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Geithain Kohren-Sahlis: Hofmann’sche Sammlung lädt zur Sonderschau
Region Geithain Kohren-Sahlis: Hofmann’sche Sammlung lädt zur Sonderschau
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00:21 09.10.2017
Corinne Schulze zeigt eine Kreidezeichnung von Otto Delling, der Mitte der Fünfzigerjahre den Uhrturm des Sahliser Gutes festhielt. Quelle: Jens Paul Taubert
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Kohren-Sahlis

Dass Rudels Schubladen überquellen, wen will es wundern, hat Rudolf Hofmann, den alle nur den Hofrat oder Rudel nannten, Zeit seines Lebens so viel Heimatgeschichtliches zusammengetragen, dass er ein ganzes Haus füllen konnte. Das ist seit mehr als anderthalb Jahrzehnten unter dem Namen Hofmann’sche Sammlung eine Außenstelle des renommierten Kohren-Sahliser Töpfermuseums. Mit seiner von Spalierobst geschmückten Fassade steht es sogar noch zentraler als das Töpfermuseum. Bis Ende Oktober, wenn die Sammlung dann in die Winterpause geht, hat Museumschefin Corinne Schulze eine kleine, feine Sonderausstellung zusammengestellt: „Aus Rudels Schubladen“. Historische Ansichten Kohrens, Gnandsteins und der Umgebung hat sie dafür ausgewählt, zu sehen im Obergeschoss des geschichtsträchtigen Hauses.

Ausgestellt sind in Vitrinen und an den Wänden Lithografien, Kupferstiche und Zeichnungen. Mehrere von ihnen stammen von Rudels Urgroßvater Johann Heinrich Liebau, der 1837 die Gnandsteiner Burg in ihrer mittelalterlichen Pracht porträtierte und Kohren stimmungsvolle Zeichnungen widmete. Sophie Crusius aus der kunstsinnigen, einst auf dem Rittergut Sahlis beheimateten Familie Crusius gestaltete 1870 eine Ansicht der Stadt von Süden her. „Interessant für alle, die die Vorgänge um das Sahliser Gut verfolgen, ist eine Kreidezeichnung des Uhrturmes, der nur noch in Relikten vorhanden ist“, sagt Schulze. Gefertigt hat die um 1950 der Maler Otto Delling, der lange Zeit in Berlin lebte und der mit Käthe Kollwitz, Oskar Kokoschka, Conrad Felixmüller, Heinrich Zille freundschaftlich verbunden war.

Dass der Fundus an Exponaten und Themen für Kabinettausstellungen dieser Art zur Neige gehen könnte, stehe nicht zu befürchten, sagt die Museumsleiterin: „Da findet sich noch auf Jahre genug. Wir freuen uns, dass wir auf diese Weise manches zeigen können, was in der Dauerausstellung keinen Platz hat.“ Das nächste Thema sei bereits gesetzt; dann gehe es um historische Karten- und Brettspiele. Rudolf Hofmann hatte seine vielfältige Sammlung in den Achtzigerjahren an den Staat übertragen in dem Bestreben, sie in ihrem Gesamtbestand zu sichern. „Fortan lebte er inmitten seines inventarisierten Museumsgutes“, sagt Schulze. 1986 starb er. Seine Witwe Ursula erlebte noch, das 1998 Teile des Hauses zum Museum wurden. Nach ihrem Tod 2001 wurde die gesamte Immobilie zum Museum.

Am 27. Oktober findet im Haus ein „Abend bei Hofmanns“ statt, zu dem die Kohrener Geschichtsfreunde einladen. Genauer: Der aus ihnen hervorgegangene neu ausgerichtete Kohrener Geschichtsverein. Er, der künftig auch als Förderverein des Museums agiert, stellt seine neue Satzung vor. Vor allem aber wird Anekdotisches erzählt. Günter Barthel, langjähriger Vorsitzender des Vereins, spielt Tonband-Aufzeichnungen ab. Dann ist Rudel in seinem Hause wieder zu hören, wie die Älteren ihn noch kennen. Die Veranstaltung beginnt 19 Uhr.

Die Hofmann’sche Sammlung in Kohren-Sahlis lädt noch bis Ende Oktober jeweils samstags, sonntags und dienstags von 13 bis 17 Uhr ein. Am 7. und 8. Oktober bleibt sie aus betrieblichen Gründen geschlossen. Wer die Sammlung im November besichtigen will, kann das trotz Winterpause – wenn er sich im Töpfermuseum anmeldet (Tel.: 034344/61547, E-Mail: museen@kohren-sahlis.de).

Von Ekkehard Schulreich

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