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Geithain Kohren-Sahlis: Design-Motorrad ist doppeltes Meisterstück
Region Geithain Kohren-Sahlis: Design-Motorrad ist doppeltes Meisterstück
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16:55 07.12.2016
Tobias Födisch mit seinem formvollendeten Meisterstück: der Design-Studie eines Motorrades. Quelle: Handwerkskammer zu Chemnitz
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Kohren-Sahlis

Die Design-Studie eines Motorrades ist sein zweifaches Meisterstück: Es steht für zwei Meisterbriefe, die Tobias Födisch binnen weniger Jahre erwarb. Nach beruflicher Praxis als Karosserie- und Fahrzeugbaumeister setzte der 33-Jährige aus Kohren-Sahlis sich nach Arbeitsschluss noch einmal für Monate auf die Schulbank, um seinen Abschluss als Metallbaumeister zu machen. Dieser zweite Meisterbrief, ausgestellt von der Handwerkskammer zu Chemnitz, ist so frisch, dass Födisch für ihn noch gar keinen Rahmen fand.

Dieses Bild entstand 2011: Der frisch gebackener Karosserie- und Fahrzeugbaumeister Tobias Födisch und sein Meisterstück, ein Harley-Davidson-Tank. Quelle: Christian Nitsche

Mit seinem Meisterstück aber setzte der Metallbauer fort, was der Karosserie-Fachmann begann: Den meisterlichen geschwungenen Tank einer Harley Davidson implementierte er – selbst ein begeisterter Motorradfahrer – in das neue Meisterstück. Gut möglich, dass er die vollendete Form demnächst leihweise in einem Zweirad-Shop oder gar an der Leipziger Hochschule HGB zeigt.

Födisch ist Fahrzeugbauer von Hause aus. Dass er diesen Beruf ergriff, lag nahe aufgrund familiärer Tradition: Mittelständler Vater Wolfgang baut in Wernsdorf Aufbauten für Lastwagen und für Anhänger. Hier lernte der Junior nicht, sammelte aber erste Erfahrungen in der Branche. Nach der Meisterschule war er als Abteilungsleiter im Metallbau bei der Lätzsch GmbH in Streitwald tätig, meldete nebenberuflich sein Gewerbe als Karosseriefachmann an. Als Subunternehmer übernimmt er Aufträge von Autohäusern und KFZ-Werkstätten,die er vor Ort realisiert.

Eine Arbeit, die Tobias Födisch ausfüllt, auch innerlich, allerdings: „Der Karosseriebau allein trägt nicht auf Dauer.“ Die Anerkennung als Metallbauer zu absolvieren, lag für ihn auf der Hand. Der zweite Meisterbrief ermöglicht ihm beides: Fahrzeuge wieder herzurichten, aber auch – für private Kundschaft – Zäune, Tore, Geländer zu bauen. „Die Auftragslage ist sehr zufriedenstellend“, sagt er, möchte aber als Einzelkämpfer weiter machen.

Dass Handwerk goldenen Boden habe, für diese Volksweisheit will er die Hand nicht ins Feuer legen, doch er ist überzeugt: „Es kommt wieder.“ Das Internet laufe dem Handwerk nicht den Rang ab, biete der Kontakt von Angesicht zu Angesicht doch Variantenvergleiche und das Umsetzen individueller Wünsche. „Mein Ziel ist es, regional mit anderen zu arbeiten“, sagt der verheiratete Vater zweier Söhne. Dafür habe er beide Meisterprüfungen abgelegt. Hier sehe er seine Zukunft. Die Zeichen stünden gut.

Von Ekkehard Schulreich

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