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Geithain Kein neues Feuerwehrauto für Kohren in Sicht
Region Geithain Kein neues Feuerwehrauto für Kohren in Sicht
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13:49 19.05.2015
Leben retten, Werte schützen mit Methusalems: Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Kohren-Sahlis wiesen am Wahlsonntag vor dem Wahllokal auf dem Markt die Bürger darauf hin, dass ihre Fahrzeugtechnik hoffnungslos überaltert ist. Quelle: Thomas Kube

Am Wahlsonntag wiesen die Feuerwehrleute demonstrativ vor dem Rathaus auf diese Misere hin. Jetzt schürt Bürgermeister Siegmund Mohaupt (CDU) Hoffnung, dass es 2015/16 mit einem neuen Auto klappt. Doch das glaubt in den drei Wehren Kohren, Dolsenhain und Jahnshain kaum noch einer, denn das Loch im Kohren-Sahliser Stadtsäckel war nie größer als heute.

"Einen Helm, den dürfen wir nicht länger als acht Jahre nehmen, auch wenn er nur im Regal lag. Aber wir sind mit einem Fahrzeug unterwegs, das fast ein halbes Jahrhundert alt ist." Lutz Fichtner, der Wehrleiter von Kohren-Sahlis, ist ein Mann klarer Worte. "So wie wir heute ausrücken, ist es nicht mehr vertretbar", sagt er. Der Tanker ist Baujahr 1968, das Löschfahrzeug im Wendejahr gebaut. Dass für Ersteren Ersatz her muss, ist unstrittig. Nur bezahlen kann den offenbar keiner. "Wir vermissen die Hilfe seitens des Landkreises und vor allem des Landes. Da kommt gar nichts", so Fichtner. Die Enttäuschung unter den 100 Ehrenamtlichen, davon 50 Mitglieder der aktiven Wehr, ist groß. "Wir planen derweil schon mal den 50. Geburtstag unseres Tanklöschfahrzeugs", so Fichtner. Als Witz will er das nicht verstanden wissen.

"Im März 2012 hatten wir gerade die Eigenmittel zusammen. Dann wurden die Förderrichtlinien geändert, und wir mussten von vorne anfangen", beschreibt Siegmund Mohaupt das Dilemma aus Sicht der Verwaltung. Hätte man damals 91 000 Euro Eigenmittel aufbringen müssen, seien es heute 200 000 Euro bei einem Fahrzeugpreis von 365 000 Euro. Zwar habe Kohren-Sahlis die Zusicherung des Städte- und Gemeindetages auf Kreisebene, dass 2015/16 die Förderung tatsächlich bereitsteht - indes ist die Beschaffung der Eigenmittel ein Riesenproblem. Das laufende Jahr ist fast zur Hälfte rum, doch die Stadt hat noch keinen Haushalt, bei dem Ausgaben und Einnahmen aufgehen.

Der neue Stadtrat wird sich mit dieser unerfreulichen Lage umgehend befassen müssen. Denn die 110 000 Euro, die eine bereits beschlossene Erhöhung von Steuern beschert, werden durch gekürzte Landesmittel, höhere Kreisumlage und Betriebskosten für Kindereinrichtungen mehr als aufgefressen. Dennoch übt sich Mohaupt vorsichtig in Optimismus, das Fahrzeug in den nächsten zwei Jahren kaufen zu können, denn: "Feuerwehr ist eine Pflichtaufgabe. Wir hoffen sehr auf den Freistaat, der sich ja deutlich mehr um den ländlichen Raum kümmern will." Mit von der Partie ist aber auch das Landratsamt. Denn das entscheidet, ob ein neuer Etat für 2014, den die Kämmerei demnächst vorlegen will, Akzeptanz findet - oder eben nicht.

"Mit jedem Jahr, das wir warten, wird das Auto 15 000 Euro teurer", rechnet Lutz Fichtner vor. Viel schwerer als das Monitäre wiege aber das Menschliche: "Wir haben viele engagierte, auch junge Leute, die kommen sich natürlich verar... vor." Die Kohren-Sahliser Wehr sei tagsüber durchaus einsatzbereit. Doch wenn sich nicht bald etwas tue, habe nicht nur er Zweifel daran, dass sich das noch lange so aufrecht erhalten lasse.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 31.05.2014
Ekkehard Schulreich

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