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Keine Nutzung mehr: Obergräfenhainer Schule wird abgerissen

Keine Nutzung mehr: Obergräfenhainer Schule wird abgerissen

15 Jahre nach der Schließung der Obergräfenhainer Grundschule soll das Gebäude abgerissen werden. Darauf verständigten sich Kirchenvorstand und Peniger Stadtverwaltung.

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Die Schule von Obergräfenhain soll abgerissen werden.

Quelle: Jens Paul Taubert

Obergräfenhain. Zwar hatte es in den vergangenen Jahren Kaufinteressenten für die Immobilie gegeben, doch scheiterte eine neue Nutzung des Areals an seinem aus der Geschichte herrührenden Status als Kirchschullehen.

 

 

"Alle Bemühungen, einen Investor zu finden, sind gescheitert", stellt Daniel Bilz, der für Obergräfenhain zuständige Pfarrer, fest. Die Kirchgemeinde selbst habe für Haus und Grundstück der Obergräfenhainer Schule keine Verwendung. "Deshalb haben wir uns mehrheitlich durchgerungen, einem Abriss zuzustimmen." Eine Übereinkunft, die Mitte des Monats bei einem Gespräch mit der Stadtverwaltung Penig erzielt wurde. Im Rathaus hatte man in den vergangenen Monaten darauf gedrängt, das Problem der Kirchschullehen einer Lösung näherzubringen. Es wurzelt in einer Zeit, da die Kirche auf den Dörfern Träger von Schule war. Das Grundstück, auf dem 1840 die Obergräfenhainer Schule errichtet wurde, gehört der Kirchgemeinde; das Gebäude selbst ist längst kommunal.

 

 

Gebäude- und Bodeneigentum in eine Hand zu bringen, erweist sich seit der Wende vielerorts als eine nur schwer zu realisierende Notwendigkeit. Wechselseitige Ansprüche von Kirche und Kommune, aber auch baurechtliche Einschränkungen verprellten in Obergräfenhain einen ernsthaften Kaufinteressenten für diese Immobilie. Vor zwei Jahren wollte ein Mann, der aus dem Dorf stammte und auswärts lebt, die Schule kaufen, zu einem Wohnhaus umbauen und nach Obergräfenhain zurückkehren. Doch letztlich erwiesen sich die Hürden als zu hoch - vor allem die Baurechts-Debatte über den Mindestabstand zum benachbarten Friedhof.

 

 

Für die Stadt Penig bedeutet die 1998 geschlossene Schule, die danach über Jahre unter anderem für eine Arzt-Außenstelle genutzt wurde, eine finanzielle Last. Stadtsprecherin Manuela Tschök-Engelhardt weiß um die Bedeutung der Schule für die Obergräfenhainer Dorfgeschichte und das Ortsbild. Dennoch sehe man zu einem Abbruch keine Alternative mehr. "Die Stadt würde diese Kosten übernehmen und das Grundstück beräumen", kündigte sie an. Das Areal verbleibe im Eigentum der Kirchgemeinde. "Über die Gestaltung müssen wir uns noch verständigen", sagte Daniel Bilz. Er gehe davon aus, dass erst einmal eine schlichte Grünfläche entstehe. In diesem Jahr werde der Abriss aber kaum noch erfolgen.

 

 

Im Sommer 1998 war die Obergräfenhainer Schule mangels Schülern geschlossen worden. Die Drittklässler waren die Letzten, die hier lernten; sie mussten nach Narsdorf umziehen. Unmittelbar nach der Wende hatte die damals noch selbstständige Gemeinde Obergräfenhain eine Menge Geld in das Bauwerk gesteckt; eine Bürde, die später von Langensteinbach und Penig übernommen werden musste. "Wir wären gern noch geblieben, doch man hat anders entschieden" hatten Obergräfenhainer Schüler beim Abschlussfest 1998 an die Tafel geschrieben. Neue Nutzungsideen, etwa für einen Rentner- und Vereinstreff sowie für Wohnungen, wurden nicht umgesetzt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.04.2013

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