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Kitas in Narsdorf und Ossa: Vier Bewerber wollen sie übernehmen

Trägerschaft Kitas in Narsdorf und Ossa: Vier Bewerber wollen sie übernehmen

Weil der Verein Ländliches Leben sich zurückzieht, müssen die Kitas „Rasselbande“ und „Abenteuerland“ unter neue Trägerschaft. Die Stadt Geithain schrieb die Einrichtungen in Narsdorf und Ossa aus. Vier Vereine und Unternehmen haben Interesse. Die LVZ stellt alle vier vor.

Spaß an Bewegung in der Ossaer Einrichtung „Abenteuerland“.

Quelle: Jens Paul Taubert

Geithain/Narsdorf/Ossa. Wer übernimmt die Kindertagesstätten „Abenteuerland“ in Ossa und „Rasselbande“ in Narsdorf ab 2018? Eine Entscheidung treffen will der Geithainer Stadtrat in seiner Sitzung am 24. Oktober. Der Wechsel wird nötig, weil sich der bisherige Träger, der Colditzer Verein Ländliches Leben, zurückzieht. Vier Interessenten hatten sich auf die Ausschreibung hin beworben. Zwei von ihnen, die Volkssolidarität Borna („Wirbelwind“) und das Integrationswerk Westsachsen („Little Stars“) sind in der Stadt bereits aktiv. Interesse haben zudem der Verein Muldentaler Jugendhäuser und der Sozialverband VdK. Alle vier stellten sich bereits Stadträten, Elternvertretern und Erzieherinnen vor. Die LVZ porträtiert die Bewerber.

IWS Integrationswerk Westsachsen

Für „gleichberechtigte Bildungschancen für alle Kinder unabhängig von ihrer sozialen Herkunft und ohne zusätzliche Kosten“ stehe das IWS Integrationswerk gemeinnützige GmbH Westsachsen, sagt dessen Geschäftsführer Detlev Seiler. Den Bildungsstandort Geithain wolle man stärken, betreibe man doch hier seit 2011 bereits die Kindertagesstätte „Little Stars“: „Wir verfügen über einen umfangreichen Erfahrungsschatz in der Förderung der frühkindlichen Bildung.“ Der Fokus liege „auf der Förderung einer ganzheitlich angelegten Bildung, Betreuung und Erziehung der Kinder unter Beachtung und Einbeziehung der neuesten Erkenntnisse der pädagogischen und Hirnforschung.“ Man wolle die Häuser in Narsdorf und Ossa zuverlässig und stabil weiterführen. „Parallel dazu steht die Aufgabe, die Konzepte – jene, nach denen zurzeit dort gearbeitet wird, und die unserer Einrichtung – intelligent und verträglich ineinander fließen zu lassen mit dem Ziel, im Ergebnis ein höheres Niveau zum Nutzen der Kinder zu erreichen.“

Die IWS, 1995 gegründet, betreibt seit 1998 bis zu zehn Einrichtungen, Kindertagesstätten, aber auch ein Heim für junge Flüchtlinge. Darüber hinaus, so Seiler, entwickele man Qualifizierungsmaßnahmen für pädagogische Fachkräfte. Außerdem besitze die IWS Werkstätten, welche über eine langjährige Erfahrung in der Herstellung von Lernspielzeug verfügten. Kindertagesstätten seien „nicht nur Stätten der Erziehung, sondern in erster Linie Stätten der Elementarbildung, welche es den Kindern ermöglichen, sich einen Schatz an unverzichtbaren Basiskompetenzen zu erarbeiten, die sie beim Lernen und der Bewältigung der Lebenswirklichkeit unterstützen.“

Verein Muldentaler Jugendhäuser

Mit zwei Kindertagesstätten und einem Hort, die der eingetragene Verein Muldentaler Jugendhäuser in Mittelsachsen betreibt, zählt der Träger aus Rochlitz zu den kleinen in der Region. Die Kapazität liegt bei 330 Plätzen. Neben diesen Einrichtungen in Burgstädt und Zettlitz betreibt der Verein Jugendklubs in Rochlitz und Burgstädt und kümmert sich in beiden Städten um Schulsozialarbeit. Der Verein hat 34 Mitarbeiter. „Wir sind seit 25 Jahren in der ländlichen Region aktiv und verwurzelt. Auf Grund unserer übersichtlichen Strukturen sind wir ein Träger der kurzen Wege und immer unmittelbarer Ansprechpartner für Eltern, Kinder, Kommunen, Vereine, Institutionen und Bürger“, sagt Susann Meißner, die die Rochlitzer Geschäftsstelle leitet. Ein Zuwachs durch die beiden Kindertagesstätten im benachbarten Landkreis Leipzig sei da willkommen. „Gemeinsam mit den Erzieherinnen, Eltern und Kindern werden wir die pädagogische Arbeit weiterführen und kreative Ideen mit dem Blick von außen einbringen.“ Konzeptionen der Häuser in Ossa und Narsdorf würden weitergeführt.

