Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Geithain Kein Durchkommen auf der B 175: Narsdorferin fürchtet um Existenz
Region Geithain Kein Durchkommen auf der B 175: Narsdorferin fürchtet um Existenz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 03.10.2017
Die Fahrbahn der B 175 östlich von Dölitzsch wird erneuert. Quelle: Jens Paul Taubert
Geithain/Dölitzsch

Dass die Bundesstraße 175 in Dölitzsch ab Anfang Oktober für zwei Monate zur Baustelle wird, ist für Sabine Böttcher ein Problem. Die Kosmetikmeisterin betreibt ein Kosmetikstudio mit Fußpflege und fürchtet, die Kunden könnten ihr Geschäft aufgrund der Vollsperrung nicht erreichen. Gern hätte sie der Kundschaft längerfristig mitgeteilt, wie sich die Verkehrssituation während der bis Dezember veranschlagten Bauzeit gestaltet, allein es fehlten ihr bis Wochenmitte belastbare Informationen.

Böttcher ist nicht die einzige Gewerbetreibende nahe des einstigen Narsdorfer Bahnhofs, der es so geht. Hier gibt es einen Imbiss, einen Fliesenhandel, einen Dachdecker, ein Baugeschäft. Schon zu Jahresbeginn, als sie zum ersten Mal von der geplanten Fahrbahn-Sanierung hörte, hatte sich die Selbstständige an das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) gewendet und um Auskünfte gebeten. „Jetzt werde ich vor vollendete Tatsachen gestellt. Meine Existenz steht auf dem Spiel. Wenn die Kunden nicht mehr herfinden, kann ich zumachen. Das kann doch nicht sein“, sagt Böttcher. Es sei eingetreten, was sie seit Monaten befürchtet habe. „Alle Verantwortlichen müssen sich schnellstens an einen Tisch setzen und Lösungen finden, mit denen man leben kann“, fordert sie.

„Dass die Straße gemacht werden muss, ist Fakt“, meint Dachdecker Daniel Hartmann, der auch noch nicht weiß, wie er und seine Mitarbeiter am Morgen das Firmengelände verlassen und am Feierabend wieder erreichen können. Erfahrungsgemäß aber lasse sich das mit den Baufirmen abstimmen. Informationen zum Bauablauf vermisst man ebenso im Fliesencenter Narsdorf.

Kurz vor ultimo bekam Sabine Böttcher doch noch Nachricht vom Landesamt. „Ihr Kosmetik- und Fußpflegegeschäft befindet sich rund 300 Meter westlich vom Baubeginn und ist von der Baumaßnahme nicht direkt betroffen“, schrieb Pressesprecherin Isabel Siebert. Aus westlicher Richtung sei Dölitzsch bis zum Ortsausgang uneingeschränkt erreichbar. Hinweisschilder „bis Dölitzsch frei“ seien vorgesehen.

Dass irritierte und verärgerte Narsdorfer im Geithainer Rathaus anriefen, bestätigt Bürgermeister Frank Rudolph (UWG): „Ich erläutere dann unseren Kenntnisstand. Demnach soll die Erreichbarkeit gegeben sein. Die Baufirma will darüber selbst informieren. Ich hoffe, dass das geschieht.“

Swen Escher, Projektleiter des Bauunternehmens Max Bögl, bestätigt das gegenüber der LVZ. Die Bundesstraße werde wie angekündigt ab 4. Oktober im ersten Bauabschnitt zwischen Ortsausgang Dölitzsch und Bahnübergang gesperrt, um die Baustelle einzurichten. „Mit dem Fräsen aber beginnen wir erst am 9. Oktober“, sagt er und kündigt an: „Die Anlieger kriegen noch einen Zettel von uns.“ Man werde Rücksicht nehmen auf deren Belange; dass die Grundstücke zeitweise aber nicht erreichbar seien, lasse sich kaum vermeiden.

Laut Landesamt für Straßenbau und Verkehr soll die Sanierung, zu der auch Bauabschnitt zwei vom Bahnübergang bis zur Kreuzung Grüne Tanne gehört, voraussichtlich im Dezember enden. Der Verkehr werde großräumig über Geithain und das Eschefelder Kreuz umgeleitet. Betroffen ist damit auch die kurze Anbindung von Geithain und Rochlitz gen Süden zur Autobahn 72. Die Anschlussstelle Rochlitz ist während dieser Zeit wegen der Vollsperrung der B 175 nicht direkt erreichbar, wird weiterhin angekündigt.

Von Ekkehard Schulreich

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Andries Vogel, der in Geithain lebt, als Übersetzer und Lehrer arbeitet, betrachtet mit großer Sorge, was in seinem Geburtsland Südafrika geschieht. Darauf aufmerksam machen will er mit einem Film, den der von ihm mitgegründete Verein Sprachwerk am 2. Oktober im Geithainer Bürgerhaus zeigt: „Treurgrond“ – Trauererde.

30.09.2017

Im Jahr 2012 wurde für den gesamten Landkreis Leipzig das Optionsmodell eingeführt. Seitdem liegt die Betreuung von Hartz-IV-Empfängern komplett in kommunaler Hand. Die Betroffenen könnten so besser betreut werden, betont KJC-Chef Jörg Altmann und verweist auf eine positive Bilanz.

03.10.2017

Weniger Sachbeschädigungen, weniger Betrügereien: Die Zahlen, die Polizeirat Falk Donner dem Bad Lausicker Stadtrat präsentierte, sind hoffnungsvoll. Nach Jahren kontinuierlichen Anstiegs sank die Zahl der registrierten Straftaten 2016 in der Kurstadt erstmals wieder.

02.10.2017