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Geithain Kipping: Gemeinde hat Pfarrer nicht verjagt
Region Geithain Kipping: Gemeinde hat Pfarrer nicht verjagt
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18:33 11.07.2018
Thomas Wawerka bei seiner Einführung als Pfarrer zur Anstellung in Frohburg. Quelle: Jens Paul Taubert
Frohburg/Greifenhain

Nach einem Bericht über die Nacht der offenen Dorfkirchen am Sonnabend in Greifenhain sieht Martina Kipping (59), Gemeindepädagogin im Kirchspiel Frohburg, sowohl den ehemaligen Pfarrer Thomas Wawerka als auch die Gemeinde Greifenhain ins falsche Licht gerückt. Keinesfalls stimme der Eindruck, die Gemeinde Greifenhain habe ihren Pfarrer aus dem Amt gejagt. Wawerka, heute 43, sei von 2013 bis 2016 Pfarrer zur Anstellung im Kirchspiel Frohburg gewesen, als Teil seiner Pfarrerausbildung.

Nicht in den Pfarrdienst übernommen

Nach Ablauf der Zeit wurde die Anstellung nicht verlängert, Wawerka nicht in den Pfarrdienst übernommen. Die Gemeinde Greifenhain hatte damit nichts zu tun, sagt Kipping. Im Gegenteil, diese und auch andere Gemeinden im Kirchspiel, ist sie sicher, hätten ihn gern behalten. Der Kirchspielvorstand hatte deswegen sogar an das Landeskirchenamt geschrieben. Eine Begründung für die Trennung habe es nie gegeben. AfD-nahe Äußerungen könnten ein Grund gewesen sein, glaubt Wawerka selbst. Hätten die Greifenhainer Wawerka „davongejagt“, ist Kipping sicher, wäre der wohl kaum „mit seiner Familie privat als Gast zur Nacht der offenen Dorfkirchen angereist“.

Gemeinsam den Segen gelesen

Das tat er eher deshalb, weil er sich der Gemeinde immer noch verbunden fühlt. Was er am Sonnabend unter anderem damit unter Beweis stellte, dass er auf Bitten von Martina Kipping gemeinsam mit ihr den Segen las. Nicht in Vertretung eines Pfarrers, das wäre, sagt Kipping, Amtsanmaßung gewesen. Stattdessen sei Wawerka wie sie ausgebildeter Gemeindepädagoge, was ihn dazu befähigt habe, den Text mit ihr zu lesen. Wawerka ist heute Büromitarbeiter von Volker Münz, dem kirchenpolitischen Sprecher der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag.

Von André Neumann

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