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Hundetoiletten fehlen – Kohren-Sahlis hat kein Geld

Problem Hundetoiletten fehlen – Kohren-Sahlis hat kein Geld

Das Kohrener Land ist beliebt bei Ausflüglern. Wanderer mit Hund haben in Kohren-Sahlis und Gnandstein aber ein Problem: Wohin mit den Extrementen der Vierbeiner? Die Stadt sollte an frequentierten Orten Hundetoiletten installieren, so die Forderung. Im Rathaus schaut man nach Frohburg, wo solche Säulen jetzt über Werbung finanziert werden – denn Geld hat man dafür nicht.

Könnten Hundetoiletten mit Werbung auch für Kohren-Sahlis eine Lösung sein?

Quelle: Andre Kempner

Kohren-Sahlis/Frohburg. Dass im Stadtgebiet von Kohren-Sahlis Behälter für die Entsorgung von Hundekot fehlen, ärgert Hans-Helmut Ralf Krötzsch seit Langem. Mit einem Brief an den CDU-Stadtrat Georg-Ludwig von Breitenbuch und die Stadtspitze insgesamt unternahm der Rüdigsdorfer jetzt erneut einen Vorstoß, um Bewegung in die Sache zu bringen. Bürgermeister Siegmund Mohaupt (CDU) will sich dem nicht verschließen, allerdings: Finanzieren könne das die Kommune nicht.

„Nicht nur ich, sondern auch andere einheimische Hundebesitzer und Besucher des Kohrener Landes vermissen Möglichkeiten, die Hinterlassenschaften ihrer Tiere ordentlich zu entsorgen“, sagt er. Tüten hätten die meisten Halter sicherlich dabei, doch stelle sich die drängende Frage: Wohin damit? „Man stelle sich vor, ein Besucher unserer Stadt, der seinen Hund dabei hat, setzt sich mit so einer gefüllten Tüte in der Hand in ein Café oder in eine Gaststätte!“ Wolle er das vermeiden, bliebe ihm nur, den Kotbeutel irgendwo liegen zu lassen oder in einen Papierkorb zu werfen, wo er eigentlich auch nicht hingehöre. Bei 60 Euro Steuer pro Jahr, die ein Hundebesitzer in Kohren-Sahlis für den ersten Hund zahlen müsse – der zweite koste deutlich mehr – , sollte die Kommune doch in der Lage sein, wenigstens in der Kernstadt und an von Ausflüglern frequentierten Parkplätzen Hundetoiletten zu installieren.

„Es wäre schon schön, wenn am Parkplatz in Kohren-Sahlis, in Gnandstein oder am Lindenvorwerk solch ein Vorrat an Hundebeuteln auslägen oder solche Tüten für Hundekot an Automaten erworben werden könnten“, unterstützt Georg-Ludwig von Breitenbuch die Forderung des Mannes aus Rüdigsdorf. Zweimal sprach er dieses Anliegen auf Ratssitzungen an. Hundefreundlichkeit und Kinderfreundlichkeit seien für das Kohrener Land sicherlich ein gutes Motto, für Einheimische wie Gäste. Die Stadtverwaltung habe zugesagt, Lösungen zu prüfen; er werde deshalb dranbleiben.

Eine dieser Lösungen könnte jene sein, die Frohburg zurzeit anstrebt. Ein Unternehmen hatte der Stadtverwaltung im Herbst vorgeschlagen, drei „Reinigungssäulen“ aus Edelstahl aufzustellen. Die enthielten Beutel und einen Einwurf für Exkremente und würden regelmäßig geleert. Finanzieren sollten sich die Säulen durch die darauf angebrachte Werbung regionaler Unternehmen. Geplante Aufstellungsorte: der Eingang des Schlossparks an der Florian-Geyer-Straße; am Weg, der das Schützenhaus und die Kindertagesstätte „Spatzennest“ miteinander verbindet; am Feuerwehrdepot Frohburg am Alten Friedhof. „Die drei Säulen sind derzeit in Produktion und werden in ungefähr acht Wochen aufgestellt“, sagt Stadtsprecherin Nicole Kampf der LVZ. Frohburg erhebt seit Jahresbeginn eine Hundesteuer von 45 Euro; vordem waren es 30 Euro.

„Unser Ordnungsamt wird sich mit Frohburg in Verbindung setzen, um zu prüfen, ob dieses Modell kostenneutral ist. Das wäre natürlich die Ideallösung“, sagt der Kohrener Bürgermeister Siegmund Mohaupt. Die Forderung nach solchen Hundetoiletten sei nachvollziehbar, wenn gleich er davon ausgehe, dass nicht wenige Zeitgenossen sie ignorieren würden: „Aber wir sollten sie an zentralen Punkten anbieten.“ Sie aus dem eigenen Haushalt zu finanzieren, sei der Stadt indes kaum möglich. Die Finanzlage sei schließlich so desolat, dass die Eingliederung nach Frohburg geplant sei: „Wir versuchen, unseren Haushalt weiter zu entlasten. Aber da kann ich nicht zur Kommunalaufsicht des Landkreises gehen und sagen: Ich nehme ein paar Tausend Euro für Hundetoiletten.“

Von Ekkehard Schulreich

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