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Geithain Kohren: Besucher pilgern zum Michaelismarkt
Region Geithain Kohren: Besucher pilgern zum Michaelismarkt
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15:32 30.09.2018
Antje Heinemann (links) verteilt frisch gepressten Apfelsaft. Quelle: Julia Tonne
Frohburg

Der Michaelismarkt im Frohburger Ortsteil Kohren-Sahlis war am Sonnabend der Ausflugsort schlechthin. Claudia Vater vom Sächsischen Landeskuratorium, das zusammen mit der Heimvolkshochschule und der Töpferei Arnold die schon im Mittelalter existierende Tradition aufleben lassen will, verzeichnete rund 1500 Besucher. Kein Wunder: Das Wetter stimmte, die Angebote waren vielfältig.

Auf dem Kohrener Michaelismarkt erlebten die Besucher, wie sich ein Goldener Herbst anfühlt.

Allein bei Showkoch Frank Nowak tummelten sich zeitgleich unzählige Zuschauer. Nach einem Einkaufsbummel über den Markt kredenzte er Rote-Beete-Graupenrisotto in Rotwein an Babymangold und gesmokter Rinderhüfte. Die Kostproben gingen anschließend weg die wie sprichwörtlichen warmen Semmeln. Nowak war das erste Mal Aussteller beim Michaelismarkt und angetan von der Atmosphäre. „Es ist traumhaft schön hier“, erklärte der Mietkoch und Caterer.

Kranzbinden bei den Landfrauen

Großer Andrang herrschte auch bei den Landfrauen, die Hilfestellung gaben beim Kranzbinden und bei der Straußgestaltung. Antje Steinhardt, Leiterin des Bornaer Freizeitzentrums, war eine der ersten, die sich am Getreide versuchten. Unter den Augen von Barbara Hennig und Cornelia Hennig, deren Namensgleichheit ein Zufall ist, verwob sie getrockneten Hafer und Gerste mit Lavendel.

Das konnte auch Besucherin Christa Frohburg behaupten. Die Namensvetterin ihres Besuchsortes war gemeinsam mit dem Posaunenchor aus Frankenberg zum Trainingslager in der Heimvolkshochschule. Der wiederum wurde gleich vom hiesigen Posaunenchor eingeladen, die Eröffnung mitzugestalten. „Die Titel waren uns bekannt, und so konnten wir Probe und Auftritt gleich verbinden.“

MDR-Gartenfrau Helma Bartholomay zu Gast

Bei Helma Bartholomay, vielen bekannt als Gartenratgeberin des MDR, gaben sich die Besucher förmlich die Klinke in die Hand. Zahlreiche Gartenfreunde hatten Bodenproben der heimischen grünen Oase mit und ließen dessen pH-Wert bestimmen. „Von den Werten hängt ab, welche Pflanzen besonders gut oder gar nicht wachsen“, erklärte sie. Etliche Fragen kamen zudem zum extremen Dürresommer, „der wirklich allen Gärtnern das Leben schwer gemacht hat“. Wessen Garten durch den Sommer etwas trist geworden ist, der konnte sich am Stand von Töpferin Gundula Müller mit Deko behelfen. Neben Zauntieren und Pflanzgefäßen hatte sie auch glasierte Kacheln und Zierkeramik im Angebot.

Murmelweltmeister Andreas von Rothenbarth gibt Nachhilfe

Buntes Treiben herrschte aber nicht nur im Pfarrhof, sondern auch drumherum. Märchenerzähler und Murmelweltmeister Andreas von Rothenbarth entführte die Kinder ins Reich der Fantasie und gab Nachhilfe in Sachen Murmelspiele. Antje Heinemann vom Naturschutzbund Topfseifersdorf presste frischen Apfelsaft und brachte ihn unter die Leute. Familie Kästner und Familie Mittag hingegen stellten ihr Hobby vor: Klöppeln und Schnitzarbeiten. „Wir hoffen, damit neue Mitglieder für unseren Verein für Künstlerische Heimarbeit Penig zu gewinnen“, machte Ulrich Kästner deutlich.

Premiere für Frohburgs Bürgermeister

Frohburgs Bürgermeister Wolfgang Hiensch stattete dem Michaelismarkt zum ersten Mal einen Besuch ab – und war ob der Atmosphäre und den liebevoll zurechtgemachten Ständen fasziniert. „Der Markt ist eine tolle Initiative und belebt den Ort ungemein“, sagte er. Zumal etliche Besucher nicht nur aus Frohburg kämen. Er hofft, dass sich aus dem Ereignis eine feste Tradition entwickle. Vater ist da guter Dinge, dass das gelingt. „Wir lassen uns ja auch immer etwas Neues einfallen.“ Eine große Hilfe ist Vater zufolge übrigens die Leader-Förderung. „Damit ist doch immer noch ein bisschen mehr machbar“, sagte sie.

Von Julia Tonne

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