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Geithain Klassentreffen beim Classic Grand Prix in Frohburg
Region Geithain Klassentreffen beim Classic Grand Prix in Frohburg
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06:00 02.10.2017
Die Präsentation der Formal Easter mit Sven Steinbach aus Frohburg (Nummer 69) im Melkus T77. Quelle: Jens Paul Taubert
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Frohburg

Dass Rennsport-Geschichte äußerst lebendig sein kann, Frohburg lieferte dafür mit dem Classic Grand Prix einen überzeugenden Beweis. Ein Wochenende nach dem 55. Frohburger Dreieckrennen gehörte der Kurs den Trabant, Melkus, MZ, Yamaha und Co. Tausende Rennsportfans feierten ein Wiedersehen mit Legenden, erlebten ein hochkarätiges Rennprogramm. Tom Nowka, erster Vorsitzender des Organisators MSC Frohburger Dreieck: „Mit dem Finalläufen zur IRRC-Rennserie zeigen wir das Beste vom Besten.“

Vor 55 Jahren erlebte Wolfgang Jung erstmals Motorsport auf dem Dreieck. „Zehn war ich, als mich mein Vater 1962 mitnahm“, erzählte der Großzössener, seither infiziert und nicht nur am Rand des Dreiecks, sondern auch des Sachsenrings Dauergast. An seiner Seite war Reiner Dreilich aus Borna, ebenfalls rennsportverrückt seit Jugendtagen und inzwischen Rentner.

Seit dem Ende der sechziger Jahre „am Rennsport einen Narren gefressen“ hat Gunther Tausch aus dem ostthüringischen Ziegelheim. Er freute sich auf die Trabant und andere Rennwagen, vor allem aber auf ein Wiedersehen mit Heinz Rosner, renommiertester MZ-Pilot, mehrfacher Sieger in Frohburg und DDR-Meister. Gerade auch die Gespräche im Fahrerlager, das Auffrischen gemeinsamer Erinnerungen, machten das Besondere Frohburgs aus.

Für Rosner, den 78-Jährigen (“2018 sitze ich seit 60 Jahren auf der MZ!“), war die Stadt vertraute Kulisse für ein Heimspiel. Sieben Mal gewann er hier in den Sechzigern, „einmal habe ich sogar das ganze Feld überrundet“. Mitgebracht hatte er seine beiden letzten zu 100 Prozent originalen MZ, „genau so wie ich sie zu GP-Zeiten gefahren habe“.

Das war was fürs Auge – beim Frohburger Classic Grand Prix 2017 gingen die Schönheiten der Motorsportgeschichte auf die Strecke.

Kaum halb so alt wie Rosner, knüpfte Ulrich Krauß aus Königsbrück im Trabant an Renngeschichte an. In Frohburg startete er mit einem exakten Nachbau jenes Trabants, mit dem Lutz Weidlich - beim Frohburger Grand Prix agierte der als Streckensprecher - in den achtziger Jahren auf den Pisten unterwegs war. „Angefangen hat alles mit Autocross, auch auf Trabant“, so der 37-Jährige. Inzwischen habe er historische Rennen für sich entdeckt.

Etwas anders vorgestellt hatte sich Stefan Pohl seine Frohburg-Visite. Der Plauener startete hier beim Classic-GP vor einem halben Jahrzehnt selbst und absolvierte einst als Motorradpilot auf dem alten Kurs mehrere Rennen. Dass er diesmal Zuschauer blieb, hatte einen bedauerlichen Grund: Sein Lada-Tourenwagen ist nach einem Unfall Schrott. „In Frohburg bin ich immer gerne gefahren. Es ist schön und wichtig, dass die historischen Strecken am Leben erhalten werden.“

Aus dem niederbayrischen Kehlheim waren Christian und Josephe John, Vater und Sohn, angereist. „Im Osten wird einfach guter Motorsport geboten. Das Publikum ist rennsportbegeistert, die Atmosphäre hervorragend“, so ihr Urteil. Der gute Ruf Frohburgs bewog den Österreicher Johann Fürböck, sich endlich selbst davon zu überzeugen. Der Europameister von 2017, seit dreieinhalb Jahrzehnten in der Classic-Szene engagiert, bereute diese Premiere keinesfalls. Seine Seeley-Weslake mit der Startnummer 8, Baujahr 1972, gehörte zwar nicht zu den stärksten Maschinen im Starterfeld, aber: „Ich bin ganz gut mit dabei, und ich kann nur sagen: Diese Veranstaltung ist wunderschön.“

Von Ekkehard Schulreich

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