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Geithain Kohren-Sahlis hat wieder einen Pfarrer
Region Geithain Kohren-Sahlis hat wieder einen Pfarrer
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12:03 04.10.2010
Er ist seit nunmehr gut einem Monat Pfarrer im Kirchspiel Kohrener Land: Matthias Ellinger. Quelle: Jens Paul Taubert
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Kohren-Sahlis

Er ist vom herzlichen Empfang sehr berührt.

„Ich werde es wohl auch hängen lassen, solange es der Witterung trotzt“, freute sich der 53-Jährige über den herzlichen Empfang. „Im Grunde sind hier ja auch alle anderen Menschen herzlich willkommen. Das gehört doch zum Pfarrhaus“, begründet er das.

Die Töpferstadt ist die dritte Station in seinem Leben als Pfarrer. Zuvor füllte Ellinger seit 1986 eine solche Stelle 13 Jahre lang in Mahlis/Collm mit Leben aus, wirkte danach bis vor kurzem in Baalsdorf bei Leipzig. „Ich habe natürlich reiflich überlegt, ob ich die neue Herausforderung annehme. Dann aber siegte die Neugier. Zumal ich es für eine einmalige Kombination halte, dass es gleich nebenan eine Evangelische Heimvolkshochschule gibt“, benennt der gebürtige Zabeltitzer den wichtigsten Grund, sich als Einziger für die Stelle zu bewerben. Fast ein Jahr war die verwaist. Dabei war dem Hobbyläufer, der zudem Geige, Bratsche und Gitarre spielt, aber auch gern singt, der Pfarrerberuf zunächst nicht in die Wiege gelegt. Obwohl schon sein Vater ein solches Amt in seiner Heimatregion begleitete. „Da ich damals nicht an die Erweiterte Oberschule durfte, habe ich zunächst Baufacharbeiter mit Abi gelernt, später einige Zeit im damaligen Wohnungsbaukombinat Karl-Marx-Stadt gearbeitet. Ich kann auch jetzt noch mauern und fugen“, betrachtete er auch diese Jahre als interessante und lehrreiche „Lebensschule“. Wie auch seine Armeezeit, die ihn eher zum Pazifisten werden ließ, der für sich erkannt hat: „Es gibt keine gerechten Krieg mehr.“

Dennoch schlug Matthias Ellinger später beruflich jenen Weg ein, der ihn nun zu den 1100 Gemeindegliedern des hiesigen Kirchspiels führte. Bis 1984 studierte er an der Leipziger Uni, wurde Diplom-Theologe, absolvierte ein zweijähriges kirchliches Vikariat in Leipzig – unter anderem war Superintendent i.R. Ekkehard Vollbach damals sein Vikaritatsvater.

Der Neu-Kohrener legt Wert auf neue Ideen, probiert auch mal was aus, um eingefahrene Gleise zu verlassen. rief beispielsweise vor 17 Jahren den Kirchenfrühlingslauf am Collm ins Leben.

Und nimmt sich vor: „Ich möchte nicht nur Kirchenfunktionär sein, sondern wünschte mir, viel Zeit zu haben, um für die Menschen da sein.“

Die ersten Gottesdienste im Kohrener Land hat er dabei schon bewältigt, erklärt schmunzelnd, dass er hoffe, „dass die Kirchen immer so voll bleiben“. Und möchte recht schnell mit den Einheimischen warm werden, „Sich kennen und auch in der Unterschiedlichkeit respektieren lernen. Denn das betrachte ich als Reichtum, nicht als Mangel“ ist seine Maxime. Die Kirchgemeinden zu zeitgemäßen, einladenden Lebensforen zu machen, in denen sich jeder engagieren könne, das ist sein Ziel. Und dazu sei jeder herzlich willkommen – am Türrahmen ablesbar.

Thomas Lang

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