich schon notgedrungen mehrerer Katzen angenommen, die ihren Kleingarten okkupierten. Aus der als kurzzeitige Hilfe gedachten Zuwendung erwuchs ein Problem, mit dem sie alleine gelassen wurde.

Der Tierschutzverein Leipziger Land, der das Tierheim Oelzschau betreibt und Vertragspartner zahlreicher Kommunen im Landkreis Leipzig ist, signalisierte der LVZ gegenüber jetzt die Bereitschaft, „im konkreten Fall ein Gentleman-Agreement“ zu treffen: Das Ordnungsamt würde die Kastration bezahlen, das Heim das Einfangen und die Eingriffe übernehmen. Eine Offerte, die Veit nicht mehr annehmen will, da die Sache bereits endlich im Fluss sei: „Wenn die Stadt Geld zur Verfügung stellt, soll sie das dem Colditzer Verein geben.“

Und die Moral, die sich aus der Bad Lausicker Katzen-Geschichte für vergleichbare Fälle ergibt? „Es gibt nur eine einzige Lösung: Konsequente Kastration aller herrenloser Katzen, also aller verwilderter, frei lebender Katzen“, sagt Elvira Henkel, 1. Vorsitzende des Tierschutzvereins Leipziger Land. Katzen erst über eine bestimmte Zeit zu füttern, sei nicht sinnvoll. Das Ordnungsamt einer Kommune sei für die Kastration herrenloser Tiere zuständig und arbeite mit dem Tierheim zusammen. Bliebe das Problem: Was passiert danach mit den Katzen?

„Fast immer sind es Tiere, die nicht (mehr) an ein Leben in enger menschlicher Obhut gewöhnt werden können“, sagt Henkel. Im Tierheim könnten sie nicht bleiben. Die Tiere genau an jener Stelle wieder auszuwildern, sei die beste Lösung. So, wie es in Bad Lausick jetzt vorgesehen ist. „Inzwischen ist die Einsicht einiger Kommunen soweit fortgeschritten, dass eine konsequente Kastration durchgeführt werden muss“, sagt Elvira Henkel. „Die Zusammenarbeit zwischen den meisten unserer Vertragskommunen und unserem Tierheim hat in den letzten Jahren einen qualitativen und quantitativen Fortschritt gemacht. Aber: Es bleibt noch viel zu tun!“

Von Ekkehard Schulreich

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