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Geithain Kohren-Sahlis: Schicksal des Jahnshainer Gasthofes weiter offen
Region Geithain Kohren-Sahlis: Schicksal des Jahnshainer Gasthofes weiter offen
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17:00 02.01.2017
Das Jahnshainer Ortsschild. Dem Ortsteil von Kohren-Sahlis fehlt ein Festplatz. Quelle: Jens Paul Taubert
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Kohren-Sahlis/Jahnshain

Was wird aus dem einstigen Jahnshainer Gasthof? Immerhin ist das Gebäude, in dem einst das gesellige Leben kulminierte, seit vielen Jahren geschlossen und von der baulichen Substanz her verschlissen. Die Frage nach der Zukunft der Immobilie in zentraler Lage stellt man sich nicht nur im Ortschaftsrat für die Kohrener Ortsteile Jahnshain, Meusdorf und Linda. Einwohner bewegt sie ebenso wie Georg-Ludwig von Breitenbuch, der in seiner Funktion als CDU-Stadtrat und –Landtagsabgeordneter bemüht ist, ein bisschen Bewegung in die ungeklärten Verhältnisse zu bringen. Kein leichtes Unterfangen, handelt es sich doch um eine Erbschafts-Angelegenheit.

„Weil die Erben des früheren Grundstückseigentümers die Erbschaft ausgeschlagen haben, hat der Freistaat Sachsen den Jahnshainer Gasthof geerbt“, benennt Andrea Krieger, Pressesprecherin des Staatsbetriebs Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB), die aktuelle Situation. Klar sei: Das Land brauche die Immobilie ebenso wenig, ist sie doch nur mit Kosten verbunden. Das SIB begab sich deshalb auf Käufersuche, allerdings – was kaum überrascht – ohne Erfolg: „Die Veräußerung an einen privaten Käufer ist aber wegen der schlechten Bausubstanz und eingetragener Grundschulden in absehbarer Zeit nicht zu erwarten.“

Zwar kümmere man sich notgedrungen um die Eigentümer-Pflichten; eine Wiederbelebung des Hauses durch eine Sanierung könne das SIB aber nicht leisten, nicht einmal den Abriss des maroden Hauses erbringen, „weil es hierfür keinen Rechtsgrund gibt“.

Mit der Überlegung, den alten Gasthof der Stadt Kohren-Sahlis anzuvertrauen, kam der Staatsbetrieb ebenso wenig weiter. „Mit Unterstützung des Freistaates Sachsen könnte die Stadt die Immobilie übernehmen, Veränderungen an der Bausubstanz vornehmen und das Bild des Ortsteils Jahnshain verschönern“, so Krieger. Allerdings: Die Stadt habe „leider kein Interesse“.

Das treffe es nicht ganz, meint Bürgermeister Siegmund Mohaupt (CDU). Mit dem Zustand sei man natürlich nicht glücklich, und man halte die Idee der Jahnshainer, an Stelle des Hauses einen Festplatz herzurichten, für gut. Allerdings: „Wir befinden und als Stadt in der Haushalt-Konsolidierung. Nicht einen Cent haben wir für so eine Freiwilligkeitsleistung.“ Die finanzielle Zwangslage sei es ja, die Kohren-Sahlis zur Aufgabe der kommunalen Selbstverwaltung zwinge; da könne man sich nicht den Gasthof aufbürden – zumal das die Kommunalaufsicht des Landkreises nicht würde durchgehen lassen. Mohaupts Credo: Er trage gerne mit, was finanzierbar sei und „was der Gemeinde etwas bringt“.

„Die Stadt Kohren-Sahlis befindet sich aktuell in der Haushaltskonsolidierung, wird daher aktuell selbst nicht in der Lage sein, als Erwerber aufzutreten“, unterstützt Georg-Ludwig von Breitenbuch diese Linie. Er selbst war mehrfach mit dem sächsischen Finanzministerium in Kontakt getreten, um einen gangbaren Weg zu erkunden. Der SIB-Vorschlag, die Stadt möge die Immobilie erwerben – wenn auch für eine geringe Summe –, um sie mit Fördermitteln herzurichten, sei kein solcher Weg. „Vielleicht findet sich aber ein privater Erwerber, um den Abriss und die Nachnutzung für sich mit staatlicher Förderung anzugehen“, so der Abgeordnete. Um das Ortsbild von Jahnshain zu verbessern, würde er auf jeden Fall Unterstützung leisten.

Ortsvorsteher Jörg Stahl hält den Abriss und die Herrichtung der Fläche für Zwecke der Dorfgemeinschaft für die sinnvollste Variante. Bislang fänden Veranstaltungen und Feste meist auf privatem Grund statt. Die Fläche des Gasthofes böte sich auch aufgrund ihrer Lage als Alternative an. Für Stahl steht diese Idee im Zusammenhang mit einer Wiedernutzung der ehemaligen Schule schräg gegenüber. Hier könnte sich der Ortschaftsrat gut eine Verbindung von Feuerwehr-Depot, Veranstaltungsräumen und Mietwohnungen vorstellen.

Dass das SIB einen Käufer für den alten Gasthof sucht, war im Immobilienteil der LVZ nachzulesen. Dasselbe trifft zu auf das Herrenhaus in Auligk.

Von Ekkehard Schulreich

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