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Geithain Kein Schutz vor nächster Flut in Sicht
Region Geithain Kein Schutz vor nächster Flut in Sicht
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14:30 19.05.2015
Blick auf den überfluteten Stadionbereich im Juni 2013 in Geithain. Quelle: LVZArchiv

Die verrohrte Eula am Stadion kommt nicht vor Jahresende ans Tageslicht, und selbst die Sedimentberäumung in Niedergräfenhain ist erst für Ende 2014 geplant.

"In Abhängigkeit vom Genehmigungsverfahren wird die Verrohrung der Eula Höhe Sportstadion voraussichtlich ab Ende 2014/Anfang 2015 entfernt werden können", kündigt auf LVZ-Nachfrage Britta Andreas, Pressesprecherin der Landestalsperrenverwaltung Sachsens, an. Mit der Sedimentberäumung in der Eula werde nach heutigem Stand Ende 2014 begonnen. Für beide Vorhaben werde derzeit die Planung erstellt.

Dass beides tatsächlich passiert, das war die gute Nachricht, als Bürgermeisterin Romy Bauer (CDU) im Stadtrat von ihrem Gespräch mit Axel Bobbe, dem Leiter des Röthaer Betriebes der Landestalsperrenverwaltung (LTV), berichtete. "Ehrlich und sehr konstruktiv" sei es gewesen - aber auch ernüchternd, erklärte sie.

Vielen Niedergräfenhainern erscheint das Schaffen einer Rückhaltemöglichkeit für die Eula im ehemaligen Steinbruch zwischen Geithain und dem Ortsteil als wirksamer Schutz vor einer nächsten Flut. Das sei im vorhandenen Hochwasserschutzkonzept nicht vorgesehen, und an dem Konzept werde es laut Bobbe bis 2020 keine Veränderung geben, erklärte Bauer. "Will die Stadt was tun, muss sie es allein machen", so ihr Fazit. Die Landestalsperrenverwaltung werde keine wirtschaftliche Unterstützung geben, dieser Bereich habe keine Priorität. "Ich sehe wenig Chancen, dieses Hochwasserschutzkonzept ändern zu lassen", so Bauer.

Die zweite schlechte Nachricht kam gleich hinterher. Geithain, Kohren-Sahlis und Narsdorf würden für den Hochwasserschutz auf ihrem Territorium gern Rückhaltungen an den Oberläufen der Gewässer schaffen. Dafür steht, wie berichtet, ein Fördersatz von maximal 75 Prozent in Aussicht. Den Eigenanteil aufzubringen, das ist für die Kommunen schwer zu stemmen. Die LTV sehe keine wirtschaftliche Möglichkeit, sich an so einem Konzept zu beteiligen, berichtete Bauer. Unterstützung würde die Talsperrenverwaltung aber leisten, wenn es um vorbereitende Unterlagen geht.

Ohne Hochwasserschutz brauche die Kommune keinen Euro in die Hand zu nehmen für den Wiederaufbau nach der Flut vom Vorjahr, erklärte nachdrücklich Mario Frommhold (CDU). "Ich bitte darum, dass die Verwaltung lösungsorientiert arbeitet", forderte er. Die Kommune müsse nach Fördermöglichkeiten ohne die LTV suchen. Er kündigte an, sich darum zu kümmern und bat um ein Gesprächsprotokoll. Außerdem ärgerte sich Frommhold, dass eine Sedimentberäumung, wie in Niedergräfenhain geplant, immer wieder als Hochwasserschutz "verkauft" werde. "Das ist eine ganz normale Gewässerunterhaltung", erklärte er.

Auf die warten Wickershainer schon lange. André Brendemühl erinnerte in der Einwohnerfragestunde der Ratssitzung an eine Begehung der Eula in Wickershain am 15. August 2012, an der er teilgenommen hatte. Für den von Anwohnern beanstandeten Bereich legte das Landratsamt damals fest, dass er kurzfristig von der hier zuständigen Stadt Geithain zu beräumen ist. Seitdem sei nichts passiert, so der Bürger "Dann kam das Hochwasser und Sie haben gesagt, die Stadt werde sich kümmern", wandte sich André Brendemühl an die Bürgermeisterin. Die Witterung sei günstig, man hätte schon längst zwei Monate arbeiten können, kritisierte er.

Eine Sedimentberäumung auf 20 Metern sei als Sofortmaßnahme erfolgt, erinnerte die Stadtchefin. Die weitere Beräumung des Bachlaufes in Wickershain werde im Rahmen der Hochwasserschadensbeseitigung erfolgen. Das werde nicht in Vergessenheit geraten, versicherte sie. "Ich habe Angst, dass es in eine Schublade kommt, und nichts passiert", erklärte André Brendemühl. Rund 30 Jahre lang habe im entsprechenden Bereich keine gründliche Beräumung stattgefunden. "Bei vielen Wickershainern liegen die Nerven blank, weil nach dem Hochwasser vom Juni keinerlei Aktivitäten zu sehen sind", erklärte er gegenüber der LVZ.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.03.2014
Inge Engelhardt

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