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Kohren-Sahlis: Wiederaufbau nach der Flut von 2013 ist geschafft

Interview Kohren-Sahlis: Wiederaufbau nach der Flut von 2013 ist geschafft

Starkregen löste 2013 in Kohren-Sahlis eine Flut aus. Dank Förderung von Land und Bund ging die Kommune als eine der ersten an den Wiederaufbau. Der ist jetzt geschafft – unmittelbar vor der Eingemeindung. Die LVZ sprach mit Bürgermeister Siegmund Mohaupt (CDU) und Georg-Ludwig von Breitenbuch, CDU-Landtagsabgeordneter und Stadtrat.

Die erste Baustelle war die Straße am Pappelberg, die bei der Flut 2013 samt des Dammes fortgespült worden war.

Quelle: Thomas Lang

Kohren-Sahlis. Die Fluten im Frühsommer 2013, ausgelöst durch Unwetter, verursachten in Kohren-Sahlis enorme Schäden. Allein die an Straßen, Brücken, Gewässerläufen wurden auf 1,8 Millionen Euro beziffert. Die Stadt reagierte prompt, gehörte zu den ersten, die Gelder aus dem von Land und Bund aufgelegten Sonderprogramm zur Beseitigung der Schäden erhielt. Mehr als zwei Dutzend Baumaßnahmen wurden umgesetzt. Bis zur Eingliederung nach Frohburg sollen sämtliche abgerechnet sein. Die LVZ zieht mit Bürgermeister Siegmund Mohaupt (CDU) und Georg-Ludwig von Breitenbuch, CDU-Landtagsabgeordneter und Stadtrat, Bilanz.

Siegmund Mohaupt

Siegmund Mohaupt.

Quelle: Jens Paul Taubert

Land unter an den Bächen Maus, Ratte, Katze und der Wyhra: Wie gravierend waren die Schäden?

Siegmund Mohaupt : Sehr groß. Und es waren selbst Orte betroffen wie Neuhof, wie Pflug, die so etwas gar nicht kannten. Der Starkregen auf die schon vollgesogenen Böden löste Fluten aus, die uns von ihrer Heftigkeit und Geschwindigkeit überraschten. Enorm war ebenso, wie schnell die Einsatzkräfte und die Bürger reagierten, um zu schützen, was zu schützen ging. Landkreis und Landesregierung unterstützten uns, Stadtverwaltung, Ortschaftsräte, Einwohner zogen mit. Das war für mich Politik zum Anfassen. Das hat sehr geholfen.

Georg-Ludwig von Breitenbuch : Wir waren sehr schnell, was den Wiederaufbau betraf. Wir haben bundesweit eine starke Solidarität gespürt, obwohl damals vor allem das zeitgleiche verheerende Hochwasser entlang der Elbe und Donau wahrgenommen wurde. Damit wir in das Programm von Bund und Land, das die Schadensbeseitigung finanzierte, hineinkamen, war die Formulierung ,wild fließendes Wasser’ entscheidend, die auch für uns galt. Dafür habe ich mich in Dresden eingesetzt. Ohne diese Förderung hätten wir nichts ausrichten können.

Georg-Ludwig von Breitenbuch

Georg-Ludwig von Breitenbuch.

Quelle: CDU

Wann gab es einen ersten Überblick über die Schäden?

Siegmund Mohaupt : Innerhalb von drei, vier Wochen waren wir im Bild, hatten den Finanzbedarf geschätzt, die Maßnahmen angemeldet. Wir gingen von 1,4 Millionen Euro aus. Die Summe wuchs letztlich auf 1,8 Millionen Euro, denn Schäden wie die an der Brücke in Linda wurden erst später in diesem Maße sichtbar. Bei allem, was gebaut wurde, ging es um Nachhaltigkeit. Das war weitsichtig. Mit den Partnern Landesamt für Straßenbau und Verkehr und Sächsische Aufbaubank haben wir gute Erfahrungen gemacht.

Georg-Ludwig von Breitenbuch : Es zeigten sich in den Behörden die Erfahrungen vom Hochwasser 2002. Das hat man an der Professionalität gemerkt. Und es zeigte sich, dass die Menschen in der Not zusammen stehen.

Die erste Baustelle...

Siegmund Mohaupt : ... war die Straße nach Linda, die samt des Dammes fortgespült war. Und es ging um die Wiederherstellung der Gräben, damit das Wasser abfließen kann. Wir gehörten zu den Ersten in Sachsen, die loslegten. Das war gut, da später die Kapazitäten knapp wurden, die Baupreise anzogen, die Bearbeitung länger dauerte.

Das Sonderprogramm von Bund und Land förderte die Vorhaben zu 100 Prozent. Allerdings musste vorfinanziert werden. Was bedeutete das für eine Stadt wie Kohren-Sahlis, die finanziell in der Bredouille war?

Wir waren in der freiwilligen Konsolidierung unseres Haushaltes. Uns ging es bereits schlecht. Jetzt brauchten wir den Kassenkredit, um jede der 25 Maßnahmen vorzufinanzieren – über Monate, bis alles abgerechnet war. Wenn man bereits am Limit ist, sind die Zinsen dafür natürlich eine Last.

Hat die engagierte Beseitigung der Hochwasserschäden den letzten Impuls dafür gegeben, dass Kohren-Sahlis seine Eigenständigkeit verliert und zum 1. Januar Teil der Stadt Frohburg wird?

Das zu schlussfolgern, ist falsch. Das Hochwasser verschärfte unsere Situation, nicht die Förderpolitik. Die Förderung hat uns im Grunde gerettet.

Georg-Ludwig von Breitenbuch : Man musste mit dem Geld angemessen umgehen, die Kirche im Dorf lassen. Angesichts dieser Förderung haben wir großes Glück im Unglück gehabt. Die Vorfinanzierung war – gemessen an den Fördersummen – ein kleiner Beitrag. Und die Aufbaubank hat sich um eine zügige Abwicklung bemüht.

Sind alle Baumaßnahmen abgeschlossen?

Siegmund Mohaupt : Baulicherseits ja. Die Abrechnung ist noch nicht komplett erfolgt, das schaffen wir bis zum Eingliederungstermin. Das wird kein Thema für Frohburg.

Das nächste Hochwasser kommt bestimmt, und das Rückhaltebecken in Terpitz ist noch immer nicht gebaut. Ist das nicht Irrsinn?

Dass das Planverfahren sich derart hinzieht, ist nicht zu begreifen. Das hat durchaus eine politische Wirkung. Die ist nicht positiv. Das Becken muss her, um viele Grundstücke an Ratte, Katze und Wyhra zu schützen.

Georg-Ludwig von Breitenbuch : Wir müssen viele Dinge vereinfachen, was die Unterhaltung der Gewässer betrifft. Dabei geht es auch um die Frage, wie viel Unterstützung kann das Land den Kommunen geben. Da sind wir dran.

 

Die fünf wichtigsten Projekte:

Neubau der Brücke in Linda 483 000 Euro

Wiederherstellung der Straße am Pappelberg 314 000 Euro

Sanierung des Sportlerheims Kohren-Sahlis 302 000 Euro

Dorfstraße Linda 280 000 Euro

Beseitigung der Schäden am Mittelweg 54 000 Euro

Von Ekkehard Schulreich

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