„Wir möchten uns zur Verfügung stellen, da es immer wieder spannend für uns ist, Kinder groß werden zu sehen. Dabei geht es uns um das unbeschwerte und kindgerechte Aufwachsen von Mädchen und Jungen. Wir setzen an den Stärken der Kinder an, fördern diese bewusst und geben damit Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl. Kindern begegnen wir mit Empathie, Sorgfalt und immer auf Augenhöhe“, so Meißner. Man arbeite eng mit den Einrichtungen, den Eltern, den Kommunen zusammen und setze auf positive Synergieeffekte im ländlichen Raum.

Sozialverband VdK Sachsen

Auf „vernetzte und qualitativ hochwertige Angebote, verbunden mit dem Gedanken der Inklusion gerade auch im Hinblick der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Sachsen“, setzt der Sozialverband VdK Sachsen. Niemand werde auf Grund einer Behinderung, seines Alters, der sozialen Herkunft benachteiligt. Um diesen Gedanken weiter zu verbreiten, sei der Verein an der Übernahme neuer Kindertagesstätten in Sachsen interessiert. „Wir verstehen uns als Träger als Teil des Gemeinwesens und suchen aktiv die Zusammenarbeit mit den vor Ort tätigen Akteuren und Institutionen“, sagt Sprecherin Franziska Mosig. Gerade im Hinblick auf den Übergang von Kindergarten zu Schule sei das unverzichtbar, „um optimale Bedingungen für die künftigen Schulanfänger und ihre Eltern zu schaffen“. Im Rahmen der Qualitätsentwicklung habe man ein Qualitätsmanagementsystem eingeführt. Man fördere die Eltern- und Familienbildung und wolle soziale Beratung anbieten, beschäftige im Verein eine Fachkraft für Kinderschutz. Der Betriebsübergang werde für Eltern, Kinder und Personal reibungslos durchgeführt.

Der Sozialverband VdK Sachsen ist seit 1993 anerkannter Träger der Freien Jugendhilfe und wird als Spitzenverband vom Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband Landesverband Sachsen vertreten. In Trägerschaft des Verbandes befinden sich neun Kindertageseinrichtungen, in denen mehr als 1200 Kinder betreut werden, so in Leisnig, Siebenlehn und Hoyerswerda. Er hat 166 Mitarbeiter.

Kreisverband der Volkssolidarität

Im Gebiet der Stadt Geithain „nachhaltig etablieren“ möchte sich der Kreisverband Borna der Volkssolidarität und deshalb die Häuser in Narsdorf und Ossa übernehmen. Aktuell verfügt er über den „Wirbelwind“ in Geithain. Eine stärkere Präsenz erlaube einen flexibleren Einsatz des Personals, sagt die stellvertretende Geschäftsführerin Jana Nitzsche. „Unsere Einrichtungen arbeiten nach dem Situationsansatz. Jedes Kind wird entsprechend seinem Entwicklungsstand abgeholt und gefördert.“ Dabei arbeite man zunehmend offen, wobei die Kinder einer Bezugserzieherin zugeordnet seien. „Unsere Kindertageseinrichtungen sind Orte der vielfältigsten Begegnungs- und Erfahrungsmöglichkeiten. Das Leitmotiv der Volkssolidarität Miteinander – Füreinander bestimmt das Zusammenleben und fordert zu gemeinschaftsfähigem Handeln der Menschlichkeit, Hilfsbereitschaft und Solidarität heraus.“ Der pädagogische Alltag sei geprägt von Respekt und vom Vertrauen in die Kräfte des Kindes.

Die Einrichtungen arbeiteten eng zusammen, es gebe Weiterbildungen für die pädagogischen Fachkräfte. Der Landesverband fördere den sachsenweiten Erfahrungsaustausch, sagt Nitzsche. „Wir verstehen uns in unserem Wirken als Interessenvertreter älterer sowie hilfebedürftiger Menschen aller Altersgruppen und können dadurch eine generationsübergreifende Arbeit gewährleisten.“ Im Verband Borna sind 293 Mitarbeiter in den verschiedenen Bereichen tätig. 73 pädagogische Fachkräfte arbeiten in Kindertagesstätten, zehn im Bereich Hilfen zur Erziehung.

Von Ekkehard Schulreich

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