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Kohren-Sahlis will den Fremdenverkehrsverband erhalten

Stadtrat Kohren-Sahlis will den Fremdenverkehrsverband erhalten

Die Kohrener Stadträte lassen keinen Zweifel daran: Sie halten den Fremdenverkehrsverband Kohrener Land für unverzichtbar. Er sei ein etablierter Förderer des Tourismus, aber auch der Wirtschaft. Dass Kohren-Sahlis über viele Jahre für das Personal einen Extra-Beitrag leistete, sei kein Makel, sondern etwas, wovon alle anderen gern profitiert hätten.

Der Fremdenverkehrsverband Kohrener Land auf der Messe „Haus-Garten-Freizeit“.

Quelle: Andre Kempne

Kohren-Sahlis. Kein Einfach weiter so, aber ein einhelliges Bekenntnis zum Fortbestand des Fremdenverkehrsverbandes Kohrener Land: Der Stadtrat von Kohren-Sahlis beschloss am Dienstagabend auf einer Sondersitzung einstimmig, den Verein über das Jahr 2016 hinaus zu unterstützen. Allerdings nur noch in Form des regulären Mitgliedsbeitrages. Jene jährlichen 35 000 Euro, die die Stadt – anders als alle anderen Mitgliedskommunen – zur Personalfinanzierung bis 2015 zuschoss, kann und darf das finanziell angeschlagene Kohren (sich) nicht mehr leisten.

Dass die Stadt diese Sonderleistung zugunsten aller über viele Jahre erbrachte, nannte Georg-Ludwig von Breitenbuch (CDU) einen Beitrag, der positiv wiege und Anerkennung verdiene – keinesfalls aber die Kritik des Frohburger Bürgermeisters Wolfgang Hiensch (BuW), der zuletzt den Termin einer Eingliederung Kohrens nach Frohburg daran knüpfte, dass Kohren seine Finanzbeziehungen zum Fremdenverkehrsverband klärt.

Es wäre „verwerflich und ein strategischer Fehler“, wenn der Verband seine Arbeit nicht fortsetzen könne, sagte von Breitenbuch. Das Netzwerk, das über ein Vierteljahrhundert hinweg aufgebaut worden sei, sei wichtig für den Tourismus in der Region, für viele kleine Unternehmen, aber auch für die Lebensqualität insgesamt. Es zu erhalten und weiterzuentwickeln, sei ebenfalls im Interesse Frohburgs, ganz zu schweigen davon, dass „einer bald größeren Stadt Frohburg mehr Verantwortung für die Gesamtregion“ zukomme. Der Tourismusverband Leipziger Neuseenland seinerseits sei „ganz klar auf Leipzig ausgerichtet“: „Wir hier im Kohrener Land haben aber eine eigene Situation“, erklärte der CDU-Stadtrat weiter.

Wenn sich Kohren-Sahlis nicht in der zwangsweisen Konsolidierung seiner Stadtfinanzen befände und besagte 35000 Euro weiter bereit stellen könnte, würde Frohburg diesen Beitrag auch in den nächsten Jahren stillschweigend genießen, mutmaßte Fraktionskollege Tino Mohaupt. Deshalb gehe es ihm gegen den Strich, wenn der Eingemeindungstermin mit dem Thema Fremdenverkehrsverband verknüpft werde. Schließlich habe sich Kohren nichts zuschulden kommen lassen – im Gegenteil.

„Ich finde es gut, dass wir uns zum Verband bekennen“, sagte Gundula Müller (FDP). Er habe eine solide und deshalb unverzichtbare Arbeit geleistet und das Kohrener Land zu einer Marke werden lassen. Manfred Schott (SPD) sah das genauso, wollte von Bürgermeister Siegmund Mohaupt (CDU) aber wissen, ob es – Stichwort Eingemeindung – einen Plan B gebe: „Wenn wir jetzt nach 25 Jahren sehr guter Arbeit in der Tourismus- und Wirtschaftsförderung den Verband auflösen würden, wäre das nicht in die Zukunft gedacht.“

Einen solchen Plan B gebe es nicht, so der Bürgermeister. Wohl aber akzeptierten der Landkreis und namentlich Landrat Henry Graichen (CDU), mit dem er am selben Tag gesprochen habe, die Kohrener Strategie, den Verband nicht aufzugeben. Dass personelle und strategische Fragen des Verbandes geklärt werden müssten, treffe zweifellos zu. Er verbinde große Hoffnungen mit jenem Workshop, zu dem der Fremdenverkehrsverband seine Mitglieder am 16. April in die Evangelische Heimvolkshochschule einlade: „Ich bin überzeugt, dass es eine Lösung geben wird.“ Den Verband in geeigneter Form zu sichern, gebiete nicht nur politische, sondern auch wirtschaftliche Vernunft. Nicht zuletzt auch wegen der Förderung im Leader-Gebiet Land des Roten Porphyrs.

Die Stadt Kohren-Sahlis, Gründungsmitglied des Verbandes, will auch künftig den regulären Mitgliedsbeitrag zahlen. Er liegt bei 90 Cent pro Einwohner und Jahr. Alles Weitere „steht unter dem Vorbehalt des Haushaltstrukturkonzeptes“. Der Stadtrat stimmte dem zu, nachdem sich bereits die Kreisstadt Borna bekannt hatte, auch künftig Mitglied im Verband sein zu wollen. Entscheidungen der Stadträte in Geithain und Frohburg stehen bislang noch aus.

Von Ekkehard Schulreich

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