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Geithain Kohren-Sahlis braucht Amtshilfe und setzt auf das abgeblitzte Geithain
Region Geithain Kohren-Sahlis braucht Amtshilfe und setzt auf das abgeblitzte Geithain
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07:00 15.03.2017
Im Kohren-Sahliser Bauamt fehlt es an Personal. Quelle: Jens Paul Taubert
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Kohren-Sahlis/Frohburg/Geithain

Weil es seit Monaten an Personal im Kohren-Sahliser Bauamt fehlt, war Bürgermeister Siegmund Mohaupt (CDU) glücklich, auf Amtshilfe aus Geithain zurückgreifen zu können. Das würde er gern auch in der nächsten Zeit tun – ungeachtet des Stadtrats-Beschlusses, demzufolge Kohren-Sahlis nun doch die Eingliederung in die Stadt Frohburg zum 1. Januar 2018 anstrebt. Allerdings traf ein förmliches Amtshilfe-Ersuchen, das er wenige Tage nach diesem Korb für Geithain an das Geithainer Rathaus schickte, auf eine gewisse Zurückhaltung.

„Geithain hat uns in der Vergangenheit kurzfristig und pragmatisch mehrfach einen Fachmann zur Seite gestellt, der unsere Tiefbau-Projekte betreut“, sagt Mohaupt. Eine Dienstleistung, die Kohren-Sahlis, wie es sich gehört, bezahlte. Unter anderem sei es dabei um Vorhaben wie die Straßenerneuerung in Gnandstein und die Planung des Fußweges entlang der Frohburger Straße in Kohren gegangen. Aktuell müssten die Winterschäden an Straßen erfasst und Fördermittel-Anträge vorbereitet werden. Das könne Kohren-Sahlis aus eigener Kraft schlicht nicht leisten. Natürlich habe er in Frohburg angefragt, jener Stadt, deren Teil Kohren-Sahlis 2018 werden wolle. Doch dort herrsche ebenso Personalnot. Es bleibe im Grunde nur Geithain als Retter aus diesem Dilemma.

„Wir haben gar keine Kapazitäten, beim besten Willen“, bestätigt der Frohburger Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW) seine Absage. Wenn Kohren-Sahlis Teil der Stadt Frohburg werde, komme man nicht umhin, im Bauamt aufzustocken. Doch bis dahin habe man selbst jede Menge zu tun, um Planungsrückstände aufzuholen. Hiensch: „Ich schätze die Geithainer so ein, dass die ihre Unterstützung im Grunde auch in diesem Jahr noch fortsetzen.“

„Die Stadt Geithain hat im zweiten Halbjahr 2016 und im Januar 2017 durch einen Mitarbeiter des Bauamtes Maßnahmen der Stadt Kohren-Sahlis begleitet. Dies erfolgte auf Grund eines Amtshilfeersuchens von Kohren Sahlis, da die Stadt Frohburg Hilfe abgelehnt hatte“, blickt der Geithainer Bürgermeister Frank Rudolph (UWG) zurück. „Durch den Entscheid der Stadträte Kohrens, sich Frohburg anzuschließen, gehen wir Geithainer nun davon aus, dass die Stadt Frohburg die weitere Unterstützung übernimmt.“ Es verwundere ihn schon, dass die Lage offenbar eine andere sei. Für ihn sei das kein gutes Omen für das Miteinander von Kohren-Sahlis und Frohburg. „Sieht so Eingemeindung auf Augenhöhe aus?“ Gewiss habe jede Stadtverwaltung nur ein Minimum an Personal zur Verfügung und deshalb Engpässe, doch handele es sich hier um eine besondere Situation.

„Eine Unterstützung ist für Kohren-Sahlis sehr wichtig. Die Stadt sollte aber auch selbst jede durchführbare Maßnahme nutzen, um ihre Lage zu verbessern“, so Rudolph. Er wollte das Ersuchen gestern Abend im Verwaltungsausschuss ansprechen, und will es am 21. März im Stadtrat thematisieren, kündigte er an. Der solle dazu Position beziehen. „Danach wird es ein Gespräch mit Herrn Mohaupt geben, ob und eventuell wie die Stadt Geithain helfen wird.“

Von Ekkehard Schulreich

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