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Geithain Kohren-Sahlis: Was Oma und Opa spielten – Jugendliche recherchieren in Jahnshain
Region Geithain Kohren-Sahlis: Was Oma und Opa spielten – Jugendliche recherchieren in Jahnshain
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17:49 28.04.2017
Junge Filmemacher klingeln an Haustüren, um etwas über die Spiele der Älteren zu erfahren. Quelle: Marc Mascheck
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Kohren-Sahlis/Jahnshain

„Oma – was hast du gespielt?“ Heranwachsende aus Kohren-Sahlis wollten genau das herausfinden. Ausgerüstet mit einer professionellen Kamera und ihren aufnahmetauglichen Handys gingen sie in der Osterferienwoche auf Recherche in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld Jahnshain, Linda und Meusdorf. Professionelle Anleitung erhielten sie dabei von Marc Mascheck vom Verein Kulturgut Linda. Der Kurzfilm, der aus dem Material entstand, hat am Sonnabend, 15 Uhr, in der alten Jahnshainer Dorfschule Premiere. Eine zweite Aufführung ist am 17. Juni geplant, wenn an selber Stelle eine interaktive Ausstellung eröffnet wird.

Fußball spielen und Fahrrad fahren, ein Baumhaus bauen, mit Freunden zusammen sein, vor allem aber elektronisch in Fantasiewelten unterwegs sein: Das Spielverhalten von Kindern und Jugendlichen heute unterscheidet sich in vielem von dem ihrer Großeltern-Generation. Vieles, was die Älteren in ihrer Kinderzeit faszinierte und umtrieb, ist aus der Mode gekommen, manches gar fast in Vergessenheit geraten. Ein guter Grund für Mascheck, der als Theaterpädagoge schon häufiger mit Schülern auch filmisch arbeitete, mit fünf aufgeschlossenen Jungs im Alter von acht bis 13 auf eine Reise in die Vergangenheit zu gehen.

„Wir haben zusammengetragen, was sie selbst in ihrer Freizeit gerne tun, und dann gefragt: Und was hat die Oma gern gespielt? Sofort darauf zu antworten, fiel schwer“, sagt Mascheck. Als die Sequenzen des eigenen Freizeitverhaltens aufgezeichnet waren, ging es ans Befragen der Älteren. Vier Omas und ein Opa waren bereit, sich darauf einzulassen. Vor der Kamera erzählten sie von ihren Spielen, die meist draußen stattfanden, von abenteuerlichen Schulwegen, dem Schwimmenlernen im Lindenvorwerksteich.

„Eine holte ihre alte Kreiselpeitsche und Kreisel hervor, und sie backte für die ganze Gruppe sogar Quarkkeulchen“, freute sich Mascheck über die große Offenheit, auf die die jungen Rechercheure stießen. Das Filmprojekt passe ganz hervorragend in das Repertoire des Kulturgut-Vereins, der Menschen im ländlich geprägten Kohren-Sahlis auf vielfältige Weise generationenübergreifend zusammenbringen wolle – um somit ein wertvolles Stück Lebenskultur, ein Kultur-Gut, zu bewahren.

Im Anschluss an den Film am Sonnabend richtet die Jahnshainer Wehr ab 18 Uhr ihr traditionelles Maibaum-Setzen auf dem Platz vor der alten Schule aus. „Wir bitten die Besucher, bunte Schleifen und Bänder mitzubringen, damit wir den Baum schmücken können“, so Wehrleiter Jörg Stahl. Für Gastronomie sei gesorgt.

Von Ekkehard Schulreich

